Spanien hat sich als erster Finalist der WM 2026 qualifiziert, nachdem es Frankreich im Halbfinale mit 2:0 besiegte. Die spanische Mannschaft dominierte das Spiel und ließ dem als Topfavoriten gehandelten Gegner kaum Chancen. Das Duell fand in Dallas statt und endete mit einer „Lektion für die Welt“, wie die spanische Presse titelte.
Die Tore für Spanien erzielten Mikel Oyarzabal in der 22. Minute per Elfmeter und Pedro Porro in der 58. Minute. Der Sieg markiert für Spanien die Rückkehr in ein WM-Finale nach 16 Jahren, und das Team wird nun am Sonntag in New York / New Jersey um den Titel kämpfen.
Spanische Kontrolle und französische Enttäuschung
Der Matchplan von Trainer Luis de la Fuente ging vollständig auf. Spanien zeigte eine beeindruckende Ball- und Spielkontrolle, die es der französischen Offensive um Kylian Mbappé schwer machte, ins Spiel zu finden. Die „Équipe Tricolore“ blieb weit hinter den Erwartungen zurück, insbesondere am französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli.
Die internationale Presse reagierte auf den spanischen Sieg mit Lob und Anerkennung. Die spanische Zeitung „AS“ sprach von einer „Lektion für die Welt“, während „Marca“ betonte, dass Spanien zum zweiten Mal um den Weltmeister-Titel kämpfen werde. „Mundo Deportivo“ erinnerte an ein Versprechen von Pedri und Lamine Yamal vom 19. Juli 2026, dem Datum des WM-Finales, das sie nun eingehalten hätten.
Auf französischer Seite herrschte große Enttäuschung. „L’Équipe“ bezeichnete das Ergebnis als „Unfall in Dallas“ und sprach von einer „regelrechten Fußballlektion“, die Les Bleus von den Spaniern erhalten hätten. „RMC Sport“ stellte fest, dass Frankreich gegen die kontrollierten Spanier „nie ein Mittel“ fand, die Partie zu entscheiden. „Le Figaro“ schrieb, dass Frankreich „klar deklassiert“ wurde und der Traum für Les Bleus ausgeträumt sei.
Die Schlüsselmomente des Spiels
Das Spiel begann zunächst verhalten, mit vielen leichten Fehlern auf beiden Seiten. Die erste entscheidende Szene ereignete sich in der 20. Minute, als Spanien einen Elfmeter zugesprochen bekam. Nach einer Flanke von Marc Cucurella foulte der französische Außenverteidiger Lucas Digne den heranstürmenden Lamine Yamal im Strafraum. Schiedsrichter Ivan Barton aus El Salvador entschied sofort auf Strafstoß.
Mikel Oyarzabal verwandelte den Elfmeter sicher mit links ins rechte Eck und brachte Spanien in der 22. Minute mit 1:0 in Führung. In der Folge kontrollierten die Spanier weiterhin Ball und Spiel, während die hochgelobte französische Offensive unauffällig blieb. Kylian Mbappé zeigte sich bemüht, aber glücklos, und Michael Olise war in der ersten Halbzeit kaum ein Faktor.
In der 36. Minute gab es den ersten nennenswerten Abschluss für Frankreich durch Bradley Barcola, dessen Schuss das Ziel jedoch verfehlte. Kurz darauf verpasste Spanien eine weitere Chance nach einer Kombination über Rodri, Dani Olmo, Yamal und Fabián Ruiz, als Dayot Upamecano in letzter Not klären konnte.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit versuchte Frankreich, durch höheres Pressing die spanische „Passmaschine“ zu stören. Doch Spanien löste sich geschickt aus dem Gegnerdruck und ließ Ball und Gegner laufen. In der 57. Minute wechselte Frankreichs Trainer Didier Deschamps Desiré Doué für Barcola ein, um neuen Schwung in den Angriff zu bringen.
Doch der nächste Treffer fiel erneut für Spanien. Pedro Porro spielte einen Doppelpass mit Dani Olmo, überwand damit die französische Abwehr und versenkte den Ball frei vor Torhüter Mike Maignan zum 2:0 in der 58. Minute. Kurz darauf jubelte Spanien erneut, doch ein Treffer von Yamal wurde wegen Abseits annulliert.
Reaktionen und Ausblick auf das Finale
Nach dem zweiten Tor schien Frankreich aufzuwachen. Mbappé scheiterte in der 64. Minute aus spitzem Winkel an Spaniens Torhüter Unai Simón und schoss drei Minuten später knapp am Tor vorbei. Doch Spanien hatte die französische Offensive danach wieder gut im Griff, verteidigte leidenschaftlich und ließ kaum weitere Chancen zu.
Trainer Luis de la Fuente äußerte nach dem Spiel seine große Freude: „Ich kann meine Gefühle schwer in Worte fassen. Wir sind extrem glücklich.“ Er betonte die Verantwortung für das ganze Land und freute sich für sich, die Mannschaft und das Land, im Finale zu stehen. Didier Deschamps hingegen konstatierte: „Spanien hat heute gezeigt, dass sie auf einem anderen Niveau spielen.“
Spanien trifft im WM-Finale am Sonntag um 21 Uhr MESZ in New York / New Jersey auf den Gewinner des zweiten Halbfinals zwischen England und Argentinien. Frankreich hingegen muss am Samstag, dem 18. Juli, um 23 Uhr MESZ in Miami im Spiel um Platz drei gegen den Verlierer dieser Partie antreten.
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Source: spiegel.de