Lipowitz muss nach schwerem Sturz bei der Tour de France aufgeben

Tour de France: Florian Lipowitz stürzt, muss das Rennen aufgeben - BILD

Drama bei der Tour de France

Florian Lipowitz, ein deutscher Hoffnungsträger bei der Tour de France, ist im Einzelzeitfahren zwischen Evian-les-Bains und Thonon-les-Bains schwer gestürzt und musste das Rennen aufgeben. Der Vorfall ereignete sich in einer Rechtskurve, als der 25-jährige Fahrer zu weit nach außen getragen wurde, wegrutschte und mit der Schulter gegen einen Bordstein prallte. Dieser Sturz markiert das zweite Ausscheiden eines Top-Fahrers nach dem Unfall von Jonas Vingegaard am Sonntag.

Nach dem Sturz konnte Lipowitz nicht eigenständig aufstehen und wurde auf einer Trage fixiert, bevor er mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht wurde. Die Fernsehbilder zeigten, wie er sich die rechte Schulter hielt, und die starken Schmerzen waren ihm deutlich anzusehen. Nach einer kurzen Behandlung wurde er von Betreuern von der Strecke geführt.

Vor dem Unfall hatte Lipowitz auf den 26 Kilometern am Genfer See eine starke Leistung gezeigt. Er hatte in der Gesamtwertung Zeit gegenüber seinen Konkurrenten um den dritten Platz, Isaac del Toro und Paul Seixas, gutgemacht. Es sah so aus, als könnte er den beiden Talenten sehr nahekommen, bevor der Sturz seine Hoffnungen zunichtemachte. Vor dieser Etappe lag Lipowitz auf dem fünften Gesamtrang.

Evenepoel gewinnt Etappe, Pogacar weiterhin in Gelb

Trotz des dramatischen Ausscheidens von Lipowitz konnte sein Teamkollege Remco Evenepoel die Etappe gewinnen. Der 26-jährige Belgier deklassierte die Konkurrenz und hatte im Ziel einen Vorsprung von 28 Sekunden auf Tadej Pogacar, der weiterhin unangefochten im Gelben Trikot fährt. Für Evenepoel war dies der erste Sieg eines Belgiers am belgischen Nationalfeiertag seit 41 Jahren. Rudy Matthijs gewann 1985 die Schlussetappe in Paris.

Evenepoel äußerte sich nach seinem Sieg betroffen über den Sturz seines Teamkollegen. Er bezeichnete den Sieg als „bittersüß“ und drückte sein Bedauern aus, als er von Florian Lipowitz‘ Unfall erfuhr. Er hofft, dass es Lipowitz bald wieder besser geht. In der Gesamtwertung liegt Evenepoel 4:32 Minuten hinter Pogacar. Sein Vorsprung auf den vierten Rang, den Seixas belegt, beträgt vor den drei schweren Alpen-Etappen am Donnerstag, Freitag und Samstag 2:39 Minuten. Das Ziel des Red Bull-Teams ist es, am Sonntag in Paris einen Fahrer auf dem Podium zu haben.

Auch Pogacar zeigte sich betroffen von dem Vorfall. Er sagte, er hoffe, dass es „Lipo“ gut gehe. Er selbst sei beinahe an derselben Stelle gestürzt, da vor ihm Organisationsfahrzeuge waren und er die Kurve nicht so einsehen konnte, wie er es gewünscht hätte.

Vorbereitungen und nächste Etappen

Die Nacht vor der Etappe verlief für Evenepoel und Lipowitz nicht wie gewohnt. Gegen 22 Uhr wurden alle acht Fahrer des Red Bull-Teams von Dopingkontrolleuren überprüft. Ein Sprecher bestätigte, dass es sich dabei nicht um eine der umstrittenen Nachtkontrollen handelte, wie sie zuletzt bei Tadej Pogacar und dem ausgeschiedenen Mitfavoriten Jonas Vingegaard stattfanden. Pogacar wurde um fünf Uhr morgens geweckt, Vingegaard um zwei Uhr morgens vor seinem Sturz.

Teamkollege Nico Denz äußerte sich dazu und sagte, dass die Kontrolle noch im Rahmen gewesen sei. Er selbst sei um 22:30 Uhr dran gewesen, was besser sei als zwei Uhr nachts. Er beschrieb die Kontrolle als professionell und zügig, mit drei oder vier Kontrolleuren vor Ort.

Nach drei Etappen, die hauptsächlich die Favoriten um die Gesamtwertung in den Mittelpunkt stellten, könnten am Mittwoch möglicherweise wieder die Sprinter im Fokus stehen. Auf den größtenteils flachen 174,7 Kilometern zwischen Chambery und Voiron stehen zwar einige leichte Anstiege an, aber zum Ende hin könnte es zu einem letzten Massensprint kommen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein Ausreißer jubeln könnte.

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Source: bild.de

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Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.