Klopp wird Bundestrainer: Eine Million Euro für „Wings for Life“
Jürgen Klopp (59) wird voraussichtlich am Freitag offiziell als neuer Bundestrainer in Frankfurt vorgestellt. Er tritt die Nachfolge von Julian Nagelsmann (39) an und soll einen Vertrag bis zur WM 2030 unterzeichnen. Die Möglichkeit für diesen Wechsel ergibt sich durch die Freigabe von Red Bull, Klopps bisherigem Arbeitgeber, wo er bis 2029 als globaler Fußball-Chef unter Vertrag stand, jedoch ohne Ausstiegsklausel.
Oliver Mintzlaff (50), Red-Bull-Sport-Boss, hat seinen wichtigen Angestellten im Fußball für die deutsche Nationalmannschaft freigegeben. Ein abschließendes Gespräch zwischen Mintzlaff und Klopp fand am Montag nach dem WM-Finale in New York statt. Auch Franz Watzlawick, Red-Bull-Sales & Marketing-Geschäftsführer, war bei diesem Treffen anwesend. Nach anderthalb Jahren gehen alle Parteien im Guten auseinander.
Eine Ablösesumme im herkömmlichen Sinne wird nicht gezahlt. Stattdessen wird der DFB eine Spende an die Red-Bull-Stiftung „Wings for Life“ leisten. Laut Informationen beläuft sich diese Spende auf eine Million Euro. Diese Stiftung widmet sich der medizinischen Rückenmarksforschung, wobei 100 Prozent der Spenden direkt in diesen Bereich fließen. Jürgen Klopp selbst ist ein bekannter Unterstützer des weltweiten „Wings for Life“-Run und hat in den letzten beiden Jahren daran teilgenommen.
Hintergrund der „sehr, sehr großzügigen Einigung“
Die schnelle Einigung zwischen dem DFB und Red Bull innerhalb von nur 25 Tagen seit dem WM-Finale und 40 Tagen seit den ersten Spekulationen um Klopps Rolle als Bundestrainer wird als bemerkenswert angesehen. Jürgen Klopp hatte die Vereinbarung selbst als „sehr, sehr großzügige Einigung“ bezeichnet. Die Summe von einer Million Euro für die Freigabe eines Head of Global Soccer, der bis 2029 vertraglich gebunden war, wird von einigen als vergleichsweise gering für einen Konzern mit einem Jahresumsatz von zwölf Milliarden Euro betrachtet.
Die Spende an „Wings for Life“ wird als eine Form des „Lovewashing“ interpretiert, ähnlich dem „Cause-Related Marketing“. Ziel ist es, den Verkauf eines Produkts – in diesem Fall die Freigabe Klopps – mit einem guten Zweck zu verbinden. Dies erinnert an frühere Kampagnen, wie das „Regenwaldprojekt“ der Brauerei Krombacher. Kritiker merkten an, dass der Wert des geschützten Regenwalds in solchen Kampagnen oft gering war.
Anfänglich gab es Überlegungen, ob Klopp seine Rolle bei Red Bull als globaler Fußballchef beibehalten und gleichzeitig als Bundestrainer fungieren könnte. Diese Idee stieß jedoch auf Widerstand innerhalb des DFB und in anderen deutschen Fußballkreisen. Eine weitere Option war, Klopp als Markenbotschafter für Red Bull zu behalten oder ihm zu erlauben, dem Konzern mit seiner Expertise „abseits des nicht immer zeitaufwendigen Bundestrainer-Lebens“ zur Verfügung zu stehen. Letztendlich mündete dies in der nun gefundenen Lösung der Spende an die Stiftung.
Klopps Trainerstab und zukünftige Aufgaben
Für seine neue Aufgabe beim DFB wird Jürgen Klopp seinen langjährigen Wegbegleiter Peter „Piet“ Krawietz (54) als Co-Trainer mitbringen. Krawietz war bereits in Klopps globaler Abteilung bei Red Bull tätig, die er selbst aufgebaut hatte. Ergänzt wird das Trainerteam durch Pepijn Lijnders (43), der bereits mit Klopp in Liverpool zusammenarbeitete, sowie den ehemaligen BVB-Profi Sven Bender (37), dessen Vertrag beim Regionalligisten Unterhaching Anfang Juli nach zwei Jahren aufgelöst wurde.
Die Präsentation von Jürgen Klopp als neuem Bundestrainer wird am Freitag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt erwartet.
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Source: bild.de