Personalentscheidungen und Kritik
Tino Sorge, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, hat seine Entlassung aus dem Amt bekannt gegeben und dabei das Vorgehen von Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert. Sorge äußerte, dass er seine Arbeit an dieser zentralen Stelle der Gesundheitspolitik gerne fortgesetzt hätte. Er nahm die Entscheidung des Bundeskanzlers zur Kenntnis, bemängelte jedoch, dass diese zuerst in Parteigremien und vor der Presse verkündet wurde, anstatt in einem persönlichen Gespräch mit ihm. Dies sei Merz’s „eigene Stilfrage“.
Sorge, der Bundestagsabgeordnete aus Sachsen-Anhalt ist, wo am 6. September Wahlen stattfinden, hofft, dass die Entscheidung einer „übergeordneten Logik“ folgt, die größer ist als die Summe einzelner Personalentscheidungen. Er verwies auf die erfolgreiche Weiterentwicklung der Krankenhausreform und das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, die in Zusammenarbeit mit der scheidenden Ministerin Nina Warken (CDU) erreicht wurden. Warken wechselt als Kanzleramtsministerin in die Regierungszentrale.
Die strukturelle Sicherung der Krankenkassenfinanzen, die Pflege, die Reform der Notfallversorgung, die Stärkung des Wirtschaftsstandorts und die Digitalisierung nannte Sorge als anstehende Herausforderungen. Er betonte, dass die Mitarbeiter in den Fachabteilungen des Gesundheitsministeriums „exzellent aufgestellt“ seien und eine Hausleitung verdienten, die ihre Arbeit schnellstmöglich in solides Regierungshandeln umsetzt. Dem neuen Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann und seinem Team wünschte er alles Gute und viel Erfolg.

Wechsel im Sportministerium
Die personellen Veränderungen betreffen auch den Sportbereich. Christiane Schenderlein ist nicht mehr Staatsministerin für Sport. Sie wird im Zuge des Regierungsumbaus als Parlamentarische Staatssekretärin ins Bundesgesundheitsministerium wechseln. Schenderlein trat ihr Amt nach der Bundestagswahl 2025 an und sagte laut einer Mitteilung, sie respektiere den Wunsch und freue sich auf die neue Aufgabe.
Das Amt der Staatsministerin für Sport wurde erst vor 14 Monaten neu geschaffen und war zuvor Aufgabe des Bundesinnenministeriums. Die Nachfolge von Schenderlein ist noch offen, wobei eine Information „zu einem späteren Zeitpunkt“ angekündigt wurde. Das „Handelsblatt“ berichtete, dass die frühere deutsche Weltfußballerin Nadine Keßler das Amt übernehmen soll. Keßler ist in der UEFA zur Direktorin Frauenfußball aufgestiegen und war maßgeblich an der Gestaltung des Spiels auf europäischer Ebene beteiligt, einschließlich der Organisation der EM 2025 in der Schweiz.
Keßler war mit Turbine Potsdam und dem VfL Wolfsburg viermal deutsche Meisterin und gewann dreimal die Champions League sowie zweimal den DFB-Pokal. Die Europameisterin von 2013 absolvierte 29 Länderspiele, bevor eine schwere Knieverletzung ihre Karriere im April 2016 beendete. Weder die Bundesregierung noch die UEFA haben die Personalie kommentiert. Der Bundestag hatte erst kurz vor der Sommerpause dem neuen Sportfördergesetz zugestimmt, dessen Kern die Gründung einer Spitzensportagentur ist, die künftig die Sportfördermillionen des Bundes verteilen soll. Zudem läuft die finale Phase der Auswahl des deutschen Olympia-Bewerbers, wobei am 26. September in Baden-Baden bekannt gegeben werden soll, ob Berlin, München oder die Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum ins internationale Rennen um Sommerspiele einsteigen.

Source: welt.de