Tschechischer Verbandschef unterstützt FIFA-Pläne trotz europäischem Widerstand

Tschechischer Verbandschef fällt UEFA in den Rücken - WEB.DE

FIFA-Investitionspläne stoßen auf geteilte Reaktionen

Die von FIFA-Präsident Gianni Infantino vorgeschlagenen Investitionspläne, die den Teilverkauf kommerzieller Rechte, wie die der Weltmeisterschaft, zur Einspielung einer Milliardensumme vorsehen, haben in der Fußballwelt unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Während Europa sich größtenteils empört zeigt, gibt es auch Unterstützung für die Initiative.

Der tschechische Fußballverbandspräsident David Trunda hat sich den europäischen Protesten gegen die FIFA-Pläne nicht angeschlossen. Dies steht im Gegensatz zur Haltung der UEFA, die sich kritisch zu den Vorschlägen geäußert hat. Die UEFA erklärte, dass damit eine Grenze überschritten werde, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften.

Internationale Meinungen zu Infantinos Initiative

Der afrikanische Fußball-Kontinentalverband CAF hat sich offen für die umstrittenen Investorenpläne von FIFA-Chef Gianni Infantino gezeigt. CAF-Präsident Patrice Motsepe hat eine Sitzung des Exekutivkomitees einberufen, um die Initiative „Fifa Forward Enterprise“ zu bewerten. Der CAF forderte seine Mitgliedsverbände auf, die Pläne zu prüfen und sich am Konsultationsprozess zu beteiligen.

In einer Mitteilung betonte der CAF, dass er entschlossen sei, den Dialog und die Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedsverbänden, der FIFA, anderen Fußballkonföderationen und Interessengruppen fortzusetzen. Ziel sei es, die Bereitstellung finanzieller und anderer Ressourcen für die Entwicklung und das Wachstum des Fußballs in Afrika und weltweit zu fördern.

Berichten britischer Medien zufolge hat die FIFA den weltweit 211 Mitgliedsverbänden eine Zustimmungsfrist gesetzt und im Gegenzug eine Sonderzahlung versprochen. Die Medien zitieren dabei aus einem Brief von FIFA-Präsident Infantino, wobei der Stichtag der 19. September sein soll.

Kritik aus Asien und Bedenken bezüglich der Transparenz

Auch aus Asien kommt Widerstand gegen die Pläne. Der asiatische Verbandspräsident Salman bin Ibrahim Al Khalifa hat einen Protestbrief an die 47 asiatischen Mitgliedsverbände adressiert. Darin äußert die AFC große Besorgnis und Enttäuschung darüber, dass sie von der FIFA vor der öffentlichen Bekanntgabe in keiner Weise konsultiert wurde, was als „total inakzeptabel“ bezeichnet wird.

Die AFC ist zudem besorgt über die „unilateralen Aktionen“ der FIFA, die „die Grundlagen des kontinentalen Fußballs, der auf Solidarität, Kooperation und Transparenz basiert, unterminieren“. Al Khalifa betonte, dass eine Maßnahme dieser Größenordnung anständig geprüft werden müsse und die von Infantino gesetzte Frist zu früh sei. Er wies auch darauf hin, dass dieser Plan ohne die Unterstützung sämtlicher regionaler Blöcke niemals Erfolg haben werde.

Miguel Maduro, ehemaliger Leiter des Governance Committee der FIFA, bezeichnete die versprochenen „Entwicklungsgelder“ als „eine Art legale Bestechung“. Er merkte an, dass diese Gelder nicht immer im Breitensport ankommen, und verwies auf Fälle, in denen Förderungen in die Taschen hoher Funktionäre umgeleitet wurden, unter anderem in Nigeria, der DR Kongo, Nepal, Indien und Bangladesch. Die Abstimmung über die Pläne soll am 19. September stattfinden.

Source: web.de

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Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.