Nach der Niederlage im WM-Halbfinale gegen Spanien hat Frankreichs Trainer Didier Deschamps Kritik am Schiedsrichter Ivan Barton geäußert. Obwohl er die Leistung seiner Mannschaft als Hauptgrund für das Ausscheiden anerkannte, stellte er die Eignung des Schiedsrichters aus El Salvador für ein solches Spiel infrage.
Deschamps, der nach dem Turnier als Nationaltrainer zurücktreten wird, betonte, dass er keine Ausreden suchen wolle und die Schuld primär bei seinem Team liege. Er hob hervor, dass Spanien in Dallas einfach besser gewesen sei und seine Mannschaft Schwächen und Fehler gezeigt habe. Pässe, die zu Chancen führen sollten, seien nicht angekommen, und das Team sei gezwungen gewesen zu verteidigen. Technisch sei Frankreich nicht gut gewesen und habe dem Gegner nicht genügend Probleme bereiten können.
Kritik am Schiedsrichter
Unmittelbar nach dem Abpfiff und erneut auf der Pressekonferenz äußerte Deschamps seine Bedenken bezüglich der Schiedsrichterleistung. Er stellte die Frage, ob der Schiedsrichter das Niveau für ein WM-Halbfinale gehabt habe, vermied es jedoch, die Frage direkt zu beantworten. Er verwies auf fragwürdige Entscheidungen vor der Pause, insbesondere einen Elfmeter für Spanien, der die Franzosen auf die Verliererstraße gebracht habe.
Der Trainer betonte, dass der Schiedsrichter nicht der Grund für die Niederlage gewesen sei, aber es habe Situationen gegeben, die fragwürdig waren. Er sprach von der Erfahrung des Schiedsrichtertrios, das neben Barton aus einem Landsmann und einem Assistenten aus Nicaragua bestand, und deutete an, dass es an der nötigen Erfahrung im Spitzenfußball für ein Duell der Topstars gemangelt haben könnte.
Deschamps‘ Abschied und Nachfolge
Das Spiel um Platz 3 am kommenden Samstag wird Deschamps‘ 187. und letztes Spiel als Trainer der französischen Nationalmannschaft sein. Mit diesem Halbfinale in Dallas absolvierte er sein 26. WM-Spiel und löste damit den früheren Bundestrainer Helmut Schön als Rekordhalter ab. Deschamps war sowohl als Spieler als auch als Trainer an den Titelgewinnen 1998 und 2018 beteiligt.
Als Nachfolger für Deschamps wird nach dem Turnier voraussichtlich Zinedine Zidane gehandelt. Zidane, der am Dienstagabend auf der Tribüne in Arlington saß, hat bereits als Trainer von Real Madrid unter Beweis gestellt, ein Team herausragender Fußballer erfolgreich führen zu können.
Die französische Mannschaft, die mit erfrischendem Angriffsfußball ins Halbfinale gestürmt war, zeigte gegen Spanien eine schwache Leistung. Kylian Mbappé, Michael Olise und Ousmane Dembelé konnten kaum Akzente setzen. Mbappé mühte sich zwar, blieb aber weitgehend isoliert. Deschamps‘ Wechsel, die die Statik des Spiels verändern sollten, verpufften wirkungslos, da das Team nicht in der Lage war, die gewohnten Kombinationen zu spielen.
Die Niederlage gegen Spanien, die Frankreichs Traum vom zweiten WM-Titel zunichtemachte, war für die Franzosen eine große Enttäuschung. Die Mannschaft muss lernen, während einer Partie in einen anderen Modus wechseln zu können, eine Aufgabe, die nun Zinedine Zidane übernehmen könnte.

Die Anhänger verließen die Fanfeste nach der Niederlage fluchtartig, und die französische Presse sprach von einer „roten spanischen Welle“, die die „Les Bleus“ überrollt habe. Das Spiel um Platz 3 am Samstag wird das letzte unter der Leitung von Didier Deschamps sein.
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Source: bild.de