Die 20 Klubs der 3. Liga haben sich in einer gemeinsamen Erklärung zur Reform der Regionalliga geäußert. Sie fordern eine dauerhafte und sportlich faire Aufstiegsregelung. Diese Erklärung wurde nach einer Managertagung am Dienstag und Mittwoch veröffentlicht, bei der die Drittligisten, darunter Traditionsvereine wie Rot-Weiss Essen, Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und der MSV Duisburg, die Situation der Regionalliga-Reform diskutierten.
Die Vereine betonen, dass das Problem nicht in der 3. Liga liegt, die sich zu einem erfolgreichen Modell im deutschen Profifußball entwickelt habe. Sie genießt national und international Anerkennung und dient als wichtige Plattform für die Talententwicklung. Mit ihrer sportlichen Qualität, wirtschaftlichen Entwicklung und Attraktivität für Fans, Medien und Sponsoren zählt sie zu den stärksten Profiligen Europas.
Forderungen der Drittligisten
Die 20 Klubs der 3. Liga weisen darauf hin, dass sie bereits im Jahr 2018 mit der Einführung eines vierten Abstiegsplatzes ihren Beitrag zu einem Lösungsprozess geleistet haben. Dieser Schritt führte zu erheblichen sportlichen Konsequenzen und erschwerte die Planbarkeit für die Drittligisten. Dies geschah im Vertrauen darauf, dass im Gegenzug eine tragfähige Reform auf Ebene der Regionalligen umgesetzt wird, was jedoch bisher ausgeblieben ist.
Die Drittligisten fordern nun, dass die Regionalverbandspräsidenten, insbesondere Peter Frymuth, der laut DFB-Geschäftsverteilungsplan für Angelegenheiten der 3. Liga zuständig ist, handeln. Das Ziel sei eine einheitliche, sportlich faire und dauerhaft tragfähige Aufstiegsregelung, die innerhalb der Regionalliga-Strukturen umgesetzt wird.
Sie erwarten, dass über die beiden vorliegenden Modellvorschläge, das Kompassmodell und das Regionenmodell, final nach demokratischen Grundsätzen abgestimmt und das Ergebnis umgesetzt wird. Beide Modelle behandeln das Thema, dass Meister aufsteigen müssen.
Hintergrund der Reformdebatte
Die Diskussion um die Regionalliga-Reform hat an Fahrt aufgenommen, nachdem bekannt wurde, dass die Regionalliga-Träger eine Aufstockung der 3. Liga planten. Dies sollte ermöglichen, dass alle fünf Meister aufsteigen können, während die Regionalliga-Träger ihre eigene Viertliga-Staffel und die damit verbundene Macht behalten. Dieses Vorgehen war offenbar nicht mit den Vereinsvertretern der 3. Liga und dem Drittliga-Ausschuss im DFB abgesprochen.
Nach einer DFB-Arbeitsgruppe wurden das Kompassmodell und das Regionenmodell als Lösungsvorschläge präsentiert. Das Kompassmodell würde die Klubs jedes Jahr nach den kürzesten Fahrtstrecken in vier Staffeln einteilen. Das Regionenmodell würde die Regionalliga Nordost auf Bayern und den Norden aufspalten.
Bei einer bundesweiten Klub-Abstimmung erhielt das Kompassmodell eine Mehrheit von 50,9 Prozent der Stimmen. Es wurde in den drei Regionen West, Nord und Ost befürwortet, und die gesamte DFL steht dahinter. Das Regionenmodell erreichte nicht einmal die Hälfte der Stimmen und fand nur im Südwesten eine Mehrheit. In Bayern unterlag das Kompassmodell knapp mit 45,2 Prozent, wobei die Vereine dort einen neuen Prozess forderten, der jedoch als ausgeschlossen gilt.

Die Reform der Regionalligen scheiterte Ende Juni vorerst, da sich die Vereine der fünf Regionalliga-Träger bei einer bundesweiten Abstimmung nicht auf ein gemeinsames Modell einigen konnten. Obwohl sich in drei der fünf Regionen eine Mehrheit für das Kompassmodell aussprach, stimmten die Vertreter des Südwesten und aus Bayern nicht zu. Dies führte dazu, dass die Voraussetzung für eine Umsetzung der Reform zur Saison 2028/29 verfehlt wurde. Der Reformprozess soll jedoch in den kommenden Monaten fortgesetzt werden.
Für die Drittliga-Vertreter kommen andere Modelle, wie der Vorschlag, die 3. Liga auf 22 Teams aufzustocken und die Anzahl der Absteiger von vier auf fünf zu erhöhen, nicht in Betracht. Die Leipziger Fans haben bereits mit Protestaktionen auf die Situation reagiert, nachdem ihr Meister Lok Leipzig zweimal in Folge nicht aufsteigen durfte. Die Ostklubs hatten frühzeitig akzeptiert, dass eine Lösung in der 4. Liga notwendig ist und Verbündete deutschlandweit zusammengebracht, und nun haben sie auch die 3. Liga auf ihrer Seite.
Der SSV Jahn Regensburg unterstützt die Forderungen der 3. Liga nach einer tragfähigen Regionalliga-Reform. Der Verein betont die Bedeutung von kaufmännischer Planungssicherheit für ambitionierte Klubs über Ligengrenzen hinweg. Ein strukturelles Nadelöhr beim Aufstieg aus der Regionalliga potenziere die wirtschaftlichen Risiken eines Abstiegs massiv und gefährde die nachhaltige Entwicklung von Vereinen an der Schnittstelle zwischen den Regionalligen und der 3. Liga. Der SSV Jahn plädiert daher an die Entscheidungsträger in den Verbänden, Verantwortung zu übernehmen und zeitnah eine zukunftsfähige, leistungsgerechte Lösung zu implementieren. Die Managertagung der 3. Liga fand am 28. und 29. Juli 2026 statt.
Source: bild.de