Achim: DFB-Stürmer Undav über Karriere: „Ich bin immer übersehen worden“

DFB-Stürmer Undav über Karriere: "Ich bin immer übersehen worden"

Undavs Weg zum Erfolg

Deniz Undav, Stürmer der deutschen Nationalmannschaft, reflektiert über seine bisherige Karriere und die Anerkennung, die er nun erfährt. Nach seinen jüngsten Leistungen bei der Weltmeisterschaft, bei der er drei Tore erzielte und zwei weitere vorbereitete, ist sein Name weltweit in den Fokus gerückt. „Mein Handy ist explodiert. Es war für mich sehr, sehr viel“, berichtete der 29-jährige Torjäger in einem Interview. Besonders die internationale Aufmerksamkeit auf Social Media, wo auf Englisch über seine Herkunft und seine Leistungen gesprochen wird, empfindet er als ein „übertrieben schönes Gefühl“.

Undav betonte, dass er in seiner Laufbahn oft übersehen wurde. „Ich war nie der große Name, ich war immer der Deniz“, erklärte er gegenüber DFBtv. Das Toreschießen sei für ihn zwar das Normalste auf der Welt, doch die Tatsache, dass es nun „auf der Bühne, international, auf der ganz Welt“ klappt, sei wie ein Traum. „Es ist nicht real“, fügte er hinzu. Diese Anerkennung kommt nach einer Karriere, in der er sich stets beweisen musste.

Frühe Jahre und prägende Erfahrungen

Seine fußballerische Ausbildung begann Deniz Undav beim TSV Achim in Niedersachsen. Dort lernte er bei seiner ersten Trainerin, Edeltraut Koch, das Toreschießen. Koch, die ihn ab 2002 drei Jahre lang in der G- und F-Jugend betreute, erinnert sich an einen ruhigen und angenehmen Jungen, der auf dem Fußballplatz förmlich explodierte und viele Tore schoss. Sie lobte sein großes Spielverständnis und seinen „großen Hunger“ nach Toren. Einmal, bei einem Turnier in Schwanewede, half ein Käsebrot von Koch, seinen Torhunger zu stillen, woraufhin er wieder erfolgreich war.

Auch Jens Janßen, sein Trainer in der E-Jugend, beschreibt Undav als jemanden, der den Schalk im Nacken hatte, sich aber nie für den Größten hielt. Schon als Kind zeigte Undav Cleverness, indem er mit Freunden Abkürzungen nahm, um ins Freibad zu gelangen. Die Familie Undav wohnte in der Nähe des Fußballplatzes in der „Vogelsiedlung“, und Deniz kam oft mit dem Fahrrad und einem Tetra Pak Süßes zum Training. Janßen erinnert sich, dass er Eistee trank, „wie andere Wasser“.

Nach seiner Zeit in Achim wechselte Undav zu Werder Bremen, was eine große Chance darstellte. Doch nach fünf Jahren musste er den Verein verlassen, da er als zu klein und zu moppelig galt. Diese Enttäuschung überwand er dank der Unterstützung seiner Familie, insbesondere seines Vaters und Onkels, die ihn nach dem Aus bei Werder wieder aufrichteten. Ohne seine Familie, so Janßen, wäre er nicht dort, wo er heute ist.

Seine frühere Trainerin Edeltraut Koch äußerte sich begeistert über Undavs Teilnahme an der Weltmeisterschaft: „Einer aus Achim bei der WM – unglaublich.“ Sie hofft, dass er sich dort seinen großen Traum erfüllt. Auch seine jüngeren Brüder, Rocat und Iwan, spielen weiterhin für den Kreisligisten, dem Deniz Undav 5000 Euro spendete. Kai Tietjen, der Fußball-Chef des Vereins, betonte, dass Undav immer geradeheraus und unverstellt war, weshalb die Leute ihn lieben.

Aktuelle Situation und zukünftige Aussichten

Bei der aktuellen Weltmeisterschaft wird Deniz Undav im Spiel gegen Ecuador voraussichtlich zunächst auf der Bank sitzen. Dies ist das dritte Gruppenspiel des DFB-Teams. Die Sportschau berichtet live ab 20:30 Uhr. Die Partie gegen Ecuador ist tabellarisch nicht mehr relevant für Deutschland, da das Team bereits als Gruppensieger feststeht. Bundestrainer Julian Nagelsmann betonte jedoch die sportliche Relevanz des Spiels, die der der beiden Siege gegen Curacao und die Elfenbeinküste entspricht.

Für Deutschland ist es das erste Mal bei dieser Weltmeisterschaft, dass sie in ihren blauen Trikots auflaufen werden. In den vorherigen Spielen gegen Curacao (7:1) und die Elfenbeinküste (2:1) trugen sie die klassischen weißen Trikots. Im Spiel gegen Ecuador, das um 22 Uhr MESZ angepfiffen wird, kommen die Auswärtstrikots zum Einsatz. Das deutsche Team muss sich auf einen hochmotivierten Gegner einstellen, da Ecuador bei einem Remis oder einer Niederlage das Ausscheiden droht und daher voll auf Sieg spielen wird.

Deniz Undav jubelt nach seinem Treffer
Deniz Undav jubelt nach seinem Treffer Credit: sportschau.de

Die deutsche Mannschaft hat sich bei der Weltmeisterschaft mit neun Treffern torhungrig gezeigt, wobei sieben davon gegen Curacao fielen. Im Spiel gegen Ecuador werden sie auf eine starke Defensive treffen, angeführt von Willian Pacho und Piero Hincapié. Rio Ferdinand bezeichnete Pacho als „besten Verteidiger der Welt“. Dies deutet darauf hin, dass Kai Havertz und seine Teamkollegen eine Herausforderung vor sich haben werden.

Die Suche nach dem Gegner für das Sechzehntelfinale am Montag um 22:30 Uhr MESZ in Boston läuft noch. Nach den Spielen in den Gruppen D, E und F am Freitag werden maximal fünf potenzielle Gegner übrig bleiben. Eine Kombination könnte bereits nach den Partien der deutschen Gruppe E wegfallen: Sollten das DFB-Team und die Elfenbeinküste gewinnen, wäre der Dritte der Gruppe sicher ausgeschieden. In diesem Fall käme Bosnien-Herzegowina nicht mehr als Gegner in Frage, und die USA würden gegen Bosnien-Herzegowina spielen. Die verbleibenden potenziellen Gegner wären dann Südkorea, Schottland, Australien, Paraguay, die Niederlande, Japan und Schweden.

Lukas Podolski, Weltmeister von 2014, wies Vergleiche mit Deniz Undav zurück und betonte, dass es keinen zweiten Podolski gebe. Die Geduld bleibt eine wichtige Tugend für das DFB-Team in den kommenden Tagen, wie Julian Nagelsmann auf einer Pressekonferenz am Mittwoch erklärte.

Source: sportschau.de

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Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.