Bei der Tischtennis-WM 2026 in London hat China erstmals seit 26 Jahren zwei Spiele in Folge verloren. Die Überraschung war groß, als die Nationalmannschaft im zweiten Gruppenspiel mit 1:3 gegen Südkorea verlor und nur 20 Stunden später auch gegen Schweden mit 2:3 unterlag.
Diese Niederlagen markieren einen Wendepunkt für das chinesische Tischtennis, das über Jahrzehnte hinweg als unbesiegbar galt. Vor dieser WM konnte China zehnmal in Folge den Titel gewinnen. Die letzte Niederlage bei einer Weltmeisterschaft datiert auf das Jahr 2000 zurück, als Schweden sie besiegte.
Die Abgänge von Legenden wie Ma Long und Fan Zhendong, die ihre Nationalmannschaftskarrieren beendet haben, werfen Fragen auf. Wang Chuqin, der aktuelle Weltmeister und einzige Chinese in den Top Ten der Weltrangliste, steht nun unter Druck, das Erbe seiner Vorgänger zu wahren.
Zitate von Experten:
- „Ich will nicht sagen, dass der Serienweltmeister China ins Straucheln geraten ist. Aber er wirkt ein bisschen angreifbarer.“ — Richard Prause
- „Die Chinesen sind nicht unkaputtbar. Auch sie müssen mit ihren Kräften haushalten.“ — Richard Prause
- „Das neue WM-System ist sehr schwierig.“ — Dimitrij Ovtcharov
Trotz dieser Rückschläge bleibt die Frage offen, wie sich Chinas Nationalmannschaft auf die kommenden Herausforderungen einstellen wird. Die WM 2026 findet genau 100 Jahre nach der ersten Tischtennis-WM wieder in London statt und könnte somit auch eine historische Wende für den Sport bedeuten.