Niedermaier übernimmt Weißes Trikot bei der Tour de France Femmes

5.Etappe: Bergfest

Vollering gewinnt Etappe, Niedermaier im Weißen Trikot

Demi Vollering vom Team FDJ United-Suez hat die fünfte Etappe der Tour de France Femmes für sich entschieden. Die Niederländerin setzte sich in einem Dreiersprint gegen ihre Konkurrentinnen Marlen Reusser (Movistar) und Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon-Sram) durch. Die Etappe war eine anspruchsvolle Mittelgebirgsetappe, die über 140 Kilometer und fast 3000 Höhenmeter durch die Weinberge des Beaujolais führte.

Die Entscheidung fiel am Schlussanstieg. Vollering attackierte am Mont Brouilly, dem letzten von acht kategorisierten Anstiegen, der zehn Kilometer vor dem Ziel lag. Nur Reusser und Niewiadoma-Phinney konnten ihr folgen. In der Abfahrt und auf dem Flachstück bis zum Ziel in Belleville-en-Beaujolais arbeiteten die Favoritinnen zusammen. Niewiadoma-Phinney startete 400 Meter vor dem Ziel einen Angriff, wurde aber kurz vor der Ziellinie von Vollering und Reusser überholt.

Nach dem Rennen äußerte sich Vollering zu ihrem Sieg: „Heute war es richtig cool. Jede einzelne Fahrerin des Teams war heute beteiligt und das sind die besten Siege.“ Sie beschrieb den Sprint aus ihrer Perspektive: „Ich wusste, dass Kasia früh gehen würde, weil sie das immer macht und ich wusste, dass Marlen abwarten würde. Ich habe versucht, sie zu einer Reaktion zu bewegen, aber sie hat nichts gemacht. Also wusste ich, dass ich es versuchen musste.“ Niewiadoma-Phinney kommentierte ihren Angriff mit einem Lächeln: „Ich dachte, ich hätte es.“

Antonia Niedermaier im Weißen Trikot
Antonia Niedermaier im Weißen Trikot Credit: br.de

Niedermaier übernimmt Führung in der Nachwuchswertung

Die 23-jährige Antonia Niedermaier vom Rennstall Canyon/Sram belegte auf der Etappe den sechsten Platz mit 45 Sekunden Rückstand auf die Siegerin. Mit diesem Ergebnis übernahm sie das Weiße Trikot der besten Nachwuchsfahrerin. Niedermaier liegt nun in der Gesamtwertung auf dem vierten Rang mit 2:40 Minuten Rückstand auf Reusser. Im Kampf um das Weiße Trikot hat sie einen Vorsprung von 25 Sekunden vor Isabella Holmgren (Lidl-Trek).

Niedermaier war Teil einer 19-köpfigen Ausreißergruppe, die sich rund 85 Kilometer vor dem Ziel vom Hauptfeld absetzte. Der Vorsprung dieser Gruppe erreichte zwischenzeitlich fast zwei Minuten, wodurch Niedermaier virtuell das Gelbe Trikot trug. Zu dieser Spitzengruppe gehörten auch die deutschen Fahrerinnen Liane Lippert (Movistar) und Franziska Koch (FDJ United-Suez).

Trotz des erfolgreichen Ausreißversuchs sagte Niedermaier der Sportschau: „Es war ein super harter Tag, aber es war auch schön.“ Sie fügte hinzu, dass es nicht geplant gewesen sei, so früh in einer Ausreißergruppe zu sein, aber es am Ende gut für das Team gewesen sei. Das Hauptfeld, angeführt von den Teams von Reusser und Vollering, erhöhte das Tempo, was dazu führte, dass die Ausreißergruppe gut 22 Kilometer vor dem Ziel eingeholt wurde.

Gesamtwertung und Ausblick

In der Gesamtwertung verteidigte Marlen Reusser erfolgreich das Gelbe Trikot und führt das Klassement mit einem Vorsprung von 12 Sekunden vor Vollering an. Niewiadoma-Phinney liegt mit 1:17 Minuten Rückstand auf dem dritten Platz. Lorena Wiebes (SD Worx-ProTime) behält das Grüne Trikot.

Am vorletzten Anstieg, dem Col de Durbize, forcierte Vollering das Tempo, was zur Bildung einer neuen Spitzengruppe mit den Klassementfavoritinnen führte. Einige Top-Fahrerinnen wie Pauline Ferrand-Prévot (Visma-Lease a Bike), Anna van der Breggen (SD Worx-ProTime) und Elisa Longo Borghini verloren auf dieser Etappe Zeit. Longo Borghini verlor 1:43 Minuten auf das Top-Trio, während Ferrand-Prévot und van der Breggen sogar 2:35 Minuten einbüßten.

Die sechste Etappe der Tour wird ebenfalls hügelig sein. Sie führt über 153 Kilometer von Montbrison nach Tournon-sur-Rhône und beinhaltet sechs Bergwertungen sowie rund 2500 Höhenmeter. Nach dieser Etappe wartet am Freitag die Bergankunft am Mont Ventoux, bevor die Tour de France Femmes am Sonntag in Nizza endet.

Source: eurosport.de

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Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.