Klopps Trainerteam nimmt Gestalt an
Die offizielle Bestätigung von Jürgen Klopp als neuem Bundestrainer steht noch aus, doch es sickern bereits Details zu seinem künftigen Team durch. Neben seinen langjährigen Wegbegleitern Peter Krawietz und Pepijn Lijnders soll der ehemalige Nationalspieler Sven Bender als Co-Trainer zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) stoßen. Diese Personalie gilt als Überraschung.
Sven Bender, 37 Jahre alt, hatte erst Anfang Juli seinen Vertrag beim Regionalligisten SpVgg Unterhaching nach zwei Jahren überraschend aufgelöst. Der Präsident von Unterhaching, Manfred Schwabl, äußerte sich überrascht über die Entscheidung und deren Kurzfristigkeit. Als Grund für die Vertragsauflösung wurden „unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige sportliche Ausrichtung und Zielsetzung“ genannt.
Schwabl dankte Bender für dessen Professionalität, Loyalität und Engagement während seiner Zeit in Unterhaching. Die Trennung wurde bedauert. Es wird vermutet, dass der Ruf von Bundestrainer-Kandidat Klopp eine Rolle bei Benders Entscheidung gespielt haben könnte.
Bender spielte sechs Jahre lang unter Klopp bei Borussia Dortmund. In dieser Zeit gewann er mit dem Verein zweimal die deutsche Meisterschaft und einmal den Pokal. Der defensive Mittelfeldspieler war für seine Mentalität bekannt, eine Eigenschaft, die der Nationalmannschaft nach dem WM-Debakel zugeschrieben wurde.
Seine Erfahrung als Trainer sammelte Sven Bender bereits als Assistent von Edin Terzic und Nuri Sahin beim BVB. Zuvor war er auch als Co-Trainer der U16 beim DFB tätig.
Vertragsdetails und Präsentation
Auch die Kompensation für die vorzeitige Auflösung von Klopps Vertrag als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull wurde bekannt. Sein Vertrag lief ursprünglich bis 2029. Der DFB, der eine millionenschwere Ablöse vermeiden wollte, plant demnach eine Spende an die konzerneigene Stiftung „Wings for Life“. Diese Spende ist noch nicht offiziell bestätigt.
Zudem wurden alle offenen Punkte mit den weiteren Werbepartnern von Klopp und des Verbandes besprochen. Dazu gehören unter anderem die DVAG bei Klopp und die Ergo beim DFB. Damit fehlt nur noch die Zustimmung der DFB-Gremien zu Klopps Vertrag, der bis zur WM 2030 laufen soll. Ein Termin für die entsprechende Sitzung stand am Mittwochmorgen noch nicht fest.
Die Vorstellung des 59-Jährigen als Nachfolger von Julian Nagelsmann ist für diese Woche in Frankfurt/Main geplant. Es wird erwartet, dass er am Freitag präsentiert wird. Klopp war zuvor fast sieben Wochen als WM-Experte für MagentaTV tätig.
Die Premiere des designierten Bundestrainers können Fußballfans bei RTL verfolgen. Der Sender überträgt das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft nach dem frühen WM-Aus gegen die Niederlande am 24. September. Die Übertragung beginnt um 20.15 Uhr.
Die DFB-Auswahl hat während der ersten Bundesligapause vier Spiele zu absolvieren. Nach dem Spiel gegen die Niederlande in Amsterdam folgen Heimspiele gegen Griechenland am 27. September, übertragen von der ARD, und gegen Serbien am 1. Oktober, übertragen vom ZDF. Danach steht die Auswärtspartie in Griechenland am 4. Oktober an, die von RTL gezeigt wird.

Kritik an der Nationalmannschaft
Unterdessen äußerte der ehemalige Weltmeister Lukas Podolski deutliche Kritik an der deutschen Nationalmannschaft nach dem WM-Scheitern in Amerika. Er bemängelte, dass niemand Verantwortung übernehme und es an Zusammenhalt fehle. Podolski sprach von einem Mangel an „Typen“ in der Mannschaft.
Die DFB-Elf war im Sechzehntelfinale im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert, obwohl sie als klarer Favorit galt. Wenige Tage später erklärte Julian Nagelsmann seinen Rücktritt als Bundestrainer. Podolski, der 130-mal das Nationaltrikot trug, sieht den Trainerwechsel jedoch nicht als Allheilmittel für die Probleme des deutschen Fußballs.
Der 41-Jährige ist der Meinung, dass es in Deutschland seit Jahren auf einigen Positionen an Weltklassespielern fehlt. Er kritisiert, dass ein Trainerwechsel allein nicht ausreicht, um die vielschichtigen Probleme zu lösen. Für Podolski ist ein weiteres Problem, dass es nicht mehr die Charaktere wie früher gebe.
Er erklärte, dass Spieler heutzutage „glattgebügelt“ würden und sich nicht mehr zu etwas bekennen oder anecken dürften. Als Beispiel nannte er Antonio Rüdiger, der diese „Galligkeit“ besitze und auch mal ein „Drecksack“ sein könne, wenn es nötig sei, was er bei Real Madrid zeige. Die Kritik an Rüdiger in Deutschland sei darauf zurückzuführen, dass er sich so verhalte, wie er sich verhalte.
Die Vorstellung von Jürgen Klopp als neuem Bundestrainer wird für diese Woche in Frankfurt/Main erwartet.
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Source: n-tv.de