Philipsens emotionaler Sieg in Voiron
Jasper Philipsen hat die 17. Etappe der Tour de France in Voiron gewonnen. Der Belgier setzte sich im Sprint einer großen Ausreißergruppe in den Alpen durch. Dieser Sieg war für Philipsen, der sich in den ersten zwölf Etappen der Tour frustriert zeigte, eine besondere Genugtuung. Er beschrieb die anfänglichen Etappen als „Horror“ und äußerte seine Enttäuschung darüber, keine Etappe gewonnen zu haben, obwohl er sich in der Form seines Lebens befand. Seinen Erfolg widmete er seinem Team Alpecin-Premier Tech, das stets an ihn geglaubt hatte.
Im Finale der Etappe wurde Philipsen von seinem Teamkollegen Mathieu van der Poel optimal in Position gebracht. Van der Poel führte ihn etwa 100 Meter vor der Ziellinie, bevor Philipsen den Vorsprung souverän ins Ziel brachte. Mauro Schmid aus der Schweiz belegte den zweiten Platz, gefolgt von Olav Kooij aus den Niederlanden auf dem dritten Rang. Für Philipsen war dies bereits der elfte Etappensieg bei einer Tour de France.

Die 17. Etappe führte über 174,7 Kilometer von Chambéry nach Voiron und galt als eine der einfacheren Alpen-Etappen. Die ersten 60 Kilometer enthielten vier kleinere Bergwertungen, während der zweite Teil der Strecke keine besonderen Schwierigkeiten aufwies. Das Hauptfeld mit dem Gesamtführenden Tadej Pogacar erreichte das Ziel mit einem Rückstand von 8:46 Minuten, da die Favoriten vor den bevorstehenden schweren Alpenetappen Kräfte sparten.
Kampf um das Grüne Trikot spitzt sich zu
Der Etappensieg von Jasper Philipsen hat den Kampf um das Grüne Trikot, das die Führung in der Punktewertung symbolisiert, erheblich spannender gemacht. Philipsen sammelte 50 Sprintpunkte und liegt nun nur noch sieben Punkte hinter dem derzeit Führenden Mads Pedersen. Pedersen hatte zuvor beim Zwischensprint 27 Kilometer vor dem Ziel 25 Punkte gewonnen, während Philipsen im Sprint des Feldes weitere neun Punkte holte.
Philipsen äußerte seine Entschlossenheit, bis zum Sonntag um das Grüne Trikot zu kämpfen. Diese Entwicklung verspricht ein spannendes Finale in der Punktewertung der Tour. Die emotionale Achterbahnfahrt, die Philipsen während der Tour erlebte, fand mit diesem Sieg einen Höhepunkt, der ihm nach eigenen Angaben „ein paar Jahre meines Lebens kostet“, da er den Triumph zwischenzeitlich nicht mehr für möglich gehalten hatte.

Auch der deutsche Meister Felix Engelhardt zeigte sich in guter Form und war lange Zeit Teil der Ausreißergruppe. Er freute sich über den zweiten Platz seines Teamkollegen Mauro Schmid und betonte, dass das Team alles richtig gemacht habe. Georg Zimmermann und Nico Denz waren ebenfalls in der Ausreißergruppe vertreten, die auf den letzten Kilometern um den Sieg kämpfte. Jasper Stuyven, der sich zwischenzeitlich mit einem Solo abgesetzt hatte, wurde 3,7 Kilometer vor dem Ziel von der Verfolgergruppe eingeholt.
Ausblick auf die kommenden Alpenetappen
Mit der 18. Etappe beginnt das anspruchsvolle Finale der Tour, das drei Bergankünfte in den Alpen umfasst. Die Etappe führt über 185 Kilometer von Voiron nach Orcières-Merlette. Der Schlussanstieg ist 7,1 Kilometer lang und wird als nicht besonders schwer eingestuft. Diese Etappe dient als Auftakt für die kommenden Herausforderungen, bevor es zum doppelten Spektakel in Alpe d’Huez kommt.
Die Favoriten im Gesamtklassement, darunter Tadej Pogacar, der weiterhin das Gelbe Trikot trägt, nutzten die 17. Etappe, um Kräfte für die bevorstehenden Bergprüfungen zu sparen. Pogacar liegt im Gesamtklassement weiterhin vor Remco Evenepoel und seinem Teamkollegen Isaac del Toro. Die kommenden Etappen werden entscheidend sein für die Vergabe des Gesamtsieges.
Die Tour de France geht nun in ihre entscheidende Phase, in der die Bergfahrer im Mittelpunkt stehen werden. Die 18. Etappe führt die Fahrer von Voiron nach Orcières-Merlette.
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Source: sportschau.de