Mauro Schmid aus der Schweiz hat die 13. Etappe der Tour de France gewonnen. Der 26-Jährige vom Team Jayco AlUla setzte sich in Belfort im Sprint gegen Harold Tejada durch. Dieser Sieg markiert den größten Erfolg in Schmids Karriere und wurde mit einem Wheelie auf der Ziellinie gefeiert. Tom Pidcock belegte den dritten Platz und verbesserte seine Position im Gesamtklassement erheblich.
Die 13. Etappe war mit 205,8 Kilometern das längste Teilstück der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt und führte von Dole in die Garnisonsstadt Belfort. Nach 150 weitgehend flachen Kilometern wurde das Rennen unübersichtlich, da viele Fahrer versuchten, in die Ausreißergruppe zu gelangen. Das Renntempo war in der ersten Stunde mit durchschnittlich 55,3 km/h hoch, begünstigt durch Rückenwind.
Eine große Ausreißergruppe von 37 Fahrern konnte sich schließlich absetzen. Zu dieser Gruppe gehörten auch Pidcock sowie die Deutschen Michel Heßmann und John Degenkolb. Auch Sprinter Jasper Philipsen war Teil dieser Gruppe. Das Team Lidl-Trek mit Mads Pedersen im Grünen Trikot initiierte daraufhin eine 20-köpfige Verfolgergruppe.
91 Kilometer vor dem Ziel kam es zum Zusammenschluss, wodurch sich eine Spitzengruppe von 57 Fahrern bildete. Das Hauptfeld hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen Rückstand von knapp sieben Minuten, was frühzeitig klarstellte, dass der Etappensieg an einen Ausreißer gehen würde. Pidcock war der bestplatzierte Fahrer in dieser Spitzengruppe mit einem Rückstand von 11:49 Minuten auf das Gelbe Trikot.
Beim Zwischensprint 68 Kilometer vor dem Ziel kämpften die Fahrer um Punkte. Philipsen setzte sich durch und sicherte sich 25 Punkte. Pedersen lag knapp vor Biniam Girmay und holte 20 Punkte, wodurch Philipsen in der Punktewertung auf den zweiten Platz vorrückte.
39 Kilometer vor dem Ziel begann der Anstieg zum Ballon d’Alsace, einem 8,9 Kilometer langen Berg der 1. Kategorie. Zu Beginn des Anstiegs waren noch über 40 Fahrer in der Spitzengruppe, nach der Hälfte des Anstiegs waren es nur noch 19 Profis. Pidcock sicherte sich die zehn Punkte an der Bergwertung und nahm die Abfahrt mit acht Mitstreitern in Angriff. Auf der Abfahrt konnte Tim Wellens noch aufschließen.
Schmid attackierte 16 Kilometer vor dem Ziel aus der Spitzengruppe, und Tejada reagierte sofort. Das Duo arbeitete gut zusammen und konnte die Verfolger auf Abstand halten. Sechs Kilometer vor dem Ziel hatten sie 20 Sekunden Vorsprung, am Teufelslappen noch 18 Sekunden. Schmid eröffnete den Sprint 200 Meter vor dem Ziel und setzte sich durch.
Für Schmid war der Sieg auch eine Wiedergutmachung für das Vorjahr, als er auf der 11. Etappe nach Toulouse knapp gegen Jonas Abrahamsen unterlegen war. Er äußerte sich nach dem Rennen sprachlos und freute sich über den Erfolg seines Teams. Pascal Ackermann, Schmids Teamkollege, betonte, dass der Sieg zeige, dass auch kleinere Teams Etappen gewinnen können.
Pidcock überquerte die Ziellinie nur zwei Sekunden hinter dem Ausreißer-Duo und machte einen großen Sprung im Gesamtklassement. Er rückte von Platz zehn auf den vierten Platz vor und hat nun 13 Sekunden Rückstand auf den drittplatzierten Remco Evenepoel. Das Hauptfeld mit Tadej Pogacar und den Anwärtern auf die Podiumsplätze erreichte das Ziel 7:32 Minuten hinter den Ausreißern.
Der deutsche Fahrer Florian Lipowitz verlor einen Platz und liegt nun auf dem siebten Rang, 4:44 Minuten hinter Tadej Pogacar. Lipowitz kommentierte, dass es für sein Team nicht optimal gewesen sei, dass Pidcock in der Ausreißergruppe war. Georg Zimmermann, der trotz eines Sturzes am Vortag angetreten war, konnte sich nicht in der Ausreißergruppe des Tages halten.
Der Kampf um das Gelbe Trikot wird am Samstag auf der 14. Etappe in den Vogesen fortgesetzt. Die Etappe führt über 155 Kilometer von Mulhouse nach Le Markstein Fellering und beinhaltet drei Bergwertungen der 1. Kategorie. Die Strecke verläuft an diesem Tag in der Nähe der deutschen Grenze, was viele Fans anziehen dürfte.

Tadej Pogacar, der das Gelbe Trikot verteidigte, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Etappe. Er betonte, dass schnelle Entscheidungen getroffen werden mussten und sein Team alles unter Kontrolle hatte. Er sah es als Vorteil, dass Pidcock vorne war, da dies andere Teams zum Nachfahren zwang und sein Team auf den letzten 30 Kilometern das Tempo nicht mehr machen musste.
Mads Pedersen äußerte sich kritisch über den Start seines Teams, da sie es versäumten, einen Fahrer in die Ausreißergruppe zu bekommen. Er räumte ein, dass er Punkte gegenüber Jasper Philipsen verloren, aber einige gegenüber Biniam Girmay gewonnen habe. Insgesamt sei es ein solider Tag gewesen, obwohl zu viel Energie verbraucht wurde.
Jens Zemke, Sportlicher Leiter von Pinarello – Q36.5, bedauerte, dass Pidcock die Etappe nicht gewinnen konnte, zeigte sich aber erfreut über den Sprung im Gesamtklassement. Er betonte, dass die acht Minuten Vorsprung sehr wichtig waren, obwohl die ursprüngliche Intention der Etappensieg war.
Die 14. Etappe wird eine anspruchsvolle Kletterpartie in den Vogesen sein, die den Fahrern alles abverlangen wird. Besonders Jonas Vingegaard dürfte gute Erinnerungen an Le Markstein Fellering haben, da er dort vor drei Jahren seinen zweiten Tour-Triumph zementierte. Der Etappensieg ging damals an den Gesamtführenden der Tour 2026, Tadej Pogacar.
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Source: sportschau.de