Tour de France: Duell um das Grüne Trikot spitzt sich zu

Tour-de-France-News: Spannendes Duell um das Grüne Trikot

Pedersens Frustration und Philipsens Sieg

Die 17. Etappe der Tour de France hat das Duell um das Grüne Trikot der Punktewertung weiter angeheizt. Mads Pedersen, der Däne von Lidl-Trek, erlebte einen „richtigen Scheißtag“, wie er selbst äußerte, obwohl er zum kämpferischsten Fahrer der Etappe gekürt wurde. Trotz seiner unermüdlichen Angriffe und Bemühungen, den Etappensieg zu erringen, musste er zusehen, wie Jasper Philipsen von Alpecin-Deceuninck den Tagessieg im Sprint einer Ausreißergruppe holte. Philipsen sprach nach seinem Erfolg von einer „Achterbahnfahrt“ bei der Tour.

Pedersen hatte die Führung in der Punktewertung bereits auf der 4. Etappe übernommen, nachdem er diese aus einer Fluchtgruppe heraus gewonnen hatte. Dieser Sieg verschaffte ihm ein komfortables Polster, das er in den vergangenen zwei Wochen verteidigen konnte. Obwohl er in Massensprints Schwierigkeiten hatte, sich gegen die Besten durchzusetzen, war er in den Zwischensprints oft der Stärkste. Seine wiederholten Ausreißversuche trugen dazu bei, das Grüne Trikot zu halten. Die 17. Etappe bot den Sprintern eine weitere Chance, ähnlich wie die 12. Etappe.

Auf der 17. Etappe versuchten Pedersen und sein Team Lidl-Trek alles, um einen Massensprint zu verhindern. Pedersen attackierte früh und hart, fiel jedoch auf dem letzten Anstieg der ersten Sequenz aus der Spitzengruppe zurück. Später schloss er die Lücke im Alleingang zu einer Spitzengruppe, eine beeindruckende Aktion. Doch dahinter formierten sich Verfolgergruppen, darunter auch die Gruppe um Jasper Philipsen und Olav Kooij, die schließlich zur Spitze aufschlossen. Nach einem späten Angriff von Jasper Stuyven kam es zu einem kleinen Sprint der Ausreißer.

Philipsen, unterstützt von seinen Anfahrern Mathieu van der Poel und Edward Planckaert, sprintete zum Sieg. Pedersen belegte lediglich den achten Platz. Dies führte dazu, dass sein Vorsprung in der Punktewertung auf nur noch 7 Punkte schrumpfte, was den Lidl-Trek-Fahrer sichtlich frustrierte. Er betonte, dass er mit der Auszeichnung als kämpferischster Fahrer nicht zufrieden sein könne, da es ihm um Punkte gehe und er diese an seinen Hauptgegner verloren habe. Pedersen erklärte, dass der Kampf um das Grüne Trikot bis nach Paris ein täglicher Kampf bleiben werde und er das Trikot nach Hause bringen wolle.

Jasper Philipsen jubelt nach der 17. Etappe
Jasper Philipsen jubelt nach der 17. Etappe Credit: sportschau.de

Die Rolle von Lidl-Trek und andere Tour-Ereignisse

Das deutsche Team Lidl-Trek verfolgt bei dieser Tour de France ambitionierte Ziele, darunter Sprinterfolge mit Mads Pedersen und gute Ergebnisse in der Gesamtwertung mit Juan Ayuso und Mattias Skjelmose. Pedersens Erfolg in der Punktewertung wurde bisher auf eher ungewöhnliche Weise erzielt, da sein einziger Etappensieg nicht aus einem Massensprint resultierte, sondern aus einer stark besetzten Fluchtgruppe. Das Team konzentriert sich auf Zwischensprints, die meist früh auf den Etappen stattfinden, um danach den Fokus auf die Gesamtwertung zu legen, wie Toms Skuijns, Pedersens Bodyguard, analysierte.

Quinn Simmons, von französischen Medien als „Captain America“ bezeichnet, ist eine vielseitige Kraft im Team Lidl-Trek. Er sicherte als Etappenzweiter Pedersens Sieg ab und zeigte sich auch im Gebirge in vorderster Front. Er war Teil der Fluchtgruppe zum Plateau de Solaison und half dem schwächelnden GC-Kapitän Ayuso ins Ziel. Simmons‘ Performance und die des Tschechen Mattias Vacek tragen dazu bei, dass Lidl-Trek auch die Teamwertung anführt, noch vor UAE, dem Team von Tadej Pogacar. Die GC-Fahrer Ayuso und Skjelmose liegen auf den Plätzen 6 und 7, wobei Ayuso anderthalb Minuten Rückstand auf den drittplatzierten Isaac del Toro hat und Skjelmose sogar 3:40 Minuten. Ayuso äußerte sich enttäuscht über seine Leistung am Sonntagabend, bleibt aber hoffnungsvoll für die verbleibende Woche.

Mads Pedersen führt eine der Attacken auf der 17. Etappe der Tour de France an
Mads Pedersen führt eine der Attacken auf der 17. Etappe der Tour de France an Credit: radsportaktuell.de

Ein weiteres wichtiges Ereignis war der Sturz von Florian Lipowitz von Red Bull-Bora-hansgrohe. Er zog sich bei einem Sturz im Einzelzeitfahren einen Bruch des rechten Schlüsselbeins zu und musste die Tour aufgeben. Lipowitz wurde bereits operiert und sollte bis Donnerstag in einem französischen Krankenhaus behandelt werden. Teamchef Ralph Denk bestätigte, dass es Lipowitz gut gehe, er aber „mega enttäuscht“ sei. Konkurrenten und Teammitglieder zeigten sich bestürzt über den Ausfall des deutschen Fahrers. Remco Evenepoel, der das Einzelzeitfahren gewann, drückte sein Bedauern aus, während Pogacar berichtete, er sei in derselben Kurve, in der Lipowitz stürzte, ebenfalls fast zu Fall gekommen. Evenepoel gewann die zweite Etappe in Folge und nahm Pogacar fast eine halbe Minute ab. Adam Yates von UAE hatte auf der 17. Etappe mit Magenproblemen zu kämpfen, erreichte das Ziel aber innerhalb der Karenzzeit und kann die Tour fortsetzen. Yates, ein wichtiger Helfer für Pogacar, lag vor der Etappe auf Platz 14 im Gesamtklassement.

Diskussionen gab es auch um nächtliche Dopingkontrollen. Tadej Pogacar äußerte Bedenken, dass eine Kontrolle um 2 Uhr nachts die Konzentration beeinträchtigen könnte, während Ralph Denk von Red Bull-Bora-hansgrohe eine andere Ansicht vertrat. Die International Testing Agency (ITA) teilte mit, dass am zweiten Ruhetag alle noch im Rennen befindlichen Fahrer Dopingkontrollen zu den üblichen Zeiten unterzogen wurden, im Gegensatz zu den nächtlichen Kontrollen bei Jonas Vingegaard und Pogacar. Die kommenden drei Tage der Tour führen durch die Alpen, was das Potenzial für weitere spannende Entwicklungen im Kampf um das Grüne Trikot und die Gesamtwertung birgt, bevor die Entscheidung möglicherweise auf den Champs-Élysées in Paris fällt.

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Source: sportschau.de

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Niklas Bauer

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.