Nosková sichert sich Wimbledon-Titel
Die tschechische Tennisspielerin Linda Nosková hat das Finale von Wimbledon gewonnen und damit ihren ersten Grand-Slam-Titel gefeiert. In einem rein tschechischen Endspiel setzte sich die 21-Jährige am Samstag auf dem Centre Court gegen ihre Landsfrau Karolína Muchová durch. Das Match endete mit einem Ergebnis von 6:2, 5:7, 6:3.
Nosková setzte damit die Erfolgsserie tschechischer Spielerinnen im All England Club fort. Sie ist die dritte Spielerin ihres Landes seit 2023, die das bedeutendste Tennisturnier des Jahres gewinnen konnte. Für ihren Triumph erhält Nosková ein Preisgeld von 3,6 Millionen englischen Pfund.
Die Prinzessin Kate verfolgte das Finale von der Royal Box auf dem Centre Court aus. Seit 2016 ist sie Schirmherrin des All England Lawn Tennis and Croquet Clubs und überreichte der strahlenden Siegerin die Trophäe.
Ein Finale voller Dramatik
Das Endspiel war von einer bemerkenswerten Dramatik geprägt, die das reine Ergebnis nicht vollständig widerspiegelt. Nosková startete dominant und gewann den ersten Satz schnell mit 6:2. Sie hatte seit dem Achtelfinale keinen einzigen Satz mehr abgegeben und schien auf dem Weg zu einem klaren Sieg zu sein.
Im zweiten Satz führte Nosková bereits mit 5:2 und erspielte sich mehrere Matchbälle beim Aufschlag von Muchová. Doch in dieser Phase zeigte Nosková Nerven. Sie konnte ihre Matchbälle nicht nutzen, verlor fünf Spiele in Folge und gab den zweiten Satz mit 5:7 ab. Muchová kämpfte sich zurück ins Match, glich zum 5:5 aus und wehrte dabei erneut einen Matchball ab. Die Partie entwickelte sich zu einem echten Thriller, nachdem Nosková, die zuvor 70 Minuten lang alles im Griff hatte, plötzlich wankte.
Die Situation erinnerte an Jana Novotna, die 1993 im Finale gegen Steffi Graf eine Führung im dritten Satz verspielte. Doch Nosková fand im entscheidenden dritten Satz wieder zu ihrer Form zurück. Sie ging schnell mit 3:0 in Führung und hielt diesmal das Break.
Nach einer Spielzeit von 2 Stunden und 27 Minuten sicherte sich Nosková den Sieg im dritten Satz mit 6:3. Mit ihrem sechsten Matchball holte sie sich schließlich den Titel. Ihr bisher bestes Ergebnis bei einem Grand-Slam-Turnier war das Viertelfinale der Australian Open 2024. Muchová stand 2023 im Finale der French Open gegen Iga Świątek.
Weitere Ereignisse in Wimbledon
Neben dem Damenfinale gab es auch weitere spannende Matches in Wimbledon. Im Herren-Doppel sicherten sich Harri Heliövaara und Henry Patten zum zweiten Mal nach 2024 den Titel. Das finnisch-britische Doppel setzte sich auf dem Centre Court mit 7:6 (7:4), 7:6 (7:3) gegen Marcelo Arévalo und Mate Pavic durch.
Im Mixed-Doppel gewannen Jelena Ostapenko und Marcelo Arévalo ihren ersten Wimbledon-Titel. Sie besiegten Storm Hunter und Marc Polmans im Endspiel mit 4:6, 7:5, 6:2. Arévalo hatte zudem die Möglichkeit, ein „Doppel-Double“ zu erreichen, da er auch im Herren-Doppel-Finale stand.
Im Herren-Einzel steht Alexander Zverev zum ersten Mal im Finale von Wimbledon. Er trifft dort auf den italienischen Weltranglistenersten Jannik Sinner. Zverev besiegte im Halbfinale Arthur Fery mit 7:6 (7:0), 6:2, 6:4. Sinner setzte sich im zweiten Halbfinale gegen Novak Djokovic mit 6:4, 6:4, 6:4 durch. Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich zum Finale am Sonntag angekündigt.
Die tschechische Tennisnation hat in der langen Geschichte des Turniers an der Church Road eine besondere Erfolgsgeschichte geschrieben, wobei Noskovás Sieg diesen Trend fortsetzt.

Das Finale der Damen zwischen Nosková und Muchová war das erste rein tschechische Finale in der Geschichte des Turniers.
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Source: bild.de