Pogacar sichert sich fünften Tour de France-Sieg und schreibt Radsportgeschichte

Pogacar schreibt Geschichte bei der Tour de France - BILD

Tadej Pogacar hat zum fünften Mal die Tour de France gewonnen und sich damit in den Kreis der Rekordsieger des Wettbewerbs eingereiht. Der 27-jährige Slowene teilt sich diese Bestmarke nun mit Radsportlegenden wie Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain. Pogacar ist der jüngste Fahrer, der seinen fünften Triumph bei der Tour de France feiern konnte.

Nach insgesamt 3.289 Kilometern durch Frankreich erreichte Pogacar in Paris am Champs-Élysées im Gelben Trikot das Ziel, wie bereits in den beiden Vorjahren. Er äußerte sich nach seinem Sieg: „Was für ein unglaublicher Tag, ich bin sprachlos. Eine unglaubliche Atmosphäre! Ich bin froh, dass es vorbei ist und wir zum fünften Mal gewonnen haben. Siebenmal die Tour, siebenmal auf dem Podium, das kann man in kein Drehbuch schreiben. Das ist auch für mich unglaublich. Das Wichtigste ist, dass du genießt, was du tust. Wenn du an dich glaubst, kannst du deine Träume wahrmachen.“

Die letzte Etappe und weitere Auszeichnungen

Die 21. und letzte Etappe der Tour de France, die ursprünglich von Thoiry nach Paris führen sollte, wurde von 133 km auf 88,7 km verkürzt. Dies geschah, weil ein Teil der für die Absicherung der Schlussetappe vorgesehenen Sicherheitskräfte in den von Waldbränden betroffenen Regionen Frankreichs eingesetzt wurde. Der Anstieg zur Basilika Sacré-Cœur blieb jedoch Teil der Strecke.

Den Sieg auf der prestigeträchtigen letzten Etappe sicherte sich der Niederländer Mathieu van der Poel. Er setzte sich wenige Kilometer vor dem Ziel von Pogacar ab und rettete seinen zweiten Etappensieg knapp über die Linie. Pogacar selbst wurde auf Rang 30 durchgereicht. Van der Poel kommentierte seinen Erfolg: „Letztes Jahr war ich krank und musste die Etappe im Fernsehen schauen. Jetzt gewinne ich, das ist ein Traum.“

Das Sprinttrikot ging an den Dänen Mads Pedersen. Als bester Bergfahrer wurde der Ecuadorianer Richard Carapaz ausgezeichnet. Das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers, das im Vorjahr von Florian Lipowitz getragen wurde, ging an den Mexikaner Isaac del Toro aus Pogacars Team UAE Emirates. Das Team Lidl Trek gewann die Mannschaftswertung.

Pogacars Dominanz und die Zukunft

Pogacar gewann bei dieser Rundfahrt fünf Etappen und erreichte Paris mit einem deutlichen Vorsprung vor dem Belgier Remco Evenepoel, der für das deutsche Team Red Bull–Bora–Hansgrohe fährt. Dritter in der Gesamtwertung wurde Isaac del Toro. Der französische Nachwuchsfahrer Paul Seixas landete auf dem vierten Platz.

Der frühere Radprofi Jens Voigt analysierte Pogacars Leistung und merkte an, dass solche Talente, die ihren Sport über Jahre dominieren, nur alle paar Jahre oder Jahrzehnte auftreten. Er verglich Pogacar mit Sportgrößen wie Michael Schumacher oder Novak Djokovic. Voigt hob hervor, dass Pogacar nicht nur ein außergewöhnliches Talent besitzt, sondern auch von einem starken Team und dem hohen Budget von UAE Emirates profitiert, was Ressourcen für Windkanaltests, Ernährungsberater und Coaches ermöglicht.

Der frühere Radsportler Jens Voigt (Bild: picture alliance/dpa/David Langenbein)
Der frühere Radsportler Jens Voigt (Bild: picture alliance/dpa/David Langenbein) Credit: rbb24.de

Es wird berichtet, dass Pogacar dem spanischen König Felipe VI. zugesagt haben soll, ab dem 22. August bei der Vuelta zu starten. Die Spanien-Rundfahrt fehlt noch in seiner Liste der Triumphe. Pogacar äußerte sich dazu: „Lasst mich erstmal den Tag heute genießen.“

Der beste deutsche Fahrer in der Gesamtwertung war Felix Engelhardt auf Platz 70. Der deutsche Sprinter Max Kanter verpasste auf der letzten Etappe das Podium und wurde Vierter. Er zeigte sich enttäuscht über das knappe Ergebnis.

Radprofi Max Kanter bei der Tour de France (Bild: Imago Images/Photo News)
Radprofi Max Kanter bei der Tour de France (Bild: Imago Images/Photo News) Credit: rbb24.de

Die 113. Ausgabe der Tour de France war laut Voigt eine sehr schnelle Tour, bei der jeder Radprofi und Helfer in unglaublich guter Form war. Er bemerkte, dass der Radsport so hart und spezifisch geworden ist, dass es kaum noch Überraschungen gibt und um jede Platzierung erbittert gekämpft wird.

Source: bild.de

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Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.