Die norwegische Nationalmannschaft hat vor dem entscheidenden Gruppenspiel der WM 2026 gegen Frankreich eine nahezu komplett veränderte Startelf bekannt gegeben. Trainer Ståle Solbakken entschied sich für eine weitreichende Rotation, bei der neun Positionen im Vergleich zu den vorherigen Spielen neu besetzt wurden. Diese Entscheidung bedeutet, dass Schlüsselspieler wie Erling Haaland von Manchester City und Martin Ødegaard vom FC Arsenal zunächst auf der Bank Platz nehmen.
Lediglich Fredrik Aursnes und Sander Berge behielten ihre Plätze in der Startformation, die zuvor Siege gegen den Senegal und den Irak erzielt hatte. Solbakken hatte bereits zu Beginn der Woche in Greensboro angekündigt, dass es Änderungen geben würde, um die Mannschaft zu schonen, doch das Ausmaß der Rotation kam überraschend.
Norwegische Rotation und französische Stärke
Die Entscheidung des norwegischen Trainers, fast die gesamte Mannschaft auszutauschen, wurde von Experten kritisch beäugt. Der NRK-Fußballexperte Kristoffer Løkberg äußerte Bedenken: „Es ist absolut richtig von Solbakken, so viele Änderungen vorzunehmen. Gleichzeitig ist es jedoch eine enorme Herausforderung für eine Mannschaft, die noch nie zusammengespielt hat, ausgerechnet gegen Frankreich bei der WM anzutreten.“ Er fügte hinzu, dass dies „unschön werden“ könnte.
Auf der anderen Seite trat Frankreich, einer der formstärksten Teilnehmer der WM, nahezu in Bestbesetzung an. Die französische Offensive, bestehend aus Kylian Mbappé, Michael Olise und Ousmane Dembélé, gilt als eine der besten im Turnier. Mbappé hatte vor dem Spiel bereits vier Tore erzielt, Olise vier Assists und Dembélé ein Tor sowie eine Vorlage. Der französische Nationaltrainer Didier Deschamps war aufgrund eines familiären Trauerfalls nicht anwesend.
Dembélés herausragende Leistung
Das Spiel entwickelte sich schnell zu einer Machtdemonstration von Ousmane Dembélé. Der Ballon d’Or-Gewinner benötigte nur etwas mehr als eine halbe Stunde, um einen Hattrick zu erzielen. Sein erster Treffer fiel bereits in der siebten Minute, als er nach Vorlage von Kylian Mbappé über den rechten Flügel in den Strafraum eindrang und den Ball mit dem rechten Fuß ins lange Eck schoss. Drei norwegische Gegenspieler konnten ihn dabei nicht aufhalten.
In der 20. Minute folgte Dembélés zweiter Treffer, erneut nach einer Vorlage von Mbappé. Diesmal versenkte er den Ball aus etwa 18 Metern mit seinem linken Fuß im langen Eck. Sein dritter Treffer, der den Hattrick komplettierte, erfolgte aus einer ähnlichen Position wie der erste, wobei er den Ball diesmal auf links legte und erneut ins lange Eck traf. Die norwegischen Verteidiger, die mit einer B-Elf angetreten waren, zeigten sich angesichts Dembélés Leistung verzweifelt.
Die internationale Presse reagierte begeistert auf Dembélés Leistung. Die französische Zeitung L’Equipe schrieb: „Nicht zufrieden? Ein Hattrick!“ LeParisien jubelte über die „Bleus“, die dank des Hattricks des „Ballon d’Or“-Gewinners in Führung lagen. Auch außerhalb Frankreichs sorgte die Vorstellung für Aufsehen; die Daily Mail titelte: „Ousmane Dembélé erzielt in der ersten Halbzeit einen atemberaubenden HATTRICK“, und die spanische Marca schrieb: „Dembélé verschlingt Norwegen.“
Fußballexperten lobten Dembélés Fähigkeiten. Per Mertesacker kommentierte im ZDF: „Der Platz war teilweise schon sehr, sehr groß. Er kann es mit rechts und links. Der Verteidiger weiß gar nicht, wie er ihn verteidigen soll.“ Sein Kollege Christoph Kramer hob hervor: „Das Bewegungsmuster von Dembélé: Er ist der beidfüßigste Spieler der Welt.“
Dembélés Hattrick reihte sich in die Geschichte der WM-Dreierpacks ein. Der schnellste Hattrick der WM-Geschichte wurde 1954 von Erich Probst für Österreich gegen die damalige Tschechoslowakei in 24 Minuten erzielt. Dembélé ist nun die Nummer zwei in dieser Rangliste. Er ist zudem einer der französischen Spieler, die einen oder mehrere Hattricks bei einer WM erzielt haben, wie der legendäre Just Fontaine, der 1958 im Gruppenspiel gegen Paraguay dreimal und im Spiel um Platz drei gegen Deutschland sogar viermal traf.
Zur Halbzeit führte Frankreich mit 3:1, wobei Thelo Aasgaard in der 21. Minute den einzigen Treffer für Norwegen erzielte. Frankreich benötigte lediglich ein Remis, um als Gruppensieger in die nächste Runde einzuziehen.
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Source: bild.de