Hummels gesteht persönliche Probleme mit Nagelsmann nach WM-Aus

WM 2026: Hummels gesteht persönliche Probleme mit Nagelsmann nach Rauswurf-Forderung - BILD

Der MagentaTV-Experte Mats Hummels hat nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 persönliche Probleme mit Bundestrainer Julian Nagelsmann eingeräumt. Diese Probleme sollen seine Forderung nach personellen Konsequenzen beeinflusst haben. Hummels äußerte sich vor dem WM-Sechzehntelfinale zwischen Frankreich und Schweden gegenüber Laura Wontorra.

Hummels erklärte, dass er von der Geschichte rund um die Heim-EM 2024 beeinflusst sei. Er empfand, dass in dieser Zeit nicht alles fair und ehrlich abgelaufen sei. Ein privates Gespräch zur Klärung dieser Angelegenheiten habe bisher nicht stattgefunden, was ihn emotional in eine bestimmte Richtung gedrängt habe. Angesichts der aktuellen Faktenlage sei eine Veränderung auf der Trainerposition notwendig, so Hummels.

Hintergrund der Nicht-Nominierung und Konsequenz-Forderung

Zur Erinnerung an die Heim-EM hatte Nagelsmann auf Hummels verzichtet. Als Begründung für die Nicht-Nominierung des damaligen BVB-Verteidigers wurde damals genannt, dass Nagelsmann befürchtete, Hummels könnte in einer möglichen Reservistenrolle für Unruhe innerhalb des DFB-Teams sorgen.

Nach der Niederlage im Sechzehntelfinale gegen Paraguay forderte Hummels personelle Konsequenzen. Er betonte, dass dies nicht nur die Spielerseite betreffe. Der ehemalige Innenverteidiger sagte, es schreie nach Konsequenzen auf der verantwortlichen Seite. Er forderte Gespräche darüber, sowohl vom Bundestrainer selbst als auch vom Verband.

Hummels stellte klar, dass er seine Forderungen bewusst so formuliert habe, dass er keine Namen nannte. Er habe lediglich die Position des Bundestrainers hinterfragt. Er zog Vergleiche zu Jogi Löw, der nach einem schlechten Turnier im Jahr 2018 mit Forderungen nach Konsequenzen konfrontiert wurde. Hummels fragte, was in Nagelsmanns Amtszeit gut und was weniger gut gelaufen sei, und betonte, dass es schwer vorstellbar sei, dass es so weitergehen könne.

Die Entwicklung nach der Heim-EM

Die anfängliche Aufbruchstimmung nach der Heim-EM wich im Laufe der Zeit einer Ernüchterung. Nach dem Nations-League-Final-Four im eigenen Land, ein Jahr nach der Europameisterschaft, verlor Deutschland das Halbfinale gegen Portugal und das Spiel um Platz drei gegen Frankreich. Nagelsmann kommentierte damals, dass Deutschland „ein paar Prozent“ zur Weltspitze fehlten.

Einige Monate später, nach einer Niederlage in der WM-Qualifikation gegen die Slowakei, kritisierte Nagelsmann die mangelnde Emotionalität seiner Mannschaft. Er bemerkte, dass die Slowakei in dieser Hinsicht „meilenweit überlegen“ gewesen sei. Nagelsmann stellte fest, dass die bei der EM vorhandene Emotionalität leider wieder abgenommen habe.

Die WM-Qualifikation wurde trotz eines 6:0-Sieges im Rückspiel gegen die Slowakei und fünf Siegen aus sechs Spielen nicht als souverän wahrgenommen. Die Probleme auf dem Platz wurden sichtbar. Ein 7:1 gegen Curaçao erwies sich als trügerischer Auftakt, da es die defensiven Schwächen kaschierte. Nach dem Spiel gegen Ecuador sprach Nagelsmann von der Notwendigkeit, in der zweiten Halbzeit die Struktur zu suchen.

Nach dem Ausscheiden gegen Paraguay kritisierte Nagelsmann den „zu langsamen“ Spielaufbau und fehlende Präsenz. Kapitän Joshua Kimmich stellte fest, dass die Mannschaft in den vier Spielen gegen keinen Top-Gegner gespielt und dreimal Probleme gegen keine Weltklasse-Teams gehabt habe. Die Statistiken zeigten gegen Paraguay zwar viel Ballbesitz und Abschlüsse, aber wenig Torgefahr.

Diskussionen um Nagelsmanns Entscheidungen

Die Probleme auf dem Feld führten zu Diskussionen über Nagelsmanns Entscheidungen. Es wurde der Eindruck erweckt, dass er auf der Suche nach Lösungen zunehmend von seinen ursprünglichen Prinzipien abwich. Dies zeigte sich beispielsweise bei Leroy Sané. Nach dessen Wechsel zu Galatasaray äußerte Nagelsmann, dass die türkische Liga schwächer sei und Sané sich daher stärker aufdrängen müsse. Trotzdem wurde Sané für das Turnier nominiert und stand in allen vier Spielen in der Startelf, ohne zu überzeugen.

Auch die Torwartfrage sorgte für Unruhe. Ende März erklärte Nagelsmann Oliver Baumann zur Nummer eins. Kurz vor der WM kehrte jedoch ein anderer Torwart zurück. Nach dem Ausscheiden stellte sich Nagelsmann demonstrativ vor seinen Torwart und betonte, Deutschland sei nicht wegen ihm ausgeschieden. Die Frage, warum eine geklärte Personalie kurz vor einem großen Turnier erneut aufgemacht wurde, blieb bestehen.

Ein weiterer Fall war Deniz Undav. Nach dessen Doppelpack als Joker gegen die Elfenbeinküste betonte Nagelsmann dessen Wert in dieser Rolle. Vor dem Spiel gegen Paraguay änderte sich dieser Plan jedoch, und Undav rückte in die Startelf. Diese einzelnen Entscheidungen erklären das WM-Aus nicht allein, zeigen aber, dass Nagelsmann im Laufe der Monate immer häufiger nach neuen Antworten suchte und sich dabei von den Prinzipien entfernte, mit denen er die Nationalmannschaft bei der Heim-EM aufgebaut hatte.

Unmittelbar nach dem Ausscheiden erklärte Nagelsmann, dass er weitermachen möchte und bis zur Europameisterschaft 2028 bereitstehe, wenn der DFB weiterhin auf ihn setze. Rudi Völler stärkte ihm daraufhin den Rücken. Die Debatte über Nagelsmann begann nicht erst mit dem Ausscheiden, sondern bereits in den Monaten nach der Heim-EM.

Verteidigung der Schiedsrichterentscheidung

FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina verteidigte die Entscheidung, das Tor von Jonathan Tah im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay nicht anzuerkennen. Die Szene, die für Diskussionen sorgte, ereignete sich in der Verlängerung des K.-o.-Spiels, das Deutschland verlor. Collina erklärte, dass Trainer und Spieler über solche Situationen informiert worden seien und es daher keine Überraschung sein sollte, wenn Schiedsrichter solche Vergehen ahnden.

Tah hatte Deutschland nach einer Ecke scheinbar in Führung gebracht. Der Videoschiedsrichter griff jedoch ein, da Waldemar Anton Paraguays Torwart Orlando Gill gestoßen hatte. Nach Überprüfung der Szene entschied der Schiedsrichter Jalal Jayed auf Foulspiel. Collina nannte Anton nicht namentlich, beendete seinen Beitrag jedoch mit einem Foto der strittigen Szene, auf dem der Körperkontakt des DFB-Verteidigers mit Gill grafisch hervorgehoben wurde.

Collina erklärte, dass Schiedsrichtern empfohlen werde, besonderes Augenmerk auf Situationen zu legen, in denen angreifende Spieler versuchen, verteidigende Spieler an ihrer Bewegung zu hindern. Er betonte, dass, wenn ein angreifender Spieler kein Interesse am Ball hat und sich bewusst bewegt, um die Laufbewegung eines Gegenspielers zu behindern, die Schiedsrichter und der VAR eingreifen sollten. Dies gelte insbesondere, wenn diese Taktik darauf abzielt, den gegnerischen Torhüter daran zu hindern, das Tor wirksam zu verteidigen. Die Entscheidung wurde in Deutschland kritisiert, während der frühere englische Schiedsrichter Mark Clattenburg sie als klares Foul ansah.

Die Debatte über Julian Nagelsmann begann in den Monaten nach der Heim-EM.

Read Also

Source: bild.de

Hummels gesteht persönliche Probleme mit Nagelsmann nach WM Aus image 1

Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.