Paraguays Weg zur Weltmeisterschaft
Paraguay, bekannt als „Albirroja“, hat sich nach einer 16-jährigen Abwesenheit wieder für eine Weltmeisterschaft qualifiziert. Diese Wende kam unter der Führung von Trainer Gustavo Alfaro, der das Team im August 2024 übernahm. Zuvor war Paraguay bei der Copa América punktlos ausgeschieden, was seit 99 Jahren nicht mehr vorgekommen war. Alfaro führte das Team in der Qualifikation zu 24 von 36 möglichen Punkten und verlor dabei nur ein Pflichtspiel, ein 0:1 gegen Brasilien.
Die Qualifikation war geprägt von zähen Spielen unter schwierigen Bedingungen. Paraguay erreichte beispielsweise ein Remis in Bolivien auf 4.100 Metern Höhe und punktete in Ecuador auf 2.800 Metern. Auch in der Hitze von Barranquilla gegen Kolumbien konnte das Team bestehen. Die endgültige Qualifikation wurde durch ein 0:0 im Heimspiel gegen Ecuador gesichert. Nur die Ecuadorianer kassierten in der südamerikanischen Gruppe weniger Gegentore, was die defensive Ausrichtung Paraguays unterstreicht.
Defensive Taktik und Schlüsselspieler
Paraguays Spielweise zeichnet sich durch eine disziplinierte Verteidigung aus, die tief steht und sich selten aus der Formation locken lässt. Diese Strategie führte in der südamerikanischen Qualifikation zu Heimsiegen gegen die Weltmeister Argentinien und Brasilien, wobei Paraguay jeweils nur 23 bzw. 29 Prozent Ballbesitz hatte. Bei der aktuellen Weltmeisterschaft setzte sich diese Taktik fort, mit einem 1:0-Sieg gegen die Türkei und einem 0:0 gegen Australien.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Abwehr ist Kapitän Gustavo Gómez von Palmeiras. Der 33-Jährige, der als einer der besten Verteidiger Südamerikas gilt, führt die Abwehrreihe mit seiner Kopfballstärke, Zweikampfhärte und Präsenz an. Er spielte eine entscheidende Rolle dabei, die Null gegen die Türkei und Australien zu halten. Ein weiterer wichtiger Verteidiger ist Omar Alderete vom Sunderland, der in der Qualifikation fast jede Minute spielte und sogar das Siegtor beim 2:1 gegen Argentinien erzielte. Seine Stärke liegt in der Kunst des Verteidigens.

Im Mittelfeld ist Matías Galarza von Atlanta United eine wichtige Figur. Der 24-Jährige, der aus einer Torwart-Familie stammt, zeichnet sich durch Laufbereitschaft und einen starken linken Fuß aus. Er erzielte das entscheidende Tor gegen die Türkei. Der teuerste Spieler im Kader ist Julio Enciso vom RC Straßburg. Der 22-Jährige ist der einzige echte Kreativspieler im Team und bringt Dribbling, Übersicht und Vorlagen mit, auch wenn er bei diesem Turnier noch nicht vollends zündete. Sein Tor gegen Manchester City wurde 2023 zum Treffer der Saison gewählt.

Miguel Almirón von Atlanta United, auch bekannt als „Miggy“, ist ein weiterer Schlüsselspieler. Der 32-Jährige blühte unter Alfaro auf und ist mit seinem Tempo der Anführer bei Kontern. Obwohl er selten Tore schießt, ist seine Präsenz auf dem Feld wichtig. Bei der Weltmeisterschaft sah er jedoch kurz vor der Halbzeitpause gegen die Türkei die Rote Karte, was einen bitteren Moment für den Schlüsselspieler darstellte.
Gruppenphase und Ausblick
Paraguay spielte in der Gruppe D gegen die USA, die Türkei und Australien. Der Auftakt gegen die USA in Los Angeles endete mit einer 1:4-Niederlage, bei der die USA früh in Führung gingen und die Räume nutzten, die ein offener agierendes Paraguay bot. Diesen Fehlstart konnte Paraguay jedoch in den folgenden Spielen teilweise korrigieren.
Im zweiten Gruppenspiel gegen die Türkei in Santa Clara zeigte Paraguay seine sture Seite und gewann 1:0 durch ein frühes Tor von Matías Galarza. Trotz der Roten Karte für Miguel Almirón kurz vor der Pause hielt die Abwehr stand und besiegelte das Aus für die Türkei. Das letzte Gruppenspiel gegen Australien, ebenfalls in Santa Clara, endete torlos. Dieses 0:0 reichte Australien zum Einzug ins Achtelfinale, während Paraguay als Dritter mit vier Punkten ausschied.
Währenddessen analysierte Rudi Völler, Direktor des DFB, die Leistung der deutschen Mannschaft nach einer 1:2-Niederlage gegen Ecuador im letzten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft 2026. Obwohl der Gruppensieg bereits gesichert war, betonte Völler, dass die deutsche Mannschaft an guten Tagen, wenn sie 100 Prozent gibt, jeden Gegner schlagen kann. Er räumte jedoch ein, dass die Mannschaft, wenn sie nicht am Limit spielt, auch gegen einige Teams verlieren kann, was bei anderen Top-Nationen möglicherweise anders sei. Völler zeigte sich jedoch entspannt vor dem Achtelfinale, da er davon überzeugt ist, dass die Mannschaft am Montag alles geben wird.
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Source: t-online.de