Kontroverse um Marokkos Diop vor Mbappés Elfmeter im WM-Viertelfinale

Ärger vor Mbappés Elfer: Warum flog Marokkos Diop nicht vom Platz?

Im Viertelfinale der Fußball-WM zwischen Frankreich und Marokko kam es in der 25. Minute zu einer kontroversen Situation, die Fragen bezüglich der Anwendung einer neuen Regel aufwarf. Als Frankreichs Superstar Kylian Mbappé im Strafraum von Noussair Mazraoui gefoult wurde, zeigte Schiedsrichter Facundo Tello sofort auf den Elfmeterpunkt. Doch bevor Mbappé den Strafstoß ausführen konnte, wurde die Entscheidung überprüft, was zu einer längeren Wartezeit führte.

Während der Überprüfung unterhielten sich Frankreichs Ousmane Dembélé und der marokkanische Spieler Issa Diop. Die beiden umarmten sich zunächst freundschaftlich, bevor Diop, der in Frankreich geboren wurde, etwas zu Dembélé sagte, während er sein Trikot vor dem Mund hielt. Diese Geste löste Diskussionen aus, da eine bei der laufenden WM eingeführte Regel vorsieht, dass Spieler, die den Mund mit Hand oder Trikot bedecken, vom Platz gestellt werden können.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich bereits in der Vorrunde, als der Paraguayer Miguel Almiron nach einem Disput mit seinem türkischen Gegenspieler Mert Müldür des Feldes verwiesen wurde. In diesem Fall war dem Platzverweis jedoch eine Rangelei vorausgegangen. Im Gegensatz dazu blieb Diop in der Situation mit Dembélé unbestraft.

Regelauslegung und die Folgen der Wartezeit

Die Entscheidung, Diop nicht vom Platz zu stellen, wurde im Kontext der Regelauslegung des International Football Association Board (Ifab) getroffen. Laut den Regelhütern soll ein Spieler nur dann des Feldes verwiesen werden, wenn er in einer konfrontativen Situation mit einem Gegenspieler den Mund bedeckt. FIFA-Schiri-Boss Pierluigi Collina hatte vor dem Turnier präzisiert, dass Spieler ihren Mund weiterhin mit dem Arm und dem Trikot bedecken dürfen, wenn sie sich mit Freunden unterhalten. Die Regel wurde ursprünglich eingeführt, um rassistischen Beleidigungen entgegenzuwirken.

Diop hatte somit Glück, dass Dembélé die Versuche, vor dem Elfmeter Unruhe zu stiften, mit einem Lächeln quittierte. Obwohl die Situation potenziell einen Platzverweis hätte nach sich ziehen können, wurde sie im Hintergrund überprüft. Die längere Wartezeit bis zur Ausführung des Elfmeters hatte jedoch Konsequenzen für Frankreich: Mbappé musste lange warten und scheiterte schließlich mit seinem Versuch am marokkanischen Torwart Bono.

ARD-Experte Bastian Schweinsteiger äußerte sich verärgert über die mehrminütige Wartezeit zwischen Pfiff und Ausführung des Elfmeters und bezeichnete die Situation als „Witz“. Die Verzögerung und der verschossene Elfmeter prägten die erste Hälfte des Spiels, in der keine Tore fielen.

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Issa Diop im nicht-konfrontativen Gespräch mit Ousmane Dembélé.(Foto:IMAGO/EPA) Credit: n-tv.de

Spielverlauf und Ergebnis

Nach der Halbzeitpause zeigte Mbappé eine verbesserte Leistung. Der Spieler von Real Madrid brachte sein Team nach rund einer Stunde mit einem Schlenzer in der 61. Minute mit 1:0 in Führung. Nur wenige Minuten später, in der 66. Minute, erhöhte Ousmane Dembélé auf 2:0. Dieses Ergebnis blieb bis zum Schlusspfiff bestehen.

Frankreich sicherte sich damit den Einzug ins Halbfinale der Fußball-WM, während Marokko als letzter Vertreter Afrikas aus dem Turnier ausschied. Der Sieg war Frankreichs sechstes Spiel bei dieser WM, das sie auf beeindruckende Weise gewannen. Trotz des verschossenen Elfmeters baute Kylian Mbappé die Serie des marokkanischen Torhüters aus.

Die Partie wurde von Frankreich mit Kontrolle und Klasse bestritten. Der Erfolg im Viertelfinale festigte die Position der favorisierten Europäer im Turnier.

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Source: n-tv.de

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Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.