Italienischer Verband sucht neuen Nationaltrainer
Der italienische Fußballverband bemüht sich Berichten zufolge intensiv um Pep Guardiola als neuen Trainer der Nationalmannschaft. Laut Sky Italia wurde der Trainer von Paolo Maldini, dem Technischen Direktor des italienischen Verbands, in Barcelona besucht. Gemeinsam mit Leonardo, einem Berater des Verbands, sollen fast drei Tage lang Verhandlungen über eine mögliche Zusammenarbeit stattgefunden haben.
Derzeit gibt es jedoch noch keine Tendenz, ob der 55-Jährige den Posten nur wenige Wochen nach dem Ende seiner Tätigkeit bei Manchester City übernehmen möchte. Guardiolas Vertrag bei Manchester City lief Ende Juni aus, und er ist seit Juli offiziell ohne Beschäftigung. Er hatte seinen Vertrag nach zehn Jahren bei dem Verein nicht verlängert.
Die Suche nach einem neuen Nationaltrainer erfolgt, nachdem sich Italien zum dritten Mal in Folge nicht für die WM 2026 qualifizieren konnte. Nach diesem Misserfolg mussten der damalige Auswahltrainer Gennaro Gattuso, Teambetreuer Gianluigi Buffon und Verbandschef Gabriele Gravina ihre Ämter niederlegen. Der neue Präsident der Federazione Italiana Giuoco Calcio, Giovanni Malagò, überzeugte daraufhin Paolo Maldini, die Rolle des Technischen Direktors zu übernehmen, mit der Hauptaufgabe, einen neuen Auswahltrainer zu finden.
Guardiola als potenzieller ausländischer Trainer
Pep Guardiola wäre der erste ausländische Trainer in der Geschichte des vierfachen Weltmeisters Italien seit Lajos Czeizler, der das Team von November 1953 bis Juni 1954 trainierte. Czeizler trat nach dem Ausscheiden in der Gruppenphase der WM in der Schweiz zurück. Guardiola hat bisher noch keine Nationalmannschaft trainiert, obwohl er in der Vergangenheit mehrfach als Trainer der brasilianischen Seleção im Gespräch war, bevor Carlo Ancelotti dort engagiert wurde.
Der Katalane gilt als einer der profiliertesten und erfolgreichsten Vereinstrainer der Gegenwart. Er gewann mit dem FC Barcelona in den Jahren 2009 und 2011 sowie mit Manchester City im Jahr 2023 insgesamt dreimal die Champions League. Darüber hinaus führte er diese beiden Vereine sowie den FC Bayern zu insgesamt zwölf nationalen Meistertiteln. Beim FC Bayern holte er von 2013 bis 2016 drei Meistertitel in Serie.

Vor seiner Zeit bei Manchester City prägte Pep Guardiola auch eine Ära beim FC Barcelona und dem FC Bayern. Seine Erfolge auf Vereinsebene machen ihn zu einem begehrten Kandidaten für jede Mannschaft. Die Tatsache, dass er noch nie eine Nationalmannschaft trainiert hat, könnte für den italienischen Verband eine neue Richtung bedeuten.
Kandidatenkreis für die Trainerposition
Zuletzt galten Roberto Mancini und Andrea Pirlo als Favoriten für den Trainerposten. Mancini war bereits von 2018 bis 2023 Trainer der Squadra Azzurra und führte sie im Jahr 2021 zum Europameistertitel. Pirlo war beim letzten WM-Triumph Italiens im Jahr 2006 in Deutschland noch selbst als Spieler auf dem Feld und spielte eine Schlüsselrolle als Spielmacher.
Als Trainer hatte Andrea Pirlo jedoch bei Juventus Turin und Sampdoria Genua weniger Erfolg. Verbandschef Giovanni Malagò äußerte sich nicht direkt zu Guardiola, deutete aber an, dass seine Liste für den künftigen Trainer nicht nur die Namen Pirlo und Mancini umfassen könnte. Roberto Mancini gehört ebenfalls zum Kandidatenkreis für die Nachfolge von Interimstrainer Silvio Baldini.
Die Entscheidung über den neuen Nationaltrainer ist von großer Bedeutung für den italienischen Fußball, insbesondere nach dem wiederholten Verpassen der Weltmeisterschaft. Die letzte Teilnahme Italiens an einer WM-Endrunde im Jahr 2014 endete bereits in der Gruppenphase. Der Verband sucht nun nach einer Lösung, um die Squadra Azzurra wieder zu alter Stärke zu führen.
Die Verhandlungen mit Pep Guardiola in Barcelona zeigen das Bestreben des italienischen Verbands, einen hochkarätigen Trainer zu verpflichten, der das Team wieder an die Spitze bringen könnte. Es bleibt abzuwarten, ob Guardiola die Herausforderung annimmt, eine Nationalmannschaft zu trainieren, nachdem er zehn Jahre bei Manchester City verbracht hat.
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Source: bild.de