Ostervilm: Die Militärplattform : Versteigert für 39.000 Euro

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Die verfallene Militärplattform Ostervilm wird am 4. Juni 2026 in Hamburg versteigert — und das überraschend für lediglich 39.000 Euro. Dieses Angebot wirft zahlreiche Fragen auf: Wer hat Interesse an einem solchen Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges?

Ostervilm, eine Plattform, die in den 1950er-Jahren errichtet wurde, steht auf rund 600 Pfählen in etwa zehn Metern Wassertiefe im Greifswalder Bodden. Sie diente militärischen Zwecken zur Entmagnetisierung von Schiffen und ist ein Überbleibsel aus der DDR-Zeit.

Fakten zur Plattform:

  • Die Plattform wurde 1954 erbaut und hat sich seitdem stark verschlechtert.
  • Sie weist Rost, Risse und zerstörte Fenster auf, was ihren Zustand als marode beschreibt.
  • Erreichbar ist Ostervilm nur auf dem Wasserweg; Besichtigungen vor der Auktion sind aufgrund des schlechten Zustands nicht möglich.

In der Anlage wird über im Wasser verlegte Kabel ein Gegenfeld erzeugt, das die Spur des Schiffes abschwächt — eine Technik, die während des Kalten Krieges von der Volksmarine genutzt wurde.

Die letzten bekannten Eigentümer, ein norddeutscher Architekt und ein Planungsingenieur, hatten große Pläne: Sie wollten die Plattform in einen Kunstraum umwandeln. Doch diese Vision blieb unerfüllt.

Heute ist Ostervilm nicht nur ein Relikt der Vergangenheit, sondern auch ein Rückzugsort für Vögel geworden. Die Natur hat sich ihren Teil zurückerobert, während die menschliche Geschichte in den Schatten gerückt ist.

Es bleibt abzuwarten, wer sich für die Auktion interessiert und welche Pläne Käufer möglicherweise mit diesem historischen Stück verbinden werden.