Herausforderungen gegen körperliche Spielweise
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steht vor einem anspruchsvollen K.o.-Spiel gegen Paraguay im Sechzehntelfinale der WM 2026. Bundestrainer Julian Nagelsmann muss sich auf einen physisch starken Gegner einstellen, der voraussichtlich tief stehen und körperbetont agieren wird. Dies geht aus den Beobachtungen hervor, dass Paraguay in den drei Gruppenspielen sieben Gelbe Karten erhielt.
Die deutsche Mannschaft hatte bereits im bedeutungsvollen Spiel gegen die Elfenbeinküste Schwierigkeiten, physisch mitzuhalten. Trotz energischen Einsatzes gingen Duelle verloren, da der Gegner robuster war. Spieler wie Aleksandar Pavlovic, Florian Wirtz, Jamal Musiala und Joshua Kimmich stießen an ihre Grenzen, und selbst Jonathan Tah hatte in einer Szene vor dem Eckstoß, der zum 2:1 für Ecuador führte, Probleme.
Nagelsmann betonte, dass der direkte Infight schwer zu trainieren sei, da die Spieler die Körper hätten, die sie hätten. Er schloss aus, bis zum Spiel am Montag noch etwas „auftrainieren“ zu können, da der Aufbau von Muskelmasse Monate dauere. Eine Umstellung, beispielsweise Leon Goretzka anstelle von Pavlovic einzusetzen, um eine robustere Mannschaft zu formen, schloss Nagelsmann ebenso aus wie einen Positionswechsel von Kapitän Kimmich ins zentrale Mittelfeld.
Historische Begegnungen und aktuelle Erwartungen
Die Begegnung mit Paraguay ist nicht die erste für Deutschland bei einer Weltmeisterschaft. Manuel Neuer ist der einzige Spieler im aktuellen Kader, der bereits gegen Paraguay antrat. Dies geschah in einem Testspiel im Jahr 2013, das in Kaiserslautern mit einem 3:3 endete. Die erste WM-Begegnung fand 2002 im Achtelfinale in Seogwipo, Südkorea, statt. Damals gewann Deutschland durch ein Tor in der 88. Minute mit 1:0.
Rudi Völler, heute Sportdirektor des DFB, war damals als Teamchef dabei und zeigte sich zufrieden mit dem damaligen Ergebnis. Er äußerte sich zuversichtlich für das kommende Spiel in Boston und betonte, dass die Mannschaft anders in das K.o.-Spiel gehen werde als gegen Ecuador. Gegen Ecuador wussten die Spieler, dass sie unabhängig vom Ergebnis Gruppenerster werden würden, was laut Völler dazu führte, dass der letzte Einsatz fehlte. Er ist jedoch überzeugt, dass die Mannschaft am Montag alles geben und ein gutes Spiel machen wird, um in die nächste Runde einzuziehen.
Paraguay wird voraussichtlich tief stehen und kaum Wert auf Ballbesitz legen, um ihre Defensive zu stärken. Dies zeigte sich bereits gegen Australien, wo Paraguay in der ersten Halbzeit keinen Torschuss abgab. Das Eröffnungsspiel gegen die USA verlor Paraguay mit 1:4. Gegen die Türkei gelang ein 1:0-Sieg, obwohl das Team eine Halbzeit lang mit zehn Spielern auskommen musste. Ein 0:0 gegen Australien reichte nur für den dritten Platz in der Gruppe.

Taktische Ansätze und Geduld gefordert
Für das Spiel am Montag wird ein zähes Ringen erwartet. Nagelsmann fordert von seiner Mannschaft Geduld. Nach dem Duell mit Ecuador kritisierte er, dass die Positionen zu schnell und „wild“ gewechselt wurden. Gegen Paraguay soll das Spiel strukturierter ablaufen, ohne dabei träge zu wirken. Schnelles Abspielen des Balls und das Schaffen von Überzahlsituationen durch einstudierte Positionswechsel sollen helfen, Zweikämpfe zu vermeiden, die schmerzhaft sein könnten.
Alle zehn Tore der deutschen Mannschaft bei dieser WM fielen innerhalb des Strafraums. Paraguay wird versuchen, diesen Bereich mit einer „Mauer aus Spielern“ zu schützen. Nagelsmanns Ziel ist es, diese Abwehr zu durchbrechen. Die deutsche Mannschaft muss sich auf ein Spiel einstellen, in dem sie möglicherweise lange auf ihre Chancen warten muss.
Im Sechzehntelfinale wartet nun Paraguay, nachdem lange Zeit Unklarheit über den Gegner herrschte. Durch den komplizierten WM-Modus gab es insgesamt 495 mögliche Konstellationen für die Verteilung der besten Gruppendritten. Sollte Deutschland Paraguay besiegen, könnte im Achtelfinale Frankreich warten. Das Spiel gegen Paraguay findet am Montag, den 29. Juni, statt.
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Source: sportschau.de