New York: WM-Finale mit Halbzeitshow nach Super-Bowl-Vorbild

WM-Finale: Eine Halbzeitshow wie beim Super Bowl - tagesschau.de

WM-Finale mit Staraufgebot

Das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in New York wird erstmals eine Halbzeitshow nach dem Vorbild des Super Bowl präsentieren. Diese Neuerung, die von FIFA-Chef Gianni Infantino initiiert wurde, soll das Endspiel zwischen Spanien und Argentinien zu einem globalen Unterhaltungsevent machen, das über den reinen Sport hinausgeht. Ein beeindruckendes Line-up internationaler Musikstars ist angekündigt, um das Publikum weltweit zu begeistern.

Zu den prominenten Künstlern, die auftreten sollen, gehören Madonna, Justin Bieber, Coldplay, Shakira und die südkoreanische Boygroup BTS. Shakira wird voraussichtlich ihren WM-Song „Dai Dai“ performen, während BTS mit „The World Unite“ Milliarden von Fernsehzuschauern willkommen heißen soll. Die Beiträge von Madonna und Justin Bieber bleiben vorerst geheim, ebenso wie Auftritte des venezolanischen Dirigenten Gustavo Dudamel, eines New Yorker Grundschulchors und der Muppet-Figuren Kermit und Miss Piggy.

Chris Martin, der Sänger von Coldplay, fungiert als künstlerischer Leiter der Show und steht vor der Herausforderung, all diese Superstars innerhalb eines begrenzten Zeitrahmens zu koordinieren. Die Organisatoren versprechen, dass die Halbzeitshow elf Minuten dauern wird, um den Fußballregeln gerecht zu werden und den Rasen zu schonen.

Spektakel für einen guten Zweck und globale Reichweite

Der Organisationschef der Halbzeitshow, Hugh Evans, kündigte an, dass es sich um die „meistgesehene Veranstaltung der Geschichte“ handeln werde. Er erwartet, dass Milliarden von Menschen zuschauen werden, was die Zuschauerzahlen des Super Bowl um ein Vielfaches übertreffen könnte. Dieses Spektakel dient laut Evans auch einem guten Zweck, da er hauptberuflich die Hilfsorganisation Global Citizen leitet, die sich der Bekämpfung von Hunger und Armut widmet.

Die Halbzeitshow soll 100 Millionen US-Dollar für einen Bildungsfonds einbringen, der Kindern in ärmeren Ländern den Schulbesuch und das Fußballspielen ermöglichen soll. Damit soll die Veranstaltung nicht nur der FIFA und den Superstars zugutekommen, sondern auch einen positiven Beitrag für Kinder leisten. Evans bezeichnete die Show als die „größte Ansammlung von Künstlern für einen guten Zweck seit dem Konzert von Live Aid 1985“.

Die Entscheidung, eine solche Halbzeitshow zu inszenieren, spiegelt den zunehmenden Trend zur Kommerzialisierung des Fußballs wider. Sportsoziologe Christian Brandt aus Bayreuth sieht darin eine logische Entwicklung, die sich seit den 1990er-Jahren verstärkt hat. Die Wahl der Künstler, wie beispielsweise BTS, zielt darauf ab, neue Zielgruppen, wie den asiatischen Markt, anzusprechen und das WM-Finale als weltweites Unterhaltungsevent zu etablieren.

Illuminierter Schriftzug "The Final July 19" über der Skyline von New York
Illuminierter Schriftzug "The Final July 19" über der Skyline von New York Credit: tagesschau.de

Die Dauer der Halbzeitpause ist ein Diskussionspunkt. Während eine reguläre Halbzeitpause im Fußball 15 Minuten beträgt, spekulieren Medien über eine Verlängerung auf 20 bis 30 Minuten. Sportmediziner warnen vor den Auswirkungen einer längeren Pause auf die Spieler, da Muskeltemperatur, Herzfrequenz und neuromuskuläre Aktivierung sinken könnten. Dies erinnert an frühere Debatten um die neu eingeführten Trinkpausen, die ebenfalls im Verdacht standen, eher kommerziellen Interessen als der Gesundheit der Spieler zu dienen.

Finale und weitere Entwicklungen

Das WM-Finale findet am Sonntag in New York statt. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum wird auf Einladung von US-Präsident Donald Trump zusammen mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney anwesend sein, um die drei Gastgeberländer der WM zu repräsentieren. Dies unterstreicht die politische Bedeutung des Turniers und die enge Zusammenarbeit zwischen den Regierungen.

Im Vorfeld des Finales gab es bereits einige bemerkenswerte Ereignisse. Kylian Mbappé überholte Lionel Messi in der ewigen WM-Torjägerliste, indem er im Spiel um Platz drei gegen England zwei Tore erzielte und damit auf 22 Treffer bei Weltmeisterschaften kam. Messi hat 21 WM-Tore und könnte im Finale nachlegen. Der frühere deutsche Nationalspieler Miroslav Klose führte die Rangliste vor dem Turnier mit 16 Toren an.

Der Times Square war fest in weiß-blauer Hand
Der Times Square war fest in weiß-blauer HandQuelle:AP Photo/Frank Franklin II Credit: welt.de

Das spanische Team musste sein Abschlusstraining wegen eines Gewitters im Großraum New York absagen. Dies betraf auch die Vorbereitung von Spielern wie Lamine Yamal und Pedro Porro, die zuvor angeschlagen waren. Yamal hatte im Halbfinale gegen Frankreich einen Schlag auf den Oberschenkel erhalten. Trotz der Absage des Trainings betonte Trainer Luis de la Fuente, dass Yamal am Freitag mit seinen Kollegen auf dem Platz gestanden habe.

FIFA-Präsident Gianni Infantino konnte aufgrund heftiger Gewitter und starken Regens in New York nicht am Spiel um Platz drei in Miami teilnehmen. Er hatte sich in New York für einen gemeinsamen Auftritt mit US-Präsident Donald Trump bei einem FIFA-Empfang aufgehalten. Auch zahlreiche Flüge nach New York wurden wegen der Unwetter gestrichen, was bei einigen Fans Sorgen um ihren Finalbesuch auslöste. Zahlreiche Argentinien-Fans stimmten sich bereits am Samstagabend am Times Square in New York auf das Finale ein.

Die FIFA hat seit Beginn der WM nach eigenen Angaben mehr als sieben Millionen potenziell schädliche Beiträge und Kommentare in sozialen Medien entfernt. Dies ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zur vergangenen Männer-WM in Katar 2022. Über 200.000 beleidigende und einschüchternde Beiträge wurden gemeldet, und über 1000 schwerwiegende Drohungen wurden den zuständigen Behörden übermittelt. Der ehemalige spanische Welt- und Europameister Joan Capdevila wandte sich an Donald Trump, da ihm die Einreise in die USA verweigert wurde, um das Finale zu besuchen.

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Source: tagesschau.de

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Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.