Sperre für englischen Verteidiger
Der englische Nationalspieler Jarell Quansah wurde vom Weltverband FIFA für zwei Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gesperrt. Diese Entscheidung folgt auf eine Rote Karte, die der Defensivspieler im Achtelfinale gegen Mexiko erhielt. Für Trainer Thomas Tuchel bedeutet dies, dass Quansah nicht nur für das Viertelfinale gegen Norwegen am Samstag ausfällt, sondern auch für ein mögliches Halbfinale nicht zur Verfügung stünde. Ein Einsatz wäre frühestens in einem möglichen WM-Endspiel wieder denkbar.
Die Rote Karte für Quansah erfolgte nach einem Foulspiel gegen Jesús Gallardo, bei dem er diesen mit offener Sohle am Bein traf. Die Entscheidung wurde nach einem Eingriff des Videoschiedsrichters getroffen. Der englische Fußballverband hatte nach dem Vorfall angekündigt, Optionen für einen möglichen Einspruch zu prüfen, um die Strafe auszusetzen. Trotz dieser Bemühungen bleibt die Sperre bestehen, da das Foul als schwerwiegend eingestuft wurde, was zu einer Sperre von zwei Spielen führte.
Kontroverse um Baloguns Sperre
Die Entscheidung der FIFA im Fall Quansah steht im Kontrast zu einem früheren Fall, der den US-amerikanischen Stürmer Folarin Balogun betraf. Balogun erhielt ebenfalls eine Rote Karte im Sechzehntelfinale der USA gegen Bosnien-Herzegowina am 1. Juli, ebenfalls nach einer VAR-Überprüfung wegen groben Foulspiels. Obwohl die USA das Spiel mit 2:0 gewannen, hätte Balogun aufgrund der automatischen Sperre für das Achtelfinale gegen Belgien ausfallen müssen.
Die Sperre gegen Balogun wurde jedoch nachträglich von der FIFA ausgesetzt. Dieser Vorgang löste eine breite Debatte aus, da die FIFA deutlich weniger nachsichtig im Fall Quansah agierte. Die Aussetzung der Sperre für Balogun wurde von Andrew Giuliani, dem Leiter der WM-Task-Force des Weißen Hauses, verteidigt. Giuliani erklärte, die US-Regierung habe das Eingreifen als Frage des „Fair Play“ betrachtet und den Platzverweis von Anfang an als „höchst fragwürdig“ eingestuft.

Giuliani stellte den Ablauf der Entscheidung anders dar als die offizielle Version der FIFA. Er betonte, dass der US-Verband erfolgreich Einspruch eingelegt habe. Die FIFA hingegen erwähnte in ihrer Darstellung vom 6. Juli keinen Einspruch des US-Verbandes als Auslöser für die Entscheidung. Laut FIFA wurde einen Tag nach der Roten Karte ein Disziplinarverfahren gegen Balogun eröffnet. Drei Tage später entschied die unabhängige Disziplinarkommission, die automatische Ein-Spiel-Sperre auszusprechen, ihre Vollstreckung jedoch nach Artikel 27 des FIFA-Disziplinarcodes für ein Jahr zur Bewährung auszusetzen.
Die Kontroverse um Baloguns Fall wurde zusätzlich durch die Vorwürfe Giulianis gegen den brasilianischen Schiedsrichter Raphael Claus verstärkt. Giuliani verwies auf eine angebliche Verbindung von Claus zu Ermittlungen wegen Spielmanipulationen, räumte jedoch ein, dass Claus weder beschuldigt noch angeklagt wurde, sondern lediglich als Zeuge gehört worden war. Giuliani kritisierte zudem den VAR-Einsatz bei Baloguns Roter Karte als regelwidrig, da Zeitlupen verwendet worden seien. Bilder des Spiels belegen jedoch, dass die Situation dem Schiedsrichter auch in Echtzeit vorgelegt wurde.
Auswirkungen auf Englands WM-Kampagne
Die Sperre von Quansah stellt für Englands Trainer Thomas Tuchel einen erheblichen Rückschlag dar. Tuchel muss nun in der Defensive umplanen, da ihm ein wichtiger Spieler für die entscheidenden Phasen des Turniers fehlt. Die unterschiedliche Handhabung der Roten Karten in den Fällen Quansah und Balogun hat international für Diskussionen gesorgt und wirft Fragen bezüglich der Konsistenz der FIFA-Entscheidungen auf.
Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada läuft vom 11. Juni bis zum 19. Juli. England trifft im Viertelfinale am Samstag auf Norwegen.
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Source: t-online.de