Heimreise nach dem WM-Aus
Nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der WM 2026 gegen Paraguay hat Bundestrainer Julian Nagelsmann die Heimreise aus den USA angetreten. Weniger als 24 Stunden nach dem Spiel bestieg Nagelsmann am Dienstagabend um 18.40 Uhr zusammen mit seiner Frau Lena, seiner Mutter Burgi und Co-Trainer Benjamin Glück eine Lufthansa-Maschine in Charlotte, um nach München zurückzukehren. Er wurde in schwarzer Kleidung, mit Sonnenbrille und pinkfarbenen Adidas-Schuhen am Flughafen gesichtet und wirkte beim Sicherheitscheck entspannt.
Auf demselben Flug befanden sich auch die Spieler Jamal Musiala und Aleksandar Pavlovic. Andere Spieler hatten das Camp in Winston-Salem bereits am Vormittag verlassen. Manuel Neuer soll laut Informationen erst am Abend abreisen, mit Washington als Ziel für ihn und seine Familie.
Kritik und offene Trainerfrage
Das vorzeitige WM-Aus hat eine Debatte über die Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer ausgelöst. Trotz eines Vertrages bis 2028 ist seine Position ungewiss, und eine Klärung wird in den kommenden Tagen erwartet. DFB-Boss Bernd Neuendorf äußerte sich nach der Niederlage und betonte, dass das Abschneiden bei der WM nicht den Ansprüchen des Verbandes genüge. Er kündigte an, dass man nach diesem Rückschlag nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne.
Der frühere Weltmeister Mats Hummels forderte öffentlich eine Veränderung auf der Trainerposition. Er kritisierte Nagelsmanns Auftreten und seine Kommunikation, die er als „schmallippig“ und „patschig“ empfand. Hummels, der sich selbst als befangen in seiner Bewertung bezeichnete, da er von der Nichtberücksichtigung für die Heim-EM 2024 betroffen war, forderte eine umfassende Analyse der knapp vierjährigen Amtszeit Nagelsmanns.

Auch Thomas Hitzlsperger äußerte sich kritisch und bemängelte, dass es Nagelsmann an Souveränität fehle, insbesondere in Bezug auf wiederholte verbale Patzer. Trotz der Kritik betonte Nagelsmann nach der Niederlage, nicht zurücktreten zu wollen. Er erklärte, dass er bereitstehe, falls der DFB dies wünsche. Sportschau-Reporter Alexander Schlüter berichtete von einer großen Anspannung beim Bundestrainer und einem Mangel an Emotionen bei den Spielern nach dem Ausscheiden, mit Ausnahme von Joshua Kimmich.
Finanzielle Auswirkungen und Spielerstimmen
Das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft hat auch erhebliche finanzielle Konsequenzen für den DFB. Durch das Verpassen des Achtelfinales entgehen dem Verband mehrere Millionen US-Dollar an Prämien von der FIFA. Für das Erreichen der ersten K.-o.-Runde erhält der DFB 11 Millionen US-Dollar. Ein Weiterkommen ins Achtelfinale hätte zusätzliche 4 Millionen Dollar eingebracht, und weitere 4 Millionen wären für das Viertelfinale hinzugekommen. Der künftige Weltmeister erhält eine Prämie von 50 Millionen US-Dollar, während der unterlegene Finalist 33 Millionen erhält.
DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hatte bereits vor Turnierbeginn darauf hingewiesen, dass es für europäische Nationen ohne Halbfinaleinzug schwierig sei, wirtschaftlich schwarze Zahlen zu schreiben. Bereits bei den Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Katar hatte der deutsche Verband finanzielle Einbußen erlitten. Insgesamt werden bei der WM 2026 871 Millionen US-Dollar an die 48 Teams ausgeschüttet, wobei jeder Teilnehmer mit einem Startgeld von 10 Millionen US-Dollar und 2,5 Millionen Dollar für Vorbereitungskosten rechnen konnte.
Die Enttäuschung bei den Spielern ist groß. Deniz Undav drückte seine Gefühle auf Instagram aus: „Wir haben Deutschland enttäuscht. Das sitzt. Mehr gibt es gerade nicht zu sagen.“ Auch Nick Woltemade, dessen erste WM damit endete, äußerte sich auf Instagram: „Ehrlich… dass meine erste WM so zu Ende geht, trifft mich hart.“ Woltemade, der im Sechzehntelfinale in der 88. Minute eingewechselt wurde, bedankte sich bei den Fans für ihre aufbauenden Worte.

Ehemalige DFB-Stars wie Bastian Schweinsteiger und Jürgen Klinsmann kritisierten die Leistung des Teams scharf. Schweinsteiger monierte das „fehlende fußballerische Element, mangelnde Kreativität und unsauberes Passspiel“. Klinsmann bezeichnete das Ausscheiden als „niederschmetternd, eine Peinlichkeit“ und forderte Konsequenzen. Auch Dietmar Hamann kritisierte die Auftritte als enttäuschend und sah den Trainer in der Verantwortung, die Spieler zusammenzubringen. Die Zukunft von Julian Nagelsmann soll in den nächsten Tagen geklärt werden.
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Source: bild.de