Wiebes‘ Dominanz auf den Etappen
Lorena Wiebes hat bei der diesjährigen Tour de France Femmes ihre beeindruckende Form unter Beweis gestellt. Auch am zweiten Tag der Rundfahrt war die Niederländerin nicht zu schlagen und sicherte sich den Etappensieg im Sprint von Aigle nach Genf. Damit behauptete sie das Gelbe Trikot und feierte ihren zweiten aufeinanderfolgenden Sieg bei diesem Event. Seit Ende Juli hat die 27-Jährige fünf Rennen in Folge gewonnen, beginnend mit der Polen-Rundfahrt. Insgesamt ist dies ihr sechzehnter Erfolg in der aktuellen Saison.
Die Dominanz von Wiebes erstreckt sich nicht nur auf reine Sprintetappen. Laut Rolf Aldag, Sportdirektor des deutschen Teams Canyon//Sram, wirkt sie im Sprint unschlagbar. Er verglich ihre Leistung mit der eines Fahrers im Männer-Peloton, der ebenfalls um den Sieg sprinten könnte. Wiebes selbst beschreibt ihren Ansatz als „Killerinstinkt“, der in Sprintfinals zum Vorschein kommt, obwohl sie sich außerhalb des Rennens als schüchtern bezeichnet.
Wiebes hat ihre Trainingsmethoden angepasst, um auch auf hügeligeren Etappen konkurrenzfähig zu sein. Sie konzentriert sich auf eine Balance zwischen der Verbesserung ihrer Kletterfähigkeiten und der Aufrechterhaltung ihrer Sprintstärke. Seit dem Winter hat sie auch mehr Krafttraining absolviert, um explosive Elemente zu stärken. Diese Umstellung könnte sich auch auf der dritten Etappe von Genf nach Poligny auszahlen, die eigentlich kein typisches Terrain für Sprinterinnen ist.
Kochs Herausforderungen und Anpassungen
Für Franziska Koch (FDJ United – Suez) verliefen die ersten beiden Etappen der Tour de France Femmes nicht wie geplant. Die Deutsche Meisterin, die im Vorfeld als Mitfavoritin auf den Tagessieg der ersten Etappe rund um Lausanne galt, erreichte das Ziel mit einem Rückstand von 11:21 Minuten auf Lorena Wiebes. Koch berichtete von unerwartet harten Tagen, mit einer hohen Herzfrequenz und mangelnder Kraft in den Beinen.
Eine mögliche Ursache für ihre Schwierigkeiten wird in der Hitze vermutet. Obwohl Koch bei der Tour de Suisse und den Deutschen Meisterschaften gut mit hohen Temperaturen zurechtkam und ihren Titel bei den Nationalen Meisterschaften verteidigte, scheint die aktuelle Hitze eine Herausforderung darzustellen. Sie hofft auf Besserung und plant, sich während der Etappen stärker auf Kühlung zu konzentrieren. Ihr ursprüngliches Ziel war das Einzelzeitfahren von Dijon, bei dem sie ihr Meistertrikot bestmöglich präsentieren wollte. Die dritte Etappe nach Poligny, die mit dem Col de la Faucille einen Anstieg der ersten Kategorie beinhaltet, bietet Koch eine Gelegenheit, ihre Beine im Hinblick auf das Einzelzeitfahren zu testen.

Die dritte Etappe der Tour de France Femmes 2026 startet in Genf und führt die Fahrerinnen über die Grenze in die Schweiz nach Frankreich. Der bergige Auftakt beinhaltet rund 900 Höhenmeter zum Start und erreicht eine Höhe von 1323 Metern.
Source: sportschau.de