Thomas Tuchel fordert Eltern auf, Kinder für WM-Spiel von der Schule zu entschuldigen

WM 2026: Thomas Tuchel fordert Eltern auf: „Schreibt Euren Kindern eine Entschuldigung!“ - BILD

Englands knapper Sieg gegen die DR Kongo

England hat sich in einem hart umkämpften Spiel im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft 2026 gegen die Demokratische Republik Kongo durchgesetzt. Das Team von Trainer Thomas Tuchel gewann in Atlanta mit 2:1, nachdem es zunächst in Rückstand geraten war. Dieser Sieg sicherte England den Einzug ins Achtelfinale des Turniers.

Die Demokratische Republik Kongo, die als Außenseiter in die Partie ging, überraschte mit einer frühen Führung. Brian Cipenga erzielte in der 7. Minute das erste Tor für sein Team, was die Hoffnungen auf eine Sensation weckte. England tat sich schwer, ins Spiel zu finden, und benötigte eine Weile, um die Kontrolle zu übernehmen. Torhüter Jordan Pickford wurde für das frühe Gegentor kritisiert, da er wohl mit einem Querpass gerechnet hatte, als Cipenga den Ball in die kurze Ecke schoss.

Trotz des Rückstands zeigte England Moral und drängte auf den Ausgleich. Nach der ersten Trinkpause gelang es der Mannschaft, das Spiel besser in den Griff zu bekommen und Torchancen zu erarbeiten. Jude Bellingham hatte in der 30. Minute eine Kopfballchance, die von Lionel Mpasi exzellent gehalten wurde. Auch Marcus Rashford scheiterte in der 35. Minute, als Aaron Wan-Bissaka seinen Versuch auf der Linie klärte. Auf der anderen Seite traf Yoane Wissa nur den Pfosten.

Kurz vor der Halbzeit gab es eine strittige Szene, als Harry Kane im Strafraum zu Fall kam. Der jordanische Schiedsrichter Adham Makhadmeh verweigerte einen Elfmeterpfiff, eine Entscheidung, die auch nach dem Videobeweis bestehen blieb. Diese Entscheidung sorgte für ungläubige Gesichter bei den englischen Spielern und Trainer Thomas Tuchel. Der ehemalige Liverpool-Trainer Jürgen Klopp analysierte die Szene und befand, dass Kontakt vorhanden war, während die englische Sturm-Legende Alan Shearer die Situation als Elfmeter bewertete.

England drückte auch in der zweiten Halbzeit weiter. Rashford traf in der 52. und 53. Minute zunächst das Außennetz, bevor sein abgefälschter Schuss von Mpasi abgewehrt wurde. Tuchel reagierte mit Auswechslungen und brachte Bukayo Saka sowie Anthony Gordon ins Spiel, um neue Impulse zu setzen. In der Schlussphase gelang es England schließlich, das Spiel zu drehen.

Kanes Doppelpack sichert den Sieg und Tuchels Appell

Es war Englands Kapitän Harry Kane, der in der Schlussphase des Spiels die entscheidenden Tore erzielte. In der 75. Minute köpfte Kane eine Flanke von Gordon zum Ausgleich ins lange Eck. Nur etwas mehr als zehn Minuten später, in der 86. Minute, verwandelte der Torjäger aus der Drehung überragend ins rechte obere Eck und sicherte England den 2:1-Sieg. Kane bewies einmal mehr, warum er als Kapitän des Teams unverzichtbar ist und in den wichtigsten Momenten zur Stelle ist.

Nach dem Spiel zeigte sich Thomas Tuchel erleichtert und lobte die Moral seiner Mannschaft. Er betonte, dass das Team auch nach dem frühen Gegentor weiter „angeklopft“ habe und die Reaktion auf den Rückschlag sowie der Glaube einzigartig gewesen seien. Solche Siege würden ein Team bei einer Weltmeisterschaft zusammenschweißen und einen tiefen Glauben für die kommenden Aufgaben geben. Tuchel hatte seine Mannschaft vor dem Spiel gewissenhaft auf alle Szenarien vorbereitet und vor dem Gegner gewarnt, der seine Ziele bereits übererfüllt hatte.

Mit Blick auf das bevorstehende Achtelfinale gegen Mexiko richtete Tuchel einen besonderen Appell an die Eltern in England. Da das Spiel gegen Mexiko am Montagmorgen um 1 Uhr englischer Zeit stattfindet, bat Tuchel die Eltern, ihren Kindern eine Entschuldigung für die Schule zu schreiben, damit diese das Spiel verfolgen können. Er argumentierte, dass die Kinder noch genug zur Schule gehen würden, eine Weltmeisterschaft jedoch nur alle vier Jahre stattfinde. Die Unterstützung von jedem, besonders von den Kindern, sei für das große Spiel notwendig.

Das Achtelfinale gegen Mexiko wird im Aztekenstadion stattfinden und stellt laut Tuchel eine völlig andere Herausforderung dar. Er erwartet einen „absoluten Hexenkessel“ vor einer gigantischen Kulisse. Die Höhe von 2200 Metern über dem Meeresspiegel wird ebenfalls ein Faktor sein, und das Team wird kaum Zeit zur Akklimatisierung haben. Trotzdem zeigte sich Tuchel zuversichtlich, dass England bereit sein wird. Der Sieg gegen die DR Kongo war das erste Mal seit dem Finale 1966 gegen Deutschland, dass England einen Rückstand in einem WM-Spiel drehen konnte.

Der deutsche Trainer hob die Bedeutung des Comebacks hervor und betonte, dass es ein echter Härtetest für die Nerven und den Charakter der Mannschaft gewesen sei. Die Fähigkeit, nach einem frühen Gegentor so zurückzukommen, zeige die enorme Moral des Teams. Tuchel hatte vor dem Spiel darauf hingewiesen, dass man die Zuversicht und Geduld nicht verlieren dürfe, wenn es schwierig wird, und lobte seine Mannschaft für ihre Leistung.

Die Demokratische Republik Kongo hatte mit Brian Cipenga, der in der zweiten spanischen Liga spielt, einen unerwarteten Helden. Er hatte maßgeblichen Anteil daran, dass sein Land nach 52 Jahren erstmals wieder an einer WM teilnahm, indem er im Playoff-Spiel gegen Jamaika das einzige Tor vorbereitete.

Das Achtelfinale gegen Mexiko wird eine weitere Bewährungsprobe für England, das sich auf eine intensive Atmosphäre und die Herausforderungen der Höhenlage einstellen muss. Die Mannschaft wird versuchen, auf dem Schwung des Sieges gegen die DR Kongo aufzubauen und die Unterstützung der Fans, auch der jungen, zu nutzen.

Die Partie gegen Mexiko wird am Montagmorgen um 1 Uhr englischer Zeit angepfiffen.

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Source: bild.de

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Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.