Chalon-sur-Saône: Merlier feiert dritten Etappensieg bei der Tour de France

Tour-Hattrick für Merlier, Kanter Siebter - Sturz bei Sprint

Der belgische Radprofi Tim Merlier vom Team Soudal Quick-Step hat seinen dritten Etappensieg bei der diesjährigen Tour de France errungen. Am Donnerstag gewann der 33-Jährige die 12. Etappe über 179,1 Kilometer nach Chalon-sur-Saône. Merlier setzte sich im Massensprint durch und etablierte sich damit als einer der führenden Sprinter der Rundfahrt.

Im Finale der Etappe kam es zu einem Massensturz, der mehrere Fahrer zu Fall brachte. Der Kolumbianer Fernando Gaviria löste den Crash aus, bei dem mehr als ein Dutzend Fahrer bei hoher Geschwindigkeit stürzten. Nur eine kleine Gruppe an der Spitze blieb unversehrt.

Pascal Ackermann, ein deutscher Fahrer, berichtete von den dramatischen Szenen. Er schilderte, dass der Sturz direkt neben ihm geschah und er noch immer zittere. Ackermann gelang es, den Sturz zu umfahren und belegte den 15. Platz.

Der deutsche Fahrer Max Kanter (XDS Astana) erreichte den siebten Platz und war damit der beste Deutsche im Sprint. Kanter äußerte sich zum Sturz, der knapp hinter ihm passierte. Er erklärte, dass er viele Positionen verloren habe und der Weg für ihn zu lang gewesen sei, um noch weiter nach vorne zu kommen.

Hinter Merlier belegte der Niederländer Olav Kooij (Decathlon-CMA CGM) den zweiten Platz, gefolgt von Jasper Philipsen (Belgien/Alpecin-Premier Tech) auf dem dritten Rang. Merlier, der bereits Europameister war, ließ der Konkurrenz im Sprint keine Chance.

Olav Kooij feiert nach dem Zieleinlauf seinen Erfolg mit den Teamkollegen.
Olav Kooij feiert nach dem Zieleinlauf seinen Erfolg mit den Teamkollegen. Credit: faz.net

Gesamtwertung bleibt unverändert

In der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen an der Spitze. Der slowenische Favorit Tadej Pogacar (UAE Emirates-XRG) behielt das Gelbe Trikot. Er führt weiterhin mit einem Vorsprung von 3:36 Minuten vor Jonas Vingegaard (Dänemark/Visma-Lease a Bike).

Der deutsche Fahrer Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) liegt auf dem sechsten Platz der Gesamtwertung mit einem Rückstand von 4:44 Minuten. Lipowitz zeigte sich während der Etappe humorvoll, als er mit einer Trinkflasche auf eine Zielscheibe zielte, diese verfehlte und kommentierte: „Das ist der Grund, warum ich mit Biathlon aufgehört habe.“

Die 12. Etappe startete auf der Rennstrecke in Magny-Cours. Eine vierköpfige Spitzengruppe, darunter Baptiste Veistroffer, setzte sich gut 25 Kilometer nach dem Start ab. Diese Gruppe wurde jedoch 35 Kilometer vor dem Ziel wieder eingeholt. Weitere Ausreißversuche blieben ebenfalls erfolglos.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit des Pelotons am Mittwoch betrug 50,91 km/h, was einen Rekord darstellte, abgesehen von Prologen oder Zeitfahren. Am Donnerstag war das Tempo aufgrund von zwischenzeitlichem Regen etwas geringer.

Ausblick auf die nächste Etappe

Nach zwei Flachetappen kehrt die Tour de France am Freitag in die Berge zurück. Die 13. Etappe führt über 205,8 Kilometer von Dole nach Belfort und ist die längste Etappe der diesjährigen Tour. Obwohl die ganz großen Anstiege fehlen, stehen ein Anstieg der dritten Kategorie sowie der Ballon d’Alsace, ein Berg der ersten Kategorie, auf dem Programm.

Ausreißer werden sich auf dieser Etappe große Hoffnungen auf einen Tagessieg machen. Der Ballon d’Alsace muss etwa 25 Kilometer vor dem Ziel bewältigt werden.

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Source: faz.net

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Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.