Nagelsmanns Rücktritt und die Suche nach einem Nachfolger
Nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft hat Julian Nagelsmann seinen Rücktritt als Bundestrainer erklärt. Diese Entscheidung folgt auf eine etwa dreistündige Aussprache in Frankfurt am Main, an der DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Bundesliga-Präsident Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Rudi Völler und DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig teilnahmen. Die Fußball-Chefs sollen Nagelsmann nahegelegt haben, einen freiwilligen Rückzug von seinem Amt in Betracht zu ziehen, der nun vollzogen wurde.
In einer Erklärung drückte Nagelsmann seinen Dank an das Trainerteam und den Verband aus. Er betonte, dass die Entscheidung ihm nicht leichtgefallen sei und sein oberstes Ziel stets der Erfolg der Mannschaft gewesen sei. Nach der Enttäuschung bei der Weltmeisterschaft verdiene die Mannschaft eine Chance auf einen unbelasteten Neuanfang. Er entschuldigte sich bei den Fans, dass sie keine weiteren Fußballnächte bei dieser WM erleben konnten.
Als potenzieller Nachfolger wird Jürgen Klopp gehandelt, mit dem der DFB nun Verhandlungen aufnehmen möchte. Klopp hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, das Amt des Bundestrainers zu übernehmen.
Komplikationen bei Klopps Verpflichtung
Die Verpflichtung von Jürgen Klopp könnte sich jedoch als komplex erweisen. Klopp steht derzeit bei Red Bull als „Head of Global Soccer“ unter Vertrag, ein Engagement, das bis 2029 gültig ist. Nach vorliegenden Informationen enthält sein Arbeitsvertrag keine schriftlich fixierte Ausstiegsklausel.
Dies bedeutet, dass Red Bull im Falle eines Wechsels von Klopp eine Ablösesumme verlangen würde. Es wird erwartet, dass diese Ablöse im einstelligen Millionenbereich liegen könnte. Eine solche Ablösezahlung für einen Bundestrainer wäre ein Novum für den DFB, der bisher noch nie eine Ablösesumme für diese Position gezahlt hat.
Red Bull schätzt die Arbeit von Klopp und seinen Fokus auf die Jugendarbeit sehr. Er ist beratend für insgesamt sieben Red-Bull-Klubs tätig, deren Mannschaften in Japan, den USA und Brasilien jeweils den jüngsten Kader der Liga aufweisen. Im Falle eines Abgangs von Klopp müsste der Weltkonzern einen Ersatz finden.

Finanzielle Aspekte und weitere Personalentscheidungen
Der mächtige Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff, der als harter Verhandler bekannt ist, könnte eine zentrale Rolle in den Verhandlungen spielen. Mintzlaff hatte bereits 2021 eine Rekordablöse von 25 Millionen Euro für Julian Nagelsmann beim Wechsel von RB Leipzig zum FC Bayern erzielt. Es wird spekuliert, dass Red Bull dem deutschen Fußball nun helfen könnte.
Finanziell könnte der DFB im kommenden Jahr auf frische Mittel zurückgreifen. Der neue Ausrüster Nike wird bis 2034 jährlich rund 100 Millionen Euro an den Verband zahlen. Diese Einnahmen könnten die Möglichkeit schaffen, eine Ablösesumme für Klopp zu stemmen.
Neben Julian Nagelsmann werden auch seine beiden Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner den DFB verlassen. Auch Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig hat erklärt, seinen zum Jahresende 2026 auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht zu verlängern. Diese Information hatte er dem DFB-Präsidenten bereits vor Beginn der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft mitgeteilt.
Die Krisensitzung beim DFB dauerte etwa drei Stunden, in der Nagelsmann Rede und Antwort zum WM-Aus stehen musste.

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Source: welt.de