Per Mertesacker äußert sich zu seiner Rolle als DFB-Geschäftsführer ab 2027

Per Mertesacker spricht über neuen Job als DFB‑Geschäftsführer - BILD

Per Mertesacker, der ehemalige Weltmeister, hat sich emotional zu seiner künftigen Rolle als Sport-Geschäftsführer beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) geäußert. Er wird die Position ab dem 1. Januar 2027 übernehmen und folgt damit auf Andreas Rettig. Mertesacker fehlte bei der ersten Pressekonferenz mit dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp, da er seine neue Aufgabe erst im Jahr 2027 antritt. DFB-Präsident Bernd Neuendorf kündigte an, dass der Verband Mertesacker in einer separaten Presserunde Ende des Jahres vorstellen wird.

In einem Instagram-Post mit dem Titel „Mein Weg zum DFB“ beschrieb Mertesacker seine Motivation und Demut angesichts der bevorstehenden Aufgabe. Er betonte, dass der deutsche Fußball eine Herzensangelegenheit für Millionen Menschen sei, Generationen verbinde und unvergessliche Momente schaffe. Die Chance, ab 2027 Verantwortung beim DFB zu übernehmen, erfülle ihn mit großer Demut. Seine Motivation sei es, den deutschen Fußball und insbesondere den Nachwuchs weiterzuentwickeln. Er bedankte sich für das Vertrauen und äußerte seine Vorfreude darauf, gemeinsam mit anderen den deutschen Fußball in die Zukunft zu führen.

Mertesackers Weg zum DFB

Mertesacker nannte drei Schlüsselmomente, die ihn mit dem DFB und der Nationalmannschaft verbinden. Dazu gehört die Europameisterschaft 1996, als Oliver Bierhoff Deutschland mit seinem Golden Goal zum Titel verhalf, was seine Begeisterung in Leidenschaft verwandelte. Im Jahr 2002 fieberte er als Fan beim WM-Finale mit. Ein Anruf von Jürgen Klinsmann im Jahr 2004 veränderte sein Leben, da er Teil der Nationalmannschaft werden durfte.

Es folgten zehn Jahre mit der Nationalmannschaft, in denen er an fünf großen Turnieren teilnahm und jedes Mal mindestens das Halbfinale erreichte. Der Höhepunkt dieser Zeit war der Weltmeistertitel 2014. Nach dem Finale gegen Argentinien, das Deutschland mit 1:0 n.V. gewann, beendete Mertesacker seine DFB-Karriere nach 104 Länderspielen.

Mertesacker blickt auf eine Karriere zurück, die von Kontinuität geprägt war. Er spielte für vier Vereine: TSV Pattensen, Hannover 96, Werder Bremen und Arsenal London. Diese Vereine hätten ihn geprägt. Zudem trug er zehn Jahre lang das Trikot der Nationalmannschaft mit Stolz. Der Kontakt zum DFB sei auch nach dem Ende seiner Nationalmannschaftskarriere nie abgerissen, was seine Rückkehr in dieser Rolle zu etwas Besonderem mache. Er ist überzeugt, dass der deutsche Fußball über enormes Potenzial verfügt.

Per Mertesacker
Per Mertesacker Credit: sportschau.de

Aufgaben und Erwartungen

Mit der Verpflichtung des 41-Jährigen setzt der DFB sein Vorhaben um, frühere Spitzenspieler in verantwortungsvollen Positionen einzubinden. Mertesacker war zuletzt als WM-Experte für das ZDF tätig und leitete bis zum Ende der abgelaufenen Saison die Jugendakademie des FC Arsenal. Andreas Rettig, der seine Funktion zum Jahresende beendet, soll Mertesacker in den kommenden Monaten einarbeiten. Mertesacker erhielt wie Klopp einen Vertrag bis 2030.

Mertesacker wird der erste Weltmeister von 2014 sein, der eine höhere Position beim DFB bekleidet. Er wird als Verantwortlicher für die Bereiche Nationalmannschaften, einschließlich der Frauen-Nationalmannschaften, und die Akademie zuständig sein. Seine vorherige Tätigkeit als Leiter der Jugendakademie des FC Arsenal, die als eine der renommiertesten Nachwuchsakademien Europas gilt, passt gut zu dieser neuen Aufgabe. Während seiner Zeit bei Arsenal debütierten über zwanzig frühere Jugendspieler im Profiteam, darunter der englische Nationalspieler Bukayo Saka.

Viele Größen des deutschen Fußballs, darunter Lothar Matthäus und Uli Hoeneß, sehen Mertesacker als ideale Ergänzung zum neuen Bundestrainer Jürgen Klopp und Sportdirektor Rudi Völler. Hoeneß schätzt an Mertesacker, dass seine Aussagen im Fernsehen stets fundiert und kritisch, aber nie beleidigend seien. Er habe immer gezeigt, wie gut er mit Menschen umgehen könne und würde eine solche Aufgabe nicht des Geldes wegen, sondern aus Überzeugung annehmen.

Mertesacker selbst hatte bereits als ZDF-Experte am Rande der Weltmeisterschaft geäußert, dass er dem DFB etwas zurückgeben möchte und dafür zur Verfügung stehe. Er möchte mit Demut, dem Willen zur harten Arbeit und der nötigen Geduld Talente und Persönlichkeiten fördern, die den Unterschied ausmachen. Seine Erfahrung in der Jugendausbildung und sein hohes Ansehen könnten ihn zu einem wertvollen Brückenbauer im Zusammenspiel mit Nachwuchsdirektor Hannes Wolf machen, der die gesamte Ausbildung neu aufgestellt hat.

Mertesacker beendete seine Spielerkarriere 2018 beim FC Arsenal. In Deutschland spielte der gelernte Innenverteidiger für Hannover 96 und Werder Bremen. Er wird seine neue Position beim DFB ab dem 1. Januar 2027 antreten.

Source: bild.de

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Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.