Alexander Zverev, Deutschlands bester Tennisspieler, bereitet sich auf sein bevorstehendes Finale in Wimbledon vor. Der Hamburger trifft am Sonntag auf den Weltranglisten-Ersten Jannik Sinner aus Italien. Zverev, der als Langschläfer bekannt ist, plant, sich vor dem Endspiel ausreichend Schlaf zu gönnen. Er erklärte, dass er versuchen werde, etwa 10 Stunden zu schlafen, um für das wichtige Match fit zu sein.
Sein Tagesablauf am Vortag des Finales ist bereits festgelegt: Er plant, gegen 10.00 oder 10.30 Uhr aufzustehen, um 11.00 Uhr zu frühstücken. Eine Trainingseinheit ist für etwa 13.00 Uhr vorgesehen, gefolgt von einem Mittagessen um 15.00 oder 15.30 Uhr und einem Abendessen gegen 20.30 Uhr. Zverev bezeichnete dies als seinen „normalen Tag“.
Hoher Besuch und familiäre Anliegen
Das Finale wird auch von politischer Seite mit Spannung verfolgt. Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, das Wimbledon-Finale persönlich zu besuchen. Der CDU-Politiker wird zusammen mit seiner Frau anreisen, um das Match zwischen Zverev und Sinner zu verfolgen. Zverev selbst hatte die Anwesenheit des Kanzlers nach seinem Halbfinalsieg gegen Arthur Fery bekannt gegeben.
Der Kanzler hatte Zverev bereits nach seinem Sieg bei den French Open in Paris telefonisch gratuliert. Zverev zeigte sich erfreut über das Interesse des Kanzlers und hofft, die Gelegenheit nutzen zu können, um ein persönliches Anliegen zu besprechen. Es geht um das Visum seiner Großmutter Natalia Fateeva, die einen russischen Pass besitzt und nach 90 Tagen in Deutschland nach Sotschi zurückkehren musste. Zverev äußerte den Wunsch, dass der Kanzler möglicherweise bei einem längeren Visum helfen könnte, damit seine Großmutter länger bleiben kann.
Natalia Fateeva hatte während der French Open in Paris für Aufsehen gesorgt, indem sie ihren Enkel enthusiastisch von der Tribüne aus anfeuerte. Sie war bereits in Zverevs Kindheit eine wichtige Bezugsperson im Tennis, als sie mit ihm spielte, wenn er sie in Russland besuchte oder sie zu Besuch war. Für Zverev liegt der Fokus jedoch zunächst vollständig auf dem Wimbledon-Finale.
Weg ins Finale und die Herausforderung Sinner
Zverev erreichte das Finale, indem er im Halbfinale den Lokalmatador Arthur Fery in drei Sätzen besiegte. Fery, der dank einer Wildcard ins Hauptfeld des Turniers gekommen war, hatte zuvor mit seinen Leistungen die Herzen der Zuschauer gewonnen. Zverev würdigte die Leistung seines Gegners und lobte das Publikum für die unglaubliche und faire Atmosphäre, die er trotz der Unterstützung für Fery genossen habe.
Das Finale gegen Jannik Sinner wird eine große Herausforderung für Zverev. Er hat die vergangenen neun Partien gegen den Weltranglisten-Ersten verloren. Sinner hatte im Halbfinale Novak Djokovic in drei Sätzen besiegt. Zverev ist der erste deutsche Tennisspieler seit Boris Becker im Jahr 1995, der das Finale im Männer-Einzel in Wimbledon erreicht hat. Ein Erfolg würde ihn zum dritten deutschen Wimbledon-Sieger nach Becker und Michael Stich machen.
Zverev zeigte sich vor dem Finale zuversichtlich: „Ich muss an mich glauben, dass ich gewinnen kann.“ Er betonte, dass Wimbledon für ihn immer ein Turnier gewesen sei, mit dem er am meisten zu kämpfen hatte, und dass er nun unglaublich glücklich und stolz sei, im Finale zu stehen. Im vergangenen Jahr war er noch in der ersten Runde ausgeschieden. Das Endspiel beginnt am Sonntag um 17.00 Uhr.

Bedeutung des Grand-Slam-Titels
Für Alexander Zverev bietet sich die Chance auf seinen zweiten Grand-Slam-Titel in Folge, nachdem er erst am 7. Juni die French Open in Paris gewonnen hatte. Dieser Erfolg würde seine jüngste Serie von starken Leistungen weiter unterstreichen. Ab Montag wird Zverev voraussichtlich die neue Nummer 2 der Welt sein, direkt hinter Jannik Sinner. Das Duell zwischen den beiden Spielern wird als eines der spannendsten im aktuellen Tennisgeschehen angesehen.
Die Unterstützung durch das Publikum und die Anerkennung seiner Leistungen, auch von prominenten Persönlichkeiten wie Bundeskanzler Friedrich Merz, zeigen die wachsende Bedeutung von Zverevs Erfolg für den deutschen Tennissport. Sein Weg ins Wimbledon-Finale ist ein Höhepunkt seiner Karriere und weckt Erinnerungen an frühere deutsche Erfolge auf dem „Heiligen Rasen“. Die Möglichkeit, nach Boris Becker und Michael Stich der dritte deutsche Wimbledon-Sieger zu werden, ist eine große Motivation für den Hamburger.
Das Finale am Sonntag um 17.00 Uhr wird somit nicht nur ein sportliches Highlight, sondern auch ein Ereignis von nationaler Bedeutung sein, bei dem Zverev versuchen wird, seine beeindruckende Form zu bestätigen und den Titel zu gewinnen.
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Source: sueddeutsche.de