Deutschland trifft im Sechzehntelfinale der WM auf Paraguay

Guter Erinnerungen: Deutscher K.o.-Gegner steht endlich fest

DFB-Team trifft auf südamerikanischen Gegner

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko gegen Paraguay antreten. Die Begegnung findet am kommenden Montag statt. Diese Paarung steht fest, nachdem Uruguay eine 0:1-Niederlage gegen Spanien erlitten hat. Ursprünglich war die Entscheidung über den Gegner des DFB-Teams erst später erwartet worden.

Bundestrainer Julian Nagelsmann hat somit über 24 Stunden früher Klarheit über den ersten Gegner in der K.o.-Phase, als es im schlimmsten Fall hätte sein können. Die finale Entscheidung hätte sich bis Sonntagmorgen hinziehen können, was nur etwa 40 Stunden vor dem geplanten Anstoß der Partie gewesen wäre. Nagelsmann hatte zuvor berichtet, dass sein Trainerteam sich aufgeteilt hat, um die verschiedenen potenziellen Gegner zu analysieren und dafür eine Nachtschicht einzulegen.

Der Bundestrainer äußerte sich kritisch zum Turniermodus und betonte, dass man unter großem Zeitdruck gerate und bestraft werde, wenn man Gruppenerster wird. Neben Paraguay waren auch Schottland und Schweden als mögliche Gegner im Gespräch. Letztendlich wurde es das südamerikanische Team unter Trainer Gustavo Alfaro.

Historische Begegnungen und aktuelle Diskussionen

Die Bilanz des DFB-Teams gegen Paraguay ist positiv. Die letzte Begegnung der beiden Mannschaften war ein Freundschaftsspiel im Jahr 2013, das mit einem 3:3-Unentschieden endete. Die einzige vorherige Begegnung bei einer Weltmeisterschaft fand 2002 im Achtelfinale statt, bei der Deutschland durch ein Tor von Oliver Neuville gewann.

Im Vorfeld des Spiels gegen Paraguay gibt es auch Diskussionen um die Aufstellung der deutschen Mannschaft. Nach Lothar Matthäus hat sich auch Philipp Lahm für eine Rückversetzung von Joshua Kimmich ins Mittelfeld ausgesprochen. Lahm schrieb in seiner Kolumne, dass Aleksandar Pavlovic in diesem Turnier noch nicht überzeugt habe und viele leichte Ballverluste zeige. Er sieht Kimmich im Mittelfeld, da dieser dort etwa zehn Jahre auf hohem Niveau gespielt habe und der Mannschaft Stabilität geben könnte.

Kimmich, der unter Bundestrainer Julian Nagelsmann Kapitän und derzeit Rechtsverteidiger ist, könnte laut Lahm der Defensive und der Offensive mit seinen tiefen Pässen helfen. Lahm schlug vor, Felix Nmecha an Kimmichs Seite zu stellen und Waldemar Anton im Sechzehntelfinale gegen Paraguay als Rechtsverteidiger aufzubieten. DFB-Sportdirektor Rudi Völler äußerte sich dazu zurückhaltend und betonte, dass Kimmich dort, wo er spielt, gut aufgestellt sei. Nagelsmann hatte einen erneuten Positionswechsel bisher abgelehnt, schloss aber nach der Niederlage gegen Ecuador nichts aus.

Jamal Musiala steht beim WM-Start der deutschen Mannschaft in der Startelf.
Jamal Musiala steht beim WM-Start der deutschen Mannschaft in der Startelf. Credit: faz.net

Weitere Entwicklungen im Turnier

Die diesjährige Weltmeisterschaft ist die erste mit 48 teilnehmenden Mannschaften. Dies führte dazu, dass die acht besten der insgesamt zwölf Gruppendritten ebenfalls die K.o.-Phase erreichten. Die FIFA hat einen Schlüssel für die Platzierung der Mannschaften im Turnierbaum entwickelt, da es je nach Kombination der weiterkommenden Teams 495 mögliche Szenarien gegeben hätte.

Im Turnier gab es auch weitere Entwicklungen. Der schottische Nationaltrainer Steve Clarke ist nach dem Ausscheiden seines Teams in der Gruppenphase zurückgetreten. Schottland belegte in Gruppe C hinter Brasilien und Marokko den dritten Platz mit drei Punkten. Clarke dankte seinen Spielern in einem offenen Brief für die gemeinsamen Erinnerungen seit 2019.

Auch Europameister Spanien hat vor seinem ersten K.o.-Duell Sorgen im Sturm. Yéremy Pino könnte die Endrunde aufgrund einer Verletzung vorzeitig beenden müssen, und Nico Williams droht ebenfalls auszufallen. Williams wurde im letzten Gruppenspiel gegen Uruguay gefoult und humpelte anschließend. Er schrieb in den sozialen Medien, dass dies einer der schlimmsten Tage seines Lebens sei, versicherte aber, dass seine Geschichte noch nicht zu Ende sei.

Die Partie zwischen dem DFB-Team und Paraguay wird von Schiedsrichter Jalal Jayed aus Marokko geleitet. Jayed hatte bereits das deutsche Auftaktspiel gegen Curaçao geleitet, das Deutschland mit 7:1 gewann. Er wird von seinen Landsleuten Zakaria Brinsi und Mostafa Akarkad an den Seitenlinien unterstützt, während Ma Ning aus China der vierte Offizielle ist. Für Jayed ist es bereits das dritte Spiel bei dieser Weltmeisterschaft.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf betonte am Rande der Weltmeisterschaft die gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs und sprach sich gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus aus. Er hob die besondere Verantwortung des DFB hervor, die aus der Geschichte des Verbandes resultiert, und betonte die Notwendigkeit, sich klar für Vielfalt und gegen jede Form der Ausgrenzung einzusetzen. Neuendorf sprach auf Einladung der Vereinten Nationen, des World Jewish Congress und der NGO „what matters“ in New York City.

New York, New York? New York, New Jersey! Bundestrainer Julian Nagelsmann
New York, New York? New York, New Jersey! Bundestrainer Julian Nagelsmann Credit: faz.net

Die Begegnung zwischen Deutschland und Paraguay findet am Montag um 22.30 Uhr statt.

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Source: t-online.de

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Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.