Unerwartete Startelf in Wiesbaden
Der FC Bayern hat sein erstes Testspiel der Saisonvorbereitung gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden mit 1:2 verloren. Das Spiel fand in der ausverkauften Brita-Arena vor rund 12.000 Zuschauern statt. Die Niederlage ereignete sich unter ungewöhnlichen Umständen, da der Rekordmeister mit einer sehr jungen und unerfahrenen Mannschaft antrat. Trainer Vincent Kompany (40) überraschte mit einer Startelf, die ausschließlich aus Spielern der U23 und U19 bestand.
Die Entscheidung, auf junge Spieler zu setzen, hatte einen Hintergrund: Viele WM-Teilnehmer des FC Bayern befanden sich noch im Urlaub. Obwohl sechs Profis wie Sven Ulreich (37), Tom Bischof (21), João Palhinha (31), Sacha Boey (25), Arijon Ibrahimović (20) und Armindo Sieb (23) zur Verfügung standen, blieben diese zunächst auf der Bank. Die Startelf hatte ein Durchschnittsalter von 17,6 Jahren, wobei nur fünf Spieler volljährig waren. Der jüngste Akteur war David Podar-Stiube, der erst kürzlich seinen 16. Geburtstag feierte.
Die mangelnde Erfahrung zeigte sich früh im Spiel. Bereits in der 10. Minute kassierte der FC Bayern das 0:1. Ein weiterer Grund für die ungewöhnliche Aufstellung war, dass die zweite Mannschaft des FC Bayern am Freitagabend zuvor ihr Regionalliga-Auftaktspiel gegen den SC Eltersdorf bestritten und mit 0:1 verloren hatte. Viele dieser Spieler wurden daher für das Testspiel gegen Wiesbaden geschont. Eine Ausnahme bildete der 18-jährige Kroate Roko Mijatovic, der nach seinem Regionalliga-Debüt als Kapitän der „Profi-Mannschaft“ auflief.
Zweite Halbzeit bringt mehr Routine
Zu Beginn der zweiten Halbzeit wechselte Vincent Kompany mehrere Profis ein, darunter Ulreich, Bischof, Palhinha, Boey und Ibrahimović. Diese Wechsel führten zu einem erhöhten Druck der Münchner. In der 57. Minute gelang es Rechtsaußen Tim Binder (19) nach einem Dribbling, einen Foulelfmeter zu erzwingen. Tom Bischof (21) verwandelte diesen zum 1:1-Ausgleich.
Trotz der zunehmenden Dominanz konnte der FC Bayern das Spiel nicht drehen. In der 83. Minute unterlief Torhüter Sven Ulreich (37) ein Patzer, als er einen eigentlich haltbaren Abschluss nicht festhalten konnte. Lukas Schleimer (26) von Wiesbaden nutzte diese Gelegenheit, um den Endstand von 2:1 aus Sicht der Bayern herzustellen. Sportdirektor Christoph Freund (49) äußerte sich nach dem Spiel zur Leistung der jungen Mannschaft: „Wir haben natürlich erstmals mit einer extrem jungen Mannschaft gespielt. Viele dieser Jungs, 17 Jahre alt, 18 Jahre alt, haben das erste Mal gegen Männer gespielt. Sie haben es aber gut gemacht, haben sich gut gewehrt.“
Die Reaktionen auf die Startelf waren gemischt. Auf der Facebook-Seite des FC Bayern gab es Kommentare wie „Da kenne ich gar keinen von“ und die Frage, ob sich Wiesbaden „veräppelt vorkommt“. Dennoch lieferten die Jugendspieler des FC Bayern eine ordentliche Leistung ab und lagen zur Halbzeit nur mit 0:1 zurück.
Ausblick auf die weitere Saisonvorbereitung
Nach dem Testspiel in Wiesbaden richtet sich der Fokus des FC Bayern auf die weitere Saisonvorbereitung. Das Team von Vincent Kompany wird vom 27. bis zum 30. Juli ein Trainingslager am Tegernsee abhalten. Pünktlich zu diesem Trainingslager werden zahlreiche WM-Fahrer, darunter die DFB-Stars Joshua Kimmich (31) und Manuel Neuer (41), in die Vorbereitung einsteigen.
Im Anschluss an das Trainingslager steht vom 1. bis zum 8. August eine Asien-Tour auf dem Programm, die den FC Bayern nach Südkorea und Hongkong führen wird. Sportdirektor Christoph Freund betonte, dass es in den kommenden Wochen darum gehen wird, die Nationalspieler in den Trainingsbetrieb zu integrieren. Er fügte hinzu: „Das ist eine Challenge. Jeder kommt aus unterschiedlichen Phasen. Ab Montag kommen viele zurück und machen ihre Leistungstests. Wir hoffen, dass wir zum Supercup gegen Dortmund bereit sind.“
Was Neuzugänge angeht, rechnet der FC Bayern nicht mehr mit vielen weiteren Verpflichtungen. Der Verein hat bereits Ismael Saibari von PSV Eindhoven und Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt für jeweils rund 50 Millionen Euro Ablöse verpflichtet. Freund erklärte: „Wir wollen auch in diesem Jahr nicht zu groß werden. Von den Neuzugängen her wird sich nicht viel tun.“
Source: bild.de