Nach dem Halbfinal-Aus der englischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft und der darauf folgenden Kritik hat Trainer Thomas Tuchel erneut Stellung bezogen. Die Three Lions hatten sich mit einem Sieg im Spiel um Platz 3 gegen Frankreich von der WM verabschiedet, nachdem ihr Traum vom Finale gegen Argentinien geplatzt war. Tuchel sah sich nach dem Ausscheiden einer heftigen Kritik der englischen Presse ausgesetzt.
Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Frankreich äußerte Tuchel sein Unverständnis über die Schärfe der Kritik. Er sagte, er habe das Gefühl gehabt, als sei das Team bereits in der Gruppenphase ohne Sieg ausgeschieden. Diese Aussage deutet darauf hin, dass er die Reaktionen als überzogen empfand und sie den Leistungen Englands im Turnier nicht gerecht würden. Tuchel warnte davor, die gesamte Leistung schlechtzureden.
Tuchel verteidigt Englands WM-Erfolg
Unter der Führung von Thomas Tuchel erreichte England bei dieser WM den dritten Platz, was das beste Ergebnis seit 60 Jahren darstellt. Der letzte und einzige Titelgewinn Englands datiert aus dem Jahr 1966. Tuchel betonte die Bedeutung dieses Erfolgs und riet dazu, die Tiefpunkte nicht zu niedrig und die Höhepunkte nicht zu hoch zu bewerten. Er erklärte, dass dies das Ziel für ihn und das Team sei und dass das Drama nach dem Spiel gegen Argentinien ein wenig übertrieben gewesen sei. Er fügte hinzu, dass Reden allein keine Punkte oder Ergebnisse liefere.
Besonders kritisiert wurde Tuchel für seine defensiven Wechsel nach der Führung im Halbfinale gegen Argentinien. Medien wie die „Sun“ schrieben, die Niederlage gehe „ganz klar auf die Kappe des Trainers“. Der „Guardian“ meinte, Tuchel habe „Angst gezeigt“, während die „BBC“ von „katastrophalen Entscheidungen“ sprach, die den Spielern und dem Trainer die „Unsterblichkeit“ gekostet hätten. Der „Sydney Morning Herald“ bezeichnete Tuchel sogar als „Staatsfeind Nummer eins“ in England.
Schon vor dem Spiel um Platz 3 hatte Tuchel auf die Kritik reagiert. Mit dem Sieg gegen Frankreich lieferte er eine weitere Antwort auf seine Kritiker.
Kritik auch von US-Präsident Trump
Die Kritik an Thomas Tuchels Taktik im verlorenen WM-Halbfinale erreichte auch die Vereinigten Staaten. US-Präsident Donald Trump reihte sich in die Liste der Kritiker ein. Bei einem FIFA-Empfang in New York äußerte sich Trump zu Englands Niederlage gegen Argentinien und zeigte sich verwundert über die Rolle von Bayern-Stürmer Harry Kane.
Trump sagte, er könne nicht verstehen, warum man in Führung gehe und dann seinen besten Spieler in die Defensive stelle. Er bezeichnete dies als „ungewöhnlich“. Der US-Präsident fügte hinzu: „Was weiß ich schon vom Coachen? Aber das war etwas ungewöhnlich.“ Er mutmaßte, dass es ein Fehler gewesen sein könnte, Kane zu einem Defensivspieler zu machen.
Tuchel hatte nach dem Führungstor durch Anthony Gordon in der 55. Minute drei Verteidiger eingewechselt – Dan Burn, Nico O’Reilly und Ezri Konsa – und auf eine Fünferkette umgestellt. Er begründete diese Maßnahme damit, dass das Team in der Luft stärker sein wollte, da sie direkt nach dem Tor zu viele Flanken kassiert hätten.
Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel um Platz drei gegen Frankreich in Miami Gardens wurde Tuchel auf die Aussagen von Donald Trump angesprochen. Er fragte den Journalisten, ob dieser den US-Präsidenten nun als Zeugen verwenden wolle. Tuchel erklärte die taktische Rolle von Kapitän Kane: „Wir haben im tiefen Block verteidigt. So macht man das.“ Er fügte hinzu, dass Kane dies bereits in der ersten Halbzeit getan habe, der Unterschied sei, dass er danach herausgestoßen sei und das Team die Lücken gefunden habe.
Das Spiel um Platz 3 zwischen Frankreich und England fand in Miami statt.
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Source: bild.de