Forderung nach FIFA-Intervention

Liveblog zur Fußball-WM 2026: Falklandinseln: FIFA soll argentinisches Banner ahnden

Forderung nach FIFA-Intervention

Die Regierung der Falklandinseln hat den Fußball-Weltverband FIFA aufgefordert, Maßnahmen gegen das argentinische Team zu ergreifen. Dies geschieht nach einer politischen Botschaft, die argentinische Spieler nach ihrem 2:1-Sieg gegen England im WM-Halbfinale in Atlanta zeigten. Argentinische Spieler hatten nach dem 2:1 gegen England in Atlanta auf dem Platz ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son Argentinas“ („Die Falklandinseln sind argentinisch“) gezeigt.

In einer Mitteilung äußerte die Regierung der Falklandinseln ihre Enttäuschung, jedoch keine Überraschung über das Verhalten des argentinischen Teams. Das Parlament der Inselgruppe im Südatlantik richtete zudem einen öffentlichen Brief an das Disziplinarkomitee der FIFA. Auch die britische Regierung hatte zuvor eine Untersuchung durch den Weltverband gefordert.

Die FIFA untersagt Spielern und Offiziellen, politische Botschaften im Umfeld von WM-Spielen zu verbreiten. Ein FIFA-Sprecher bestätigte, dass das unabhängige Disziplinarkomitee die Spielberichte prüft und relevante Umstände abwägt, bevor über mögliche weitere Schritte gemäß der FIFA-Disziplinarordnung entschieden wird. Eine mögliche Strafe wird voraussichtlich erst nach dem Endspiel erwartet.

Hintergrund des Konflikts und frühere Vorfälle

Der Hintergrund des Konflikts um die Inselgruppe liegt im Falkland-Krieg von 1982, in dem Großbritannien und Argentinien um die Kontrolle der Inseln kämpften. Nach einer argentinischen Invasion griffen die Briten militärisch ein, und der Konflikt endete nach zwei Monaten mit der Kapitulation Argentiniens. Die Niederlage trug zur Beschleunigung des Falls der Militärregierung in Argentinien bei.

Buenos Aires hat seine Ansprüche auf die in Argentinien als Las Malvinas bezeichnete Inselgruppe bis heute nicht aufgegeben. Die Bewohner der Inseln sprachen sich jedoch im letzten Referendum im Jahr 2013 mit großer Mehrheit für den Verbleib bei Großbritannien aus.

Im Jahr 2014 musste der argentinische Verband bereits eine Strafe von 30.000 Schweizer Franken zahlen, nachdem Spieler bei einem Freundschaftsspiel gegen Slowenien ein ähnliches Banner gezeigt hatten. Die aktuelle Botschaft der argentinischen Spieler wird als klarer Verstoß gegen die Regeln des Weltverbands angesehen.

Präsident Mileis Aberglaube und die WM

Argentiniens Präsident Javier Milei wird das WM-Finale gegen Spanien nicht im Stadion verfolgen. Er erklärte in einem Interview mit dem Radiosender „El Observador“, dass er das Spiel von seinem Amtssitz Quinta de Olivos in der Provinz Buenos Aires aus verfolgen werde, wie er es bereits bei den bisherigen Partien der argentinischen Nationalmannschaft getan hat. Dies sei Teil einer persönlichen Glücksroutine, die er als „Ja“ bestätigte.

Zu dieser Routine gehört auch, bei den Spielen stets dieselbe Jacke zu tragen. Milei berichtete, dass er während des Achtelfinals gegen die Schweiz (3:1 nach Verlängerung) die Jacke kurz ausgezogen hatte, woraufhin ein Gegentor fiel. Er zog sie sofort wieder an und hat sie seitdem nicht mehr ausgezogen. Sollte Argentinien den WM-Titel verteidigen, hat Milei angekündigt, den Präsidentenpalast Casa Rosada der Nationalmannschaft für eine Feier zur Verfügung zu stellen, um zu betonen, dass die Politik sich dieses Fest der Argentinier nicht aneignen solle.

Aberglaube, in Argentinien als „Cábalas“ bekannt, ist ein fester Bestandteil der Fußballkultur für viele Fans. Sie verfolgen Spiele oft am gleichen Ort oder in derselben Kleidung. Auch Paraguays Präsident Santiago Peña verzichtete nach dem verlorenen Auftaktspiel seiner Nationalmannschaft aus Aberglauben auf weitere Stadionbesuche und verfolgte das Achtelfinale gegen Frankreich lieber von zu Hause, nachdem Paraguay zuvor Deutschland ohne seine Anwesenheit ausgeschaltet hatte. Die Südamerikaner schieden jedoch gegen Frankreich mit 0:1 aus.

Macht er es noch einmal? Weltmeister Lionel Messi und Argentinien stehen im WM-Finale.
Macht er es noch einmal? Weltmeister Lionel Messi und Argentinien stehen im WM-Finale. Credit: faz.net

Die Halbfinalpartie zwischen Argentinien und England sorgte in der ARD für eine hohe Einschaltquote. 13,7 Millionen Menschen verfolgten den erneuten Finaleinzug Argentiniens nach dem 2:1-Erfolg. Dies übertraf die Quote des ersten Halbfinals im ZDF, das 12,69 Millionen Zuschauer verzeichnete.

Im „MetLife Stadium“, das während der Fußball-WM „New York New Jersey Stadium“ heißt, treffen Argentinien und Spanien am 19. Juli im Finale aufeinander.
Im „MetLife Stadium“, das während der Fußball-WM „New York New Jersey Stadium“ heißt, treffen Argentinien und Spanien am 19. Juli im Finale aufeinander. Credit: faz.net

Der US-Präsident Donald Trump wird am Sonntag am Finale der Fußball-Weltmeisterschaft teilnehmen. Das Weiße Haus teilte am Donnerstag mit, dass Trump bereits am Freitag nach New York reisen wird, um an einem FIFA-Empfang im Trump Tower teilzunehmen. Das WM-Finale findet im MetLife-Stadion in East Rutherford, New Jersey, statt.

FIFA-Chef Gianni Infantino hat angekündigt, den „magischen“ WM-Pokal gemeinsam mit Trump an die Siegermannschaft zu übergeben. Bei einem früheren Anlass im Juli 2025, als Trump an der Seite von Infantino das Finale der FIFA-Klub-WM im selben Stadion ansah, wurde der Präsident von Fans ausgebuht.

Die Sprecherin von Trump, Karoline Leavitt, bezeichnete das Turnier als „die meistgesehene, sicherste und erfolgreichste Weltmeisterschaft in der amerikanischen Geschichte“.

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Source: faz.net

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Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.