Deutschland unterliegt Ecuador im letzten Gruppenspiel
Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr letztes Gruppenspiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko gegen Ecuador mit 1:2 verloren. Trotz der Niederlage bleibt das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann Gruppenerster und ist für die K.-o.-Runde qualifiziert. Die Partie fand in New Jersey statt und offenbarte Schwächen im deutschen Spiel.
Das Spiel begann vielversprechend für Deutschland. Bereits nach zwei Minuten erzielte Leroy Sané die Führung. Es war Sanés erstes Tor bei seiner fünften Turnierteilnahme (WM und EM). Die Entstehung des Tores war jedoch umstritten, da Aleksandar Pavlovic zuvor in einem Zweikampf Ecuadors Vite am Kopf getroffen hatte. Trotz lauter Proteste der Ecuadorianer und der Einschätzung eines Schiedsrichter-Experten, dass es ein klares Foul war, blieb die Entscheidung bestehen und der VAR schaltete sich nicht ein.
Ecuador reagierte schnell auf den Rückstand. In der neunten Minute nutzte Nilson Angulo einen Ballverlust von Felix Nmecha in der eigenen Hälfte und traf zum Ausgleich. Manuel Neuer sah den Ball spät und konnte den Schuss nicht abwehren. Es war bereits das dritte Spiel dieser WM, in dem der erste Torschuss auf Neuers Tor direkt zu einem Gegentreffer führte.
Fahriger Auftritt und Gegentor in der Schlussphase
Die deutsche Mannschaft zeigte sich im weiteren Verlauf der Partie fahrig und unkonzentriert. Fehlpässe prägten das Spiel, und die Offensive kam nicht wie erhofft in Schwung. Selbst das Duo Jamal Musiala und Florian Wirtz konnte keine Akzente setzen. Nagelsmann hatte für dieses Spiel auf seine Stammelf gesetzt, um diese einzuspielen. Lediglich der verletzte Nico Schlotterbeck und der angeschlagene Nathaniel Brown fehlten in der Startformation. Für sie rückten Antonio Rüdiger und David Raum in die Viererkette.
In der 58. Minute reagierte Nagelsmann auf die Rufe der Fans und brachte Deniz Undav für Kai Havertz. Auch Malick Thiaw, Maximilian Beier und Pascal Groß kamen für Joshua Kimmich, Felix Nmecha und Florian Wirtz ins Spiel. Doch die Wechsel brachten nicht den gewünschten Umschwung. Stattdessen drehte Ecuador das Spiel.
Nach einer Ecke in der 78. Minute verlängerte Rodríguez den Ball per Kopf. Gonzalo Plata hielt den Fuß rein und lenkte den Ball unter die Latte. Neuer griff ins Leere, und der Ball landete im Tor, was zum 1:2-Endstand führte. Vor dem Gegentor fehlte die Abstimmung zwischen Neuer und Jonathan Tah, was zu einer großen Torchance für Ecuador führte. Neuer hat bei dieser WM mehr Gegentore kassiert als Torschüsse abgewehrt, mit lediglich 43 Prozent der Torschüsse, die er abwehren konnte.

Einzelkritik und Ausblick auf das Sechzehntelfinale
Die Leistung der deutschen Spieler wurde kritisch bewertet. Manuel Neuer erhielt für seine Leistung eine Note 5. Auch Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha wurden mit einer Note 5 bewertet. Joshua Kimmich, der sein 113. Länderspiel bestritt und damit mit Philipp Lahm gleichzog, wurde in der zweiten Halbzeit ausgewechselt, vermutlich zur Belastungssteuerung. Jonathan Tah, der als neuer Abwehrchef galt, verlor vor dem entscheidenden Gegentor den Zweikampf. Antonio Rüdiger und David Raum, die erstmals in dieser WM von Beginn an spielten, zeigten ebenfalls Abstimmungsprobleme in der Defensive.
Für Angelo Stiller war es der erste Einsatz bei einer WM überhaupt. Er fügte sich gut ein, konnte die Niederlage jedoch nicht verhindern. Leroy Sané, der das Führungstor erzielte, arbeitete defensiv viel, vergab jedoch in der Schlussphase eine Chance zum Ausgleich.
Der Gegner für das Sechzehntelfinale steht noch nicht endgültig fest. Es wird ein Drittplatzierter aus den Gruppen A, B, C, D oder F sein. Am wahrscheinlichsten ist der Drittplatzierte aus Gruppe D, entweder Australien oder Paraguay. Das Spiel findet am Montag um 22.30 Uhr deutscher Zeit in Boston statt.

Der CDU-Außenpolitiker Peter Beyer gratulierte dem ecuadorianischen Präsidenten Daniel Noboa nach dem Spiel. Noboa verwies auf seine Schulzeit in Deutschland und betonte, dass Deutschland immer in seinem Herzen sein werde.
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Source: bild.de