Die Diskussionen um eine mögliche Doppelrolle von Jürgen Klopp als Bundestrainer und Markenbotschafter für Red Bull scheinen sich zu klären. Medienberichten zufolge war eine solche Konstellation, bei der der 59-Jährige gleichzeitig als Trainer der Nationalmannschaft und als Werbeträger für den Getränkekonzern fungiert hätte, während der laufenden Gespräche zwischen den Parteien nie eine Option. Dies wurde von Sky nach Informationen aus den Verhandlungen gemeldet.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte eine Lösung präferiert, die eine millionenschwere Ablöse für die Auflösung von Klopps Vertrag als Fußballchef des Red-Bull-Imperiums, der bis 2029 läuft, hätte einsparen können. Eine Rolle als Markenbotschafter für Red Bull sei jedoch nicht Teil der Überlegungen gewesen. Stattdessen wünscht sich Red Bull lediglich, hin und wieder auf Klopps Expertise zurückgreifen zu können.
Laut dem Kicker ist es denkbar, dass Klopp seine Expertise gelegentlich der Sportwelt des Konzerns zur Verfügung stellt, insbesondere in Bereichen, die er in den anderthalb Jahren seiner Tätigkeit maßgeblich vorangetrieben hat. Dies könnte abseits des nicht immer zeitaufwendigen Bundestrainer-Lebens geschehen.
Die Kritik an einer möglichen Doppelrolle, bei der der Bundestrainer zugleich Werbeträger für Red Bull wäre, war in den vergangenen Tagen vielstimmig. Diese Bedenken kamen unter anderem von Fanvertretern und auch aus den DFB-Landesverbänden. Die nun gefundene Lösung scheint diesen Bedenken Rechnung zu tragen.
Klopp als Bundestrainer: Eine logische Wahl?
Carsten Cramer, Geschäftsführer des BVB, hat sich derweil stark für den früheren Dortmunder Erfolgscoach Jürgen Klopp als Bundestrainer ausgesprochen. In einem Interview mit dem Kicker fragte Cramer: „Nennen Sie mir ein Argument, das gegen ihn spricht.“ Er betonte, dass Klopp viel von dem verkörpere, was dem Fußball und dem Land fehle, und dass mit ihm ein positiver Ruck entstehen könnte, der über den Sport hinausgeht.
Cramer sieht Klopp nicht nur als fantastischen Fußballtrainer, sondern auch als einen begeisterungsfähigen Menschen, der Zuversicht und Kompetenz vereint. In Dortmund genieße Klopp ohnehin höchste Wertschätzung. „Das wäre die logische, schlüssige und extrem nachvollziehbare Wahl“, ergänzte Cramer.
Der BVB-Geschäftsführer, der 57 Jahre alt ist, sieht in der Personalie Klopp keinen besonderen Vorteil für seinen Verein. Er betonte, dass Klopp immer ein Teil der BVB-Familie sein werde, aber letztendlich die besten Spieler für Deutschland spielen sollten. „Je mehr vom BVB, desto besser. Aber das hat nichts mit dem Trainer zu tun.“
Zukünftige Entscheidungen und Red Bulls Engagement
Eine Lösung bezüglich der Bundestrainer-Position soll in der anstehenden Woche gefunden werden. Der Kicker berichtet, dass sich die DFB-Spitze bereits am Dienstag mit Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff treffen wird. Im Rahmen des WM-Finales in den USA soll dann Ende der Woche ein weiteres Treffen zwischen Mintzlaff und Klopp stattfinden.
Klopp hatte Anfang 2025 die Position des „Global Head of Soccer“ in der Fußballsparte des Brausekonzerns übernommen. Oliver Mintzlaff hatte damals die Verpflichtung als „herausragende und sicherlich stärkste Verpflichtung in der Fußball-Historie von Red Bull“ bezeichnet. Er sah Klopp in dieser Rolle als „Gamechanger“ für die Engagements des Konzerns im internationalen Fußball und deren stetige Weiterentwicklung.
Cramer sprach auch über die Rolle seines Vorgängers Hans-Joachim Watzke, der Ende 2025 als Geschäftsführer abgetreten war, aber in seiner neuen Rolle als Präsident weiterhin präsent ist. Er erklärte, dass man weiterhin von den Erfahrungen und Stärken Watzkes profitiere und es unklug wäre, ihn außen vor zu lassen, nur um sich persönlich zu profilieren. Dies sei nicht der Ansatz des BVB, auch wenn es im deutschen Fußball an anderer Stelle anders gehandhabt werde.
Mit Blick auf die internationale Konkurrenz möchte Cramer das Profil des BVB schärfen. Er betonte, dass der Verein nicht immer nur junge Spieler entwickeln wolle, um sie schnell zu verkaufen, sondern sie auch länger halten möchte. Der internationale Wettbewerb werde jedes Jahr brutaler, so Cramer, und man müsse sich fragen, ob man der Herausforderer im europäischen Fußball- und Business-Establishment bleiben oder sich von Klubs wie Newcastle, Aston Villa, Inter Mailand, Atletico Madrid oder sogar Leipzig überholen lassen wolle. Cramer hat den Ehrgeiz, weiter anzugreifen und um jeden Platz zu kämpfen, um als angriffslustiger, ambitionierter und außergewöhnlicher Außenseiter im europäischen Fußball zu bestehen.
Die Entscheidung über Klopps Zukunft als Bundestrainer wird voraussichtlich im Rahmen des WM-Finales in den USA Ende der Woche fallen.

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Source: sport1.de