Der französische Biathlon-Olympiasieger Émilien Jacquelin wird sein Profidebüt auf dem Rennrad geben. Wenige Monate nach seinem Olympiasieg im Biathlon wechselt der 31-Jährige vorübergehend die Sportart. Er wird am 16. August beim Straßenrennen Polynormande erstmals antreten, wie das Team Decathlon-CMA CGM mitteilte. Jacquelin wird zudem bei der Tour du Limousin, die vom 18. bis 21. August stattfindet, für die Mannschaft in seinem Heimatland an den Start gehen.
Jacquelin, der fünfmaliger Biathlon-Weltmeister ist, trainiert seit Anfang Mai beim Nachwuchsteam von Decathlon-CMA CGM. Er hatte zuvor einen sechsmonatigen Praktikumsvertrag erwähnt. Obwohl er sich Anfang Mai nach einem Sturz das Schlüsselbein gebrochen hatte und operiert werden musste, ist er nach intensivem Training nun bereit für seinen ersten professionellen Einsatz im Radsport. Jacquelin äußerte sich in einer Mitteilung, dass die beiden Nominierungen einen wichtigen Meilenstein auf seiner Reise darstellen und sein Ziel sei, alles für das Team zu geben.
Wechsel und Zukunftspläne
Dieser Ausflug in den Radsport sollte ursprünglich kein Ende seiner Wintersport-Karriere bedeuten. Jacquelin wollte die nacholympische Saison nutzen, um seinen Horizont zu erweitern und seine Komfortzone zu verlassen. Er hatte erklärt, dass er etwas anderes ausprobieren wolle, bevor er in einen neuen olympischen Zyklus eintritt. In der abgelaufenen Saison belegte er den fünften Platz im Gesamtweltcup.
Die Olympischen Winterspiele 2030 in Frankreich sind weiterhin ein großes Ziel für Jacquelin. Bei den Winterspielen im Februar im italienischen Antholz gewann er Gold mit der Staffel und Bronze in der Verfolgung. Der Organisator des Rennens, Daniel Mangeas, zeigte sich begeistert über die Teilnahme von Jacquelin und sagte, dass er mit Sicherheit das Interesse von Radsportfans und Sportbegeisterten wecken werde. Einen Fahrer wie Émilien Jacquelin am Start zu haben, sei ein großer Erfolg für die Veranstaltung.

Jacquelin hatte im Juli erklärt, dass er am Montag nach den Winterspielen von dieser Chance erfahren habe und den ganzen März im Hinterkopf gehabt habe, dass dies seine letzten Rennen sein könnten. Er schloss nicht aus, dass er bei den Winterspielen 2030 dabei sein könnte oder auch nicht. Der Radsport übt derzeit einen größeren Reiz auf ihn aus, weshalb er ein mögliches Karriereende im Wintersport nicht ausschließt.
Rückkehr zum Biathlon
Sollte Jacquelin im kommenden Winter wieder mit Frankreichs Skijägern antreten wollen, muss er Ende August oder spätestens Anfang September wieder beim Biathlon-Team sein. Nationaltrainer Simon Fourcade hatte bereits Anfang Juni erklärt, dass sie Émilien einen Rahmen vorgegeben hätten. Sollte es etwas später werden, müssten sie sehen, wie sie seine Rückkehr zum Biathlon gestalten können. Fourcade erwähnte auch, dass ein Verpassen der gesamten Biathlon-Saison möglich sei, falls er nicht rechtzeitig zurückkehrt.

Jacquelin selbst betonte im Juli, dass seine Trainer und Mannschaftskameraden alle denken, dass er zurückkommen werde. Er habe seinen Frieden damit, egal wie es ausgeht, und konzentriere sich momentan voll und ganz auf das Radfahren. Er empfindet es als großartig, dies jetzt zu hundert Prozent und als Profi machen zu können, und fühlt sich im Training so motiviert wie mit 20 Jahren. Seit dem Ende des letzten Winters konzentriert sich der 31-Jährige auf den Radsport und lässt den Biathlon in dieser Zeit ruhen.
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