Wetterlage nach Rekordhitze
Nach einer Phase rekordverdächtiger Hitze bleibt das Wetter in Baden-Württemberg unbeständig. Obwohl die Temperaturen nicht mehr so extrem hoch sind wie in der Vorwoche, wird die Region weiterhin von schwülen Bedingungen und der Gefahr lokaler Unwetter beeinflusst. Meteorologe Christian Ehmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) erklärte, dass die erhoffte Abkühlung noch auf sich warten lässt und die Temperaturen die Woche über voraussichtlich über 25 Grad Celsius liegen werden.
Die vergangene Woche war von außergewöhnlicher Hitze geprägt. Am Samstag wurden in Waghäusel-Kirrlach im Landkreis Karlsruhe vorläufige DWD-Angaben zufolge 41,4 Grad Celsius gemessen. Bereits am Freitag erreichte Waghäusel einen Wert von 40,6 Grad Celsius, was zu diesem Zeitpunkt einen neuen Temperaturrekord im Südwesten darstellte.
Unwettergefahr und Public Viewing
Für den Wochenanfang wurden Schauer und Gewitter erwartet, die sich im Laufe des Montagnachmittags bilden sollten. Das größte Risiko für lokale Unwetter durch heftigen Starkregen, Hagel und Sturmböen besteht laut DWD-Vorhersage in Oberschwaben und im Allgäu. Dort könnten in kurzer Zeit bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen und Hagelkörner eine Größe von bis zu zwei Zentimetern erreichen. Die genaue Lokalisierung der Gewitterschwerpunkte ist jedoch schwer vorherzusagen.
Trotz der allgemeinen Unwetterwarnungen gab es für Fußballfans im Raum Heilbronn eine gewisse Entwarnung bezüglich des WM-Sechzehntelfinales der deutschen Nationalmannschaft. Christian Ehmann schätzte ein, dass Gewitter während des Spiels im Großraum Heilbronn „eher unwahrscheinlich“ seien, obwohl sie nicht vollständig ausgeschlossen werden könnten. Er sehe keine Wetterlagen, die das Public Viewing dort gefährden würden.
Im Heilbronner Biergarten Foodcourt, wo eine große Anzahl von Fans erwartet wurde, blickten die Betreiber entspannt auf die Wettervorhersage. Geschäftsführer Stephan Nagel und Gründer Thomas Aurich äußerten sich zuversichtlich, dass mögliche Regenfälle vorbeiziehen würden. Die Temperaturen während des Public Viewings im Raum Heilbronn sollten zur Anstoßzeit bei etwa 22 Grad Celsius liegen und im Laufe des Spiels leicht sinken, aber über 20 Grad Celsius bleiben, was als angenehm empfunden wurde, sofern keine Regenschauer auftraten.

Die deutsche Nationalmannschaft hatte ihr letztes Gruppenspiel gegen Ecuador mit 1:2 verloren. Leroy Sané erzielte früh das 1:0, jedoch hätte der Treffer aufgrund eines vorhergehenden Foulspiels nicht zählen dürfen. Nilson Angulo glich für Ecuador aus, und Gonzalo Plata sicherte den Sieg für die Südamerikaner. Trotz dieser Niederlage zog Deutschland als Gruppensieger ins Sechzehntelfinale ein. Das nächste Spiel sollte am Montagabend um 22.30 Uhr in Boston stattfinden, wobei der Gegner noch nicht feststand. Ab diesem Zeitpunkt würde es für die Mannschaft im K.-o.-Modus weitergehen, was bedeutet, dass ein Ausscheiden das sofortige WM-Ende bedeuten würde.
Kaltfront und weitere Aussichten
Die erwartete Abkühlung durch eine Kaltfront erfolgt nur schubweise, was dazu führt, dass die Temperaturen nicht sofort deutlich sinken. Christian Ehmann erklärte, dass es keine scharfe Trennlinie gebe, die eine sofortige Abkühlung bewirkt. Der nächste Schub der Kaltfront wird für Mittwoch und Donnerstag erwartet, wenn der Hauptteil über das Land ziehen soll. Zuvor könnte es am Dienstag am Rhein noch einmal bis zu 30 Grad Celsius oder etwas mehr geben.
Der aktuelle Regen trägt nach Angaben des Meteorologen nur kurzfristig zur Abkühlung bei und führt stattdessen zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit, was das Wettergefühl unangenehmer macht. Ein weiterer Faktor ist, dass insbesondere Städte nach den heißen Tagen noch aufgeheizt sind. Für Dienstag sind bereits am Vormittag wieder Schauer und Gewitter möglich, die im Tagesverlauf häufiger und kräftiger werden und bis in die Nacht andauern könnten. Stellenweise sind heftiger Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen zu erwarten, und es bleibt schwülwarm.
Am Mittwoch wird es anfangs vor allem in den östlichen Regionen noch häufig regnen und gewittern, während es am Rhein voraussichtlich weitgehend trocken bleibt. Für Donnerstag wird wechselnde Bewölkung und trockenes Wetter vorhergesagt, bevor in der Nacht zu Freitag gebietsweise wieder Regen einsetzen könnte.
Read Also
Source: sueddeutsche.de