Boston: DFB-Team scheidet im Sechzehntelfinale aus, Kritik von Experten und Fans

"Peinlichkeit" - Experten rechnen mit dem DFB-Team ab

Die deutsche Nationalmannschaft ist im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft gegen Paraguay ausgeschieden. Das Team unterlag Paraguay im Elfmeterschießen mit 3:4, nachdem es nach 120 Minuten 1:1 gestanden hatte. Dieses frühe Ausscheiden hat bei ehemaligen Nationalspielern und Fans für große Enttäuschung und Kritik gesorgt.

Jürgen Klinsmann, ehemaliger Bundestrainer, bezeichnete das Ausscheiden als „niederschmetternd“ und eine „Peinlichkeit“, vergleichbar mit den Ergebnissen in Katar und Russland. Er forderte „Konsequenzen“. Auch Bastian Schweinsteiger kritisierte das „fehlende fußballerische Element, mangelnde Kreativität und unsauberes Passspiel“ der Mannschaft. Dietmar Hamann äußerte sich ebenfalls kritisch und meinte, die Auftritte seien im Durchschnitt enttäuschend gewesen, was sich bei der EM, in der Qualifikation und bei der Weltmeisterschaft gezeigt habe. Er sah den Trainer in der Verantwortung, die Spieler zusammenzubringen.

Finanzielle Auswirkungen und Fan-Reaktionen

Das frühe Ausscheiden hat auch finanzielle Konsequenzen für den DFB. Für das Erreichen der ersten K.o.-Runde hätte der Verband 11 Millionen US-Dollar erhalten. Das Achtelfinale hätte weitere 4 Millionen US-Dollar eingebracht, und für das Viertelfinale wären nochmals 4 Millionen US-Dollar hinzugekommen. Bereits vor dem Turnier hatte DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig darauf hingewiesen, dass es für eine europäische Nation ohne Halbfinaleinzug schwierig sei, „wirtschaftlich schwarze Zahlen zu schreiben“. Das Vorrundenaus in Russland und Katar hatte dem Verband bereits erhebliche finanzielle Einbußen beschert. Jeder Teilnehmer konnte mit einem Startgeld von 10 Millionen US-Dollar und 2,5 Millionen US-Dollar für Vorbereitungskosten planen.

Die Fans in Boston zeigten sich nach der Niederlage gegen Paraguay enttäuscht und kritisierten vor allem Bundestrainer Julian Nagelsmann. Die internationale Presse bewertete den Auftritt des DFB-Teams ebenfalls negativ. Die spanische Zeitung „Marca“ schrieb, „Von Deutschland ist nichts mehr übrig. Nicht einmal mehr im Elfmeterschießen.“

Rückkehr und Trainerfrage

Nach dem Ausscheiden kehrte die deutsche Mannschaft ein letztes Mal in ihr WM-Quartier in Winston-Salem zurück. Julian Nagelsmann, der als einer der Ersten das Flugzeug verließ, hatte einen Rücktritt trotz des frühen Ausscheidens ausgeschlossen. Er betonte in einem Interview, dass er seinen Vertrag erfüllen und weiterhin als Bundestrainer zur Verfügung stehen wolle. DFB-Sportdirektor Rudi Völler unterstützte Nagelsmann und bezeichnete ihn weiterhin als „absoluten Toptrainer“. Auch Verbandspräsident Bernd Neuendorf und Geschäftsführer Andreas Rettig waren mit der Mannschaft nach Winston-Salem zurückgekehrt.

Für Nationalkeeper Manuel Neuer war es das letzte Länderspiel. Er hatte bereits im August 2024 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt, wurde aber vor der WM von Julian Nagelsmann als Nummer eins zurückgeholt. Diese Entscheidung hatte zuvor für Diskussionen gesorgt. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach der Mannschaft nach dem Ausscheiden Trost zu und lobte ihren Einsatz und Teamgeist.

Für Paraguay war der Sieg im Sechzehntelfinale gegen die deutsche Mannschaft erst der zweite K.o.-Sieg bei einer Weltmeisterschaft. Paraguays Staatspräsident Santiago Peña erklärte den Tag nach dem Sieg zum nationalen Feiertag.

Jürgen Klinsmann ist Trainer der Südkoreanischen Mannschaft
Jürgen Klinsmann ist Trainer der Südkoreanischen Mannschaft Credit: sportschau.de

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Source: sportschau.de

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Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.