Deutsche Fahrerinnen bei der Tour de France Femmes
Die fünfte Ausgabe der Tour de France Femmes beginnt in Lausanne, Schweiz, und führt über neun Etappen bis nach Nizza. Insgesamt sechs deutsche Fahrerinnen nehmen an dem Rennen teil, wobei ihre Ausgangsbedingungen variieren. Zwei von ihnen bestreiten ihre erste Tour, während zwei andere bereits zum fünften Mal dabei sind. Keine der deutschen Starterinnen gilt als Top-Favoritin auf das Gelbe Trikot.
Zu den vielversprechendsten deutschen Fahrerinnen zählt Franziska Koch, die in dieser Saison bereits die Paris-Roubaix gewann. Auch Antonia Niedermaier, die Zweite des Giro d’Italia, hat in dieser Saison beeindruckt. Beide sind primär als Helferinnen für ihre Teamleaderinnen vorgesehen, doch es bestehen Chancen auf deutsche Etappensiege.
Profil der deutschen Starterinnen
Franziska Koch (FDJ United – Suez) fährt die bisher erfolgreichste Saison ihrer Karriere. Nach ihrem Sieg bei Paris-Roubaix trug sie im Mai zwei Tage lang das Rote Führungstrikot bei der Vuelta a España und verteidigte ihren Titel bei den Deutschen Meisterschaften im Straßenrennen. Bei der Tour wird sie ihre eigenen Ambitionen zurückstellen, um Demi Vollering zu unterstützen. Die ersten Etappen, insbesondere das Zeitfahren am vierten Tag, könnten Koch entgegenkommen.
Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM) geht als Helferin für Kasia Niewiadoma an den Start. Die 23-Jährige, die Zweite beim Giro d’Italia wurde, fühlt sich vor der Frankreich-Rundfahrt noch stärker. Ihre Kletterstärke könnte sie zu einer wichtigen Fahrerin in den Bergen machen. Ein Platz unter den Top Ten in der Gesamtwertung wird für Niedermaier als möglich erachtet.
Liane Lippert (Movistar), eine der beiden deutschen Fahrerinnen, die seit der ersten Ausgabe der Tour de France Femmes dabei waren, wird hauptsächlich als Helferin für Marlen Reusser agieren. Lippert zeigte zuletzt eine aufsteigende Form und fuhr bei der Vuelta a España dreimal unter die Top Ten. Sollte sie Freiheiten erhalten, könnten ihr die späteren Tagesabschnitte Chancen bieten, möglicherweise einen zweiten Etappensieg bei der Tour zu erzielen.
Rosa Klöser (Canyon – SRAM) ist eine Tour-Debütantin und wird ebenfalls als Helferin für Kasia Niewiadoma starten. Die 24-jährige Quereinsteigerin, die erst spät zum Radsport kam, bestritt im vergangenen Jahr mit der Tour de Suisse ihr erstes großes Etappenrennen. Sie hat Ambitionen, sich in Ausreißergruppen zu zeigen.
Hannah Ludwig (Cofidis) hat ebenfalls an allen bisherigen Ausgaben der Tour de France Femmes teilgenommen. Ihr Team Cofidis hat geringere Ambitionen im Gesamtklassement. Ludwig wird sich voraussichtlich in den Gruppen des Tages versuchen und im Zeitfahren auf eigene Rechnung fahren. Sie freut sich besonders auf die Etappen nach dem Zeitfahren, insbesondere die zum Mont Ventoux.
Linda Riedmann (Lotto – Intermarché Ladies) startet mit einem ProTeam und gilt als eine der größten Hoffnungen ihres Teams. Die 23-Jährige hat sich seit ihrer letzten Tour-Teilnahme vor zwei Jahren stetig weiterentwickelt. Ihre gute Form zeigte sie bei ProSeries-Rennen in Polen und Portugal. Riedmann wird von ihrem Team die Freiheit bekommen, sich in Ausreißergruppen auf hügeligen Etappen zu versuchen.
Streckenführung und Höhepunkte
Die Tour de France Femmes erstreckt sich über neun Etappen, insgesamt 1175 Kilometer und fast 19.000 Höhenmeter. Sie ist damit die längste und anspruchsvollste Austragung seit der Neuauflage im Jahr 2022. Nach dem Start in der Schweiz führt die dritte Etappe nach Frankreich.
Das Programm umfasst drei Flachetappen, drei hügelige Abschnitte, zwei Bergetappen und ein Einzelzeitfahren über 21 Kilometer. Das Einzelzeitfahren auf der 4. Etappe nach Dijon könnte erste größere Abstände im Gesamtklassement schaffen. Ein Schlüsselabschnitt ist die 7. Etappe mit der ersten Bergankunft am Mont Ventoux in der Geschichte der Tour de France Femmes. Die 8. und längste Etappe nach Nizza sowie das Finale rund um den Col d’Èze bieten weitere Angriffsmöglichkeiten für die Klassementfahrerinnen. Die Tour findet vom 1. bis 9. August statt.
Source: radsport-news.com